31. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Beförderungsrichtlinien Bayern 2012 für Studienräte im Förderschuldienst, FörderlehrerInnen und FachlehrerInnen · Kategorien: Recht und Unrecht · Tags: ,

Heute wurden uns endlich die langersehnten Beförderungsrichtlinien übermittelt:

Download Beförderungsrichtlinien für StudienrätInnen an Förderschulen

Download Beförderungsrichtlinien für FachlehrerInnen

Download Beförderungsrichtlinien für FörderlehrerInnen

24. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Stellen für Mittelschulen: Schön, dass der Minister der SPD Recht gibt · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik

SPD-Bildungssprecher Güll: Aber Spaenle sichert lediglich Minimalversorgung mit unattraktiven Teilzeitstellen

Mitteilung: SPD-Landtagsfraktion Bayern

Der SPD-Bildungssprecher Martin Güll übt weiterhin heftige Kritik an der Lehrerversorgung der bayerischen Mittelschulen durch das Kultusministerium und sieht in den von Minister Ludwig Spaenle pressewirksam angekündigten „300 Lehrern zusätzlich“ keine wirkliche Verbesserung. Diese würden mit Zwei-Drittel-Verträgen befristet eingestellt, so der Abgeordnete. Güll: „Auf den ersten Blick klingen 300 Lehrer gut, wenn man aber genau hinschaut, blättert der Lack ab. Ich frage mich, für welchen Lehrer dieses Angebot attraktiv ist und wie Spaenle diese Stellen besetzen will.“

Der Kultusminister hatte noch zu Beginn der Woche die Aussage des Vorsitzenden des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, dass 250 Lehrer an Mittelschulen fehlen, zurückgewiesen. „Immerhin schön, dass Spaenle uns so schnell Recht gibt. Aber es bleibt dabei: Er sichert allenfalls die Minimalversorgung. Seine Annahme, dass er alle Stellen tatsächlich besetzen kann, halte ich für mutig. Spaenle hat zu wenig reguläre Lehrerstellen eingeplant.“

Quelle:
Pressemitteilung v. 24.8.2012
SPD-Landtagsfraktion Bayern
www.bayernspd-landtag.de

 

 

 

23. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Chaotische Unterrichtsplanung des Kultusministeriums · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags: , ,

Mitteilung: Landtagsfraktion Bayern Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen im Bayerischen Landtag bezweifeln, dass die Unterrichtsversorgung zum Schuljahresbeginn gesichert ist. „Die chaotische Unterrichtsplanung des Kultusministeriums seit Frühjahr führt dazu, dass man keine Lehrer mehr für mögliche Stellen findet“, erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring.

„Für einen 20-Stunden-Vertrag ist niemand bereit und in der Lage, für ein Jahr in eine andere Gegend zu ziehen“, so Gehring. Abgesehen davon sei zum Teil die mobile Reserve vor Ort gestrichen worden. „Zusätzlich kann weder individuelle Förderung noch musische Bildung, die nicht der nackten Unterrichtsversorgung dient, angeboten werden, weil man keine Lehrerstellen dafür hat“, so Thomas Gehring.

Quelle:
Pressemitteilung v. 22. August 2012
Bündnis 90/Die Grünen
Landtagsfraktion Bayern
www.gruene-fraktion-bayern.de

23. August 2012 · Kommentare deaktiviert für GEW fordert rechtzeitige und verlässliche Planung des Schuljahres · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags: ,

Mitteilung: GEW Bayern

Die chaotische und noch lange nicht abgeschlossene Planung des in knapp drei Wochen beginnenden Schuljahres stößt bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf Unverständnis und harsche Kritik.

"Wie kann es sein, dass die Ende Juni bekannt gegebenen Lehrerzuweisungen an Haupt- und Mittelschulen im Juli plötzlich nicht mehr gelten, weil es angeblich völlig überraschend 4.000 MittelschülerInnen mehr gibt?", fragt Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern.

Schulämter werden aufgefordert, ihre Planungen zu stoppen und Unterricht so zu planen, dass nur der absolut notwendige Pflichtunterricht stattfinden kann.

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22. August 2012 · Kommentare deaktiviert für DIE LINKE befragt Spaenle zum Lehrkräftemangel · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags: , ,

Zum Grund- und Mittelschuldesaster meldete sich in den Sommerferien 2012 DIE LINKE:

Zwar versprach Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle Nachbesserungen, um den Unterricht hier in Bayern in den Grund- und Mittelschulen zu garantieren. Nachdem jedoch Schulleitungen und Eltern insbesondere in der Oberpfalz darin keine Verbesserungen sehen, wendet sich Eva Bulling-Schröter (MdB), Landessprecherin der LINKEN. Bayern, mit einem Brief direkt an den Staatsminister:

„Die Schulleitungen wissen immer noch nicht, wie sie selbst zentrale Unterrichtsfächer besetzen können. Es kann auch nicht sein, dass die Schulkinder in die Sommerferien entlassen werden, ohne genau zu wissen, ob sie im nächsten Jahr die Schule wechseln müssen, wie z.B. im Ort Schwarzenfeld. Wir wollen Auskunft darüber erhalten, wie der drohende Lehrkräftemangel konkret ausgeglichen werden soll. Die bisherigen Zahlen, mit denen Spaenle die Kritik ruhigstellen wollte, sind für die Eltern und Schulleitungen, mit denen wir in Kontakt stehen, alles andere als befriedigend. Unser Brief formuliert die konkreten Sorgen der Betroffenen, die schnellstmöglich einer Klärung bedürfen.“

Heidi Kaschner, Landesvorstandsmitglied der LINKEN. Bayern, vermutet hinter den falschen Zahlen ein Kalkül:

„Es hat den Anschein, als sollte das – unserer Meinung nach falsche – Konzept der Mittelschule gelobt werden, indem zunächst niedrige Zahlen der Neuanfänger berechnet wurden. Anschließend wurden berichtigte Zahlen herausgegeben mit dem Hinweis, dass nun überraschend viele die Mittelschulen besuchen werden und das Konzept der Mittelschule folglich überraschend gut ankomme. Leider wurde auch der Lehrkräfteschlüssel aufgrund der niedrigeren Zahlen berechnet. Wenn sich diese Vermutung bewahrheiten sollte, wäre das ein Skandal.“

Quelle: Pressemitteilung v. 17.8.2012
Eva Bulling-Schröter (MdB), Landessprecherin DIE LINKE Bayern
Heidi Kaschner, Landesvorstandsmitglied DIE LINKE Bayern

20. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Bayernweit fehlen mindestens 250 Lehrer an Mittelschulen · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

Die SPD äußerte sich zum Skandal um die Mittelschulen und die fehlenden Lehrerstunden:

SPD-Bildungssprecher Güll: Künftige Schülerzahlen falsch prognostiziert – Dachauer Schulamtsdirektorin ist nicht ohne Grund besorgt

Mitteilung: SPD-Landtagsfraktion Bayern

Der SPD-Bildungssprecher Martin Güll befürchtet, dass die Lehrerversorgung der Mittelschulen in Bayern im kommenden Schuljahr nicht überall sichergestellt werden kann. „Bayernweit fehlen mindestens 250 Lehrerstellen an den Mittelschulen“, schätzt Güll und fügt hinzu: „Der Personalmarkt für ausgebildete Mittelschullehrer in Oberbayern ist leergefegt. Jetzt muss Kultusminister Spaenle sogar arbeitslosen Realschul- und Gymnasiallehrern Arbeitsverträge anbieten, damit die Pflichtstunden wenigstens abgedeckt werden können“, so Güll.

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10. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Schuldrama II. Teil: Brandbrief der Schulräte und Mittelschulen im Minus · Kategorien: Meinungen, Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

gsf – Bayerische Schulräte haben dem Kultusministerium einen Brandbrief geschrieben. Nach der Kündigung der Rektorin Andrea Schöffel aus dem Landkreis Augsburg (Die GEW Ansbach berichtete samt eines Kommentars von Heinz Kreiselmeyer)  fangen jetzt auch noch bayerische Schulräte das Mosern an. Die Süddeutsche Zeitung Online titelte am 10.8.2012 :

Hilferuf der Schulräte

4300 zusätzliche Schüler, aber zu wenig Lehrkräfte: Der Lehrermangel an den bayerischen Grund- und Mittelschulen wird ab Herbst groß. Schulräte schlagen mit einem Brief Alarm an Kultusminister Spaenle: Der Unterricht sei nur noch mit Mühe sicherzustellen. Den ganzen Artikel in der SZ lesen

 

Heinz Kreiselmeyer kommentiert die Vorgänge erneut:

Klassenbildung – Es ginge auch anders

Nach 26-jähriger Tätigkeit in der bayerischen Schulaufsicht stelle ich fest, dass sich im Blick auf die sich immer wieder jährenden administrativen Unzulänglichkeiten bei der Klassenbildung an unseren Schulen nichts, aber auch gar nichts geändert hat. Seit Jahrzehnten fehlen Lehrer und Stunden, profilbildenden Projekten droht das Aus. Sie werden häufig zu Reformruinen.  Lehrer, Schulleiter und Schulräte schlagen Alarm – inzwischen öffentlich.

Seit Jahrzehnten das gleiche Bild: Planlosigkeit, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Wut.  Die Verantwortlichen scheinen aus den sich jährlich wiederholenden desaströsen Zuständen nichts gelernt zu haben. Dabei ginge es doch auch anders.

Warum ist es nicht möglich, frage ich mich, die Personalplanung für das kommende Schuljahr am Ende eines Schuljahres nahezu abzuschließen?  Prüfungstermine lassen sich ändern!

Warum ist eine einigermaßen professionelle Personalplanung nicht möglich? EDV-Systeme lassen sich kompatibel gestalten!

Warum können erfolgreiche Schulprogramme nicht weitergeführt werden?  Schulprogramme müssen verlässlich sein können und haben als „Markenzeichen“ einer Schule  Vorrang zu genießen!

Voller Erschütterung und voller Hochachtung zugleich las ich das Interview mit der mutigen Rektorin Andrea Schöffel (SZ v. 7.8.2012 „Ich kann unter diesen Bedingungen die Schule nicht leiten“). Ihrer zentralen Aussage, wonach sie ihre Schule nicht mehr so leiten kann, dass es Kindern, Lehrern und ihr dabei gut geht, sollten sich möglichst viele Menschen, die mit Schule zu tun haben, stellen. Endlich!

 

Die Hintergründe des bayerischen Desasters werden teilweise in einer Presseerklärung v. 8.8.2012 des BSV ( Bayerischer Schulleitungsverband) erläutert:

Mittelschulen im Minus

Ab September 2010 wurden aus den vielgeschmähten Hauptschulen die neu strukturierten „Mittelschulen“ und diese in Mittelschul-Verbünden zusammengefasst. Die Werbung im Ministerium für die neugestaltete „Mittelschule“ war vorweg sehr groß. Die neue Gestaltungsfreiheit innerhalb der Verbünde ließ hoffen. Das neue Mittelschulkonzept erwies sich 2010/11 als neues bayerisches Erfolgsmodell mit großem Zulauf.

Zwar war die bayerische Mittelschule 2010 als Löwe losgesprungen, ist inzwischen aber als Bettvorleger gelandet: Durch Fehl-Prognosen unterschätzte man im Kultusministerium die Schülerzahl für 2012/13 um deutlich mehr als 3.000 Schüler!

Diese höhere Schülerzahl bestätigt zwar das Erfolgsrezept der neuen Mittelschule. Aber dies ergibt nun einen Fehlbedarf von über 6.000 Lehrerstunden im Vergleich mit den Zahlen, die den Mittelschulen noch im Mai in Aussicht gestellt worden waren. Damit fehlen über 200 Lehrkräfte!

Nur noch Pflichtunterricht in übergroßen schwierigen Klassen, kaum noch Differenzierung oder individuelle Förderung – so fällt das Ministerium durch massive Fehlkalkulation der frisch gestarteten Mittelschule in den Rücken.   

Nach Abschluss des Nachtragshaushalts im Juli besteht weder für das Finanz- noch das Kultusministerium die Möglichkeit, zusätzlich die fehlenden Stellen zu genehmigen.

Gleichzeitig erhalten die Gymnasien zur Befriedung beim G8 250 Lehrerstellen, die nun den Mittelschulen zum Erhalt ihres gerade neu geschaffenen Profils so dringend fehlen.

Mittelschulen im Minus, am Limit ihrer überlasteten Lehrkräfte und Schulleitung, sind nicht die Melkkühe für das Ministerium, um angesehenere Schularten zu stützen. Sie brauchen die nötigen Stunden sowie genügend gut ausgebildete und motivierte Lehrkräfte, um auch Mittelschule zu einem Erfolgsweg werden zu lassen für gute Fachleute in Handwerk, Industrie und Dienstleistung! 

Quelle: PM v. 8.8.2012 – BSV -Bayerischer Schulleitungsverband – www.bsv-bayern.info

gsf – Das sagte Andrea Schöffel am 7. August 2012 in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung online. Andrea Schöffel ist (derzeit noch) Rektorin an einer bayerischen Grundschule. Im Interview heißt es weiter:

"Seit Jahren verschlechtern sich die Bedingungen an den bayerischen Grundschulen, sagt die Rektorin. Jetzt hat sie gekündigt, weil ihr nicht genügend Lehrer zugeteilt wurden." … Das ganze Interview in der Süddeutschen lesen

 

Bewegende Vorgänge! Andrea Schöffels Weg ist sicher keine übertragbare Form des Widerstands, aber sie hat ein Zeichen gesetzt und laut und deutlich NEIN gesagt.

 

Heinz Kreiselmeyer, langjähriger Fachlicher Leiter der Schulämter in der Stadt und im Landkreis Ansbach, äußerte sich nach dem Lesen des Interviews in der SZ spontan dazu:

Es ist zum Verzweifeln! Warum gelingt es nicht seit Jahrzehnten

a) die Klassenbildung des nächsten Schuljahres spätestens mit dem Ende des vorausgegangenen Schuljahres abzuschließen?
Gegebenenfalls ist eben ein Eingriff in den Prüfungsturnus vorzunehmen.

b) die Personalplanung professionell zu gestalten?
Seit den 80-igern laboriert man in höchst unprofessioneller Weise an EDV-Systemen, die bis zum heutigen Tag nicht kompatibel sind.
Viele Insider schütteln nur noch den Kopf. Wo ist das EDV-system, das für alle Verwaltungsebenen steht?

c) Schule so zu organisieren, dass Schulprogramme auch kontinuierlich weitergeführt werden können?

und und und ……

 

… und schrieb dann an Andrea Schöffel einen Brief:

Sehr geehrte Frau Schöffel,

bewundernswert Ihr Mut, konsequent durch Ihren Rücktritt zu bekunden, wie desaströs es um unsere Schule bestellt ist.

Ich hoffe, dass Sie eine weitere berufliche Perspektive haben. Was ich von Ihnen im SZ-Interview las, kann ich nur bestätigen.

Während meiner gesamten Dienstzeit, 38 Jahre im bayerischen Schuldienst, habe ich es nicht anders erlebt. Und dies in sehr unterschiedlichen Funktionen: als Lehrer, als Seminarleiter, als Seminarbeauftragter an der Regierung von Mittelfranken (1980 – 1990), als Fachlicher Leiter der Schulämter im Landkreis und in der Stadt Ansbach. Als Fachlicher Leiter war ich von 1990 – 2006 tätig. Seit 2006 bin ich im vorzeitigen Ruhestand.

Die von Ihnen geschilderte Problematik ereilte uns Jahr für Jahr: Die Stunden fehlten. Die Lehrer fehlten. Diskontinuität allerorten: Schulprogramme mussten von Jahr zu Jahr geändert werden, da die personelle Kontinuität fehlte. Viele Projekte wurden nach kurzer Zeit zu Projektruinen. Idealismus wurde überstrapaziert. Schließlich schämte ich mich, "meine" Schulleiter Jahr für Jahr zu ermutigen Ihre Schule weiterzuentwickeln, da ich nicht garantieren konnte, dass viel versprechende Innovationen weitergeführt werden können. Ein Trauerspiel! Ihre zentrale Aussage, wonach Sie Ihre Schule nicht mehr so leiten können, dass es Kindern, Lehrern und Ihnen dabei gut geht, sollten sich möglichst viele Menschen, die mit Schule zu tun haben, stellen.

Wer wie Sie diese Entscheidung trifft, achtet sich selber und stärkt sich letztendlich und andere und bewahrt sich vor lebenslanger Nivellierung und Entpersönlichung. Respekt!

Möge Ihre Entscheidung vielen, vielen Menschen in unserem Land Anlass sein, gründlich nachzudenken.
Möge Ihre Entscheidung den Menschen Mut machen, auf die Missstände an unseren Schulen öffentlich hinzuweisen.
Möge Ihre Entscheidung den verantwortlichen Schulpolitikern erkennen lassen, wie unverantwortlich sie mit unserem höchsten Gut, unseren Kindern, umgehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, großes Standvermögen und eine mutige und hoffnungsvolle Zuversicht.

Herzliche Grüße
Heinz Kreiselmeyer

P.S.: Ganz herzliche Grüße auch an Ihre engagierten Lehrkräfte und insbesondere an Ihre Verwaltungsangestellte. Ihnen , den VAs,  spielt man ja ganz übel mit.

Und hier geht's zum zweiten Teil des bayerischen BildungsdesastersBrandbrief der Schulräte