20. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Bayernweit fehlen mindestens 250 Lehrer an Mittelschulen · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

Die SPD äußerte sich zum Skandal um die Mittelschulen und die fehlenden Lehrerstunden:

SPD-Bildungssprecher Güll: Künftige Schülerzahlen falsch prognostiziert – Dachauer Schulamtsdirektorin ist nicht ohne Grund besorgt

Mitteilung: SPD-Landtagsfraktion Bayern

Der SPD-Bildungssprecher Martin Güll befürchtet, dass die Lehrerversorgung der Mittelschulen in Bayern im kommenden Schuljahr nicht überall sichergestellt werden kann. „Bayernweit fehlen mindestens 250 Lehrerstellen an den Mittelschulen“, schätzt Güll und fügt hinzu: „Der Personalmarkt für ausgebildete Mittelschullehrer in Oberbayern ist leergefegt. Jetzt muss Kultusminister Spaenle sogar arbeitslosen Realschul- und Gymnasiallehrern Arbeitsverträge anbieten, damit die Pflichtstunden wenigstens abgedeckt werden können“, so Güll.

Der frühere Leiter der Indersdorfer Hauptschule kennt das Ärgernis der Lehrerzuteilung, stellt aber fest: „Spätestens Mitte August war in der Regel alles klar und man konnte mit der Planung fürs nächste Schuljahr beginnen. Wenn aber 22 Tage vor Schulbeginn nicht einmal die Staatlichen Schulämter die Personen kennen, die ab 13. September in den Mittelschulen unterrichten sollen, wie sollen dann die Schulleiter einen reibungslosen Start ins neue Schuljahr hinbekommen?“, fragt sich Güll.

Doch derzeit ist im Landkreis Dachau und anderswo keineswegs geklärt, wer wo unterrichtet. Die Schulamtsdirektorin hatte sich vor kurzem kritisch zur Lehrerversorgung der elf Mittelschulen geäußert und sich sofort die Kritik des Kultusministeriums eingehandelt. „Im Kultusministerium scheint ja hochgradige Nervosität zu herrschen, was die Lehrerversorgung an Mittelschulen betrifft“, schlussfolgert der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Martin Güll.

Es gehöre schon eine Portion Unverfrorenheit dazu, wenn Spaenle anlässlich der unprofessionellen Lehrerzuteilung seinen Pressesprecher die Dachauer Schulrätin kritisieren lasse und ihr vorwerfe, sie habe wohl „sehr früh persönliche Einschätzungen gegeben und dabei noch nicht die Ergebnisse der Dienstbesprechung zwischen dem Abteilungsleiter für die Grund-, Mittel- und Förderschulen im Kulturministerium und den Bereichsleitern der Regierungen einbezogen." Allein die Tatsache, dass Spaenle die sieben Bereichsleiter aus den Bezirksregierungen am vergangenen Freitag nach München zitierte, zeige, so Güll, dass die Dachauer Schulrätin und der bayerische Schulräteverband „mehr als Recht haben“.

Seit Ferienbeginn stehen Kultusminister Spaenle und sein Ministerium unter Dauerbeschuss der Opposition und der Lehrerverbände, weil offensichtlich die künftigen Schülerzahlen an den Mittelschulen falsch prognostiziert wurden.

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