21. November 2011 · Kommentare deaktiviert für Abschlussrede auf der Bildungsstreik-Demonstration 2011 – 17.11.2011 in Nürnberg · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

Manuel Gambert, ehemaliger Sprecher der Linksjugend [`solid] Weißenburg, jetzt Basismitglied der Linksjugend [`solid] Nürnberg

Mitteilung: DIE LINKE Weißenburg und Ansbach

(Es gilt das gesprochene Wort)

Im Sommer dieses Jahres ging es groß durch die regionalen Medien, die VAG wird bis 2015 ihre Fahrpreise schrittweise um 30 Prozent erhöhen. Nach kurzer Empörung war das Thema vom Tisch und aus der Tagespolitik verschwunden, die Problematik aber bleibt.

Zum 1.1.2012 gibt es die erste Fahrpreiserhöhung von 14 Prozent und sogar um 26 Prozent für das, was sich hier Studiticket schimpft. Wie immer werden darunter die am meisten leiden, die auch so schon am wenigsten haben. Konkret bedeutet dies im Bezug auf unser Bildungssystem:

  • Soziale Selektion wird verstärkt, soziale Ungleichheit reproduziert.

Was bedeutet das nun im Konkreten für Auszubildende, SchülerInnen und Studierende?

Entweder verzichtet man auf Mobilität in Form von öffentlichen Personennahverkehr und damit auf ein – unserer Meinung nach – Grundrecht und wird in der Individuellen Fähigkeit zur gesellschaftlichen Partizipation eingeschränkt.

Oder mensch könnte auch die finanzelle Mehrbelastung in Kauf nehmen. Für viele von uns ist das allerdings unmöglich, da wir alle unter rapide steigenden Mieten leiden, viele von uns müssen pro Semester irgendwie 500 € Studiengebühren zusammenkratzen. Zusätzlich gehen Unmengen an Geld für Bücher und andere Lehrmittel drauf und irgendwas essen und anziehen muss mensch ja auch.

Zuletzt bleibt noch die die Möglichkeit schwarz zu fahren. Wer das tut, muss sich aber in die Gefahr immer größerer Repression und Kriminalisierung begeben.

All das scheint uns für uns nicht wirklich die richtige Lösung zu sein.

Wir fragen, warum müssen wir überhaupt Geld dafür zahlen, um von A nach B zu kommen? Warum ist die VAG ein Unternehmen, das nicht in erster Linie auf die Bedürfnisse aller ausgelegt ist? Warum überhaupt muss Mobilität Ware sein, genau wie Bildung?

Im Kapitalismus nehmt die Befriedigung dieser Bedürfnisse immer Warenform an. Es geht hier nicht um den Nutzen aller, sondern in erster Linie um Gewinnmaximierung bzw. Kostenminimierung.

Das Streben nach freier Bildung ist genau wie das Streben nach grenzen- und kostenloser Mobilität im Kapitalismus nicht erreichbar. Solch ein Streben muss auch immer in ein Streben nach der Aufhebung der kapitalistischen Gesellschaft sein.

Wir wollen nicht, das Ober- und Unterschicht gleichberechtig auf öffentliche Güter zugreifen können, wir wollen eine Gesellschaft, in der so etwas wie Ober- und Unterschicht nicht mehr existiert.

In diesem Sinne fordern wir:

Alles für alle — und zwar umsonst! Für die befreite Gesellschaft!

Quelle: Mitteilung v. 21.11.2011 – DIE LINKE Weißenburg und Ansbach – www.die-linke-weissenburg.de/ – www.die-linke-ansbach.de

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