18. Juli 2011 · Kommentare deaktiviert für Kein mittlerer Abschluss an den meisten Mittelschulen · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags: ,

Bildungssprecher Martin Güll: Etikettenschwindel statt Erfolgsmodell

Mitteilung: SPD-Landtagsfraktion

Der SPD-Bildungssprecher Martin Güll sieht den von Kultusminister Ludwig Spaenle heute festgestellten Erfolg der Mittelschulen nicht. Wichtigster Grund: Im Vergleich zum letzten Schuljahr hat diese Schulart effektiv weniger Schüler. Des weiteren bezweifelt der frühere Hauptschulrektor, dass mit der Mittelschule und den Schulverbünden mittelfristig Schulstandorte gerettet werden können. Die Mittelschule sei nicht bedarfsgerecht. „Die meisten bayerischen Mittelschulen sind ein Etikettenschwindel, weil sie in ihrem Schulhaus eben keinen mittleren Schulabschluss anbieten. Bedarfsgerecht wäre es nur, wenn in jedem Schulhaus, das Mittelschule heißt, tatsächlich ein mittlerer Abschluss möglich ist“, erklärt Güll.

Der Bildungspolitiker weist zum Beispiel auf den Schulverbund Dachau-Odelzhausen hin: Dort hatten die Eltern erwartet, dass ihre Kinder in der neuen Mittelschule in Odelzhausen tatsächlich einen mittleren Abschluss machen können. Dies ist aber nicht möglich. Wer einen Realschulabschluss möchte, muss weiter in das 20 Kilometer entfernte Dachau fahren. Güll: „Daher unterstützen diese Eltern vehement die Einführung der Gemeinschaftsschule, wie sie die SPD vorschlägt. Dort ist in jedem Schulhaus, an jedem Standort, tatsächlich ein mittlerer Abschluss möglich.“ Der SPD-Bildungssprecher geht davon aus, dass zwei Drittel der künftig 948 Hauptschulen in Wirklichkeit ganz normale Hauptschulen sind, die lediglich ein neues Türschild erhalten haben.

Auch das von Spaenle heute in seiner Pressekonferenz gelobte Sondermodell „9 plus 2“, das es beispielsweise in Karlsfeld im Landkreis Dachau ab dem Schuljahr 2011/12 geben soll, sei nicht praktikabel. Dort sei vorgesehen, in Kooperation mit der Realschule in Dachau nach neun Schuljahren in zwei Jahren einen Realschulabschluss zu machen. Tatsächlich hat aber der Minister nach Informationen von Martin Güll die Genehmigung für das Kooperationsmodell zurückgezogen.

Quelle: Pressemitteilung v. 18. Juli 2011 – SPD-Landtagsfraktion Bayern

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