10. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Für ein Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags: ,

Christa Naaß, Landtagsabgeordnete (SPD) aus Gunzenhausen, in ihrem Abgeordnetenbrief vom August 2012:

Wir wollen den Schülerinnen und Schülern die Zeit geben, die sie zur Vorbereitung auf das Abitur brauchen.

Wer das achtjährige Gymnasium besser machen will, muss Verbesserungen für die Schülerinnen und Schüler erreichen – und dies ganz schnell. Denn sehr hoch waren die Durchfallquoten kürzlich beim schriftlichen Abitur: mancherorts mehr als 10 Prozent. Am Ende haben 3,7 Prozent der Prüflinge das Abi nicht bestanden.

Zu Zeiten des G9 war es zuletzt noch 1 Prozent. Der Kultusminister ist aber nach wie vor nicht bereit, die richtigen Lehren daraus zu ziehen: mehr individuelle Förderung, weniger Stofffülle, bessere Vorbereitung auf das Abitur.

Die SPD-Landtagsfraktion setzt sich für ein „Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten“ ein. Die Schülerinnen sollen künftig die Wahl haben, ob sie die Oberstufe in zwei Jahren mit 36 Wochenstunden oder drei Jahren mit 24 Wochenstunden absolvieren wollen. Wir wollen den Schülern die Zeit geben, die sie zur Vorbereitung auf das Abitur brauchen.

Der Vorsitzende des Bildungsabschlusses im Bayerischen Landtag, mein Fraktionskollege Martin Güll, hat unsere Forderung schon mehrfach pädagogisch begründet und vor Monaten mit einem Antragspaket im Bayerischen Landtag unterlegt.

Das achtjährige Gymnasium muss neu aufgestellt werden. Es geht dabei nicht nur um die Oberstufe, in der flexibel auf die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten der Schüler eingegangen werden soll. Wir wollen die Zahl der Pflichtstunden in Unter- und Mittelstufe auf 30 Wochenstunden reduzieren – ergänzt um zusätzliche Wochenstunden mit individueller Lernzeit.

Der Kultusminister rühmt sich mit dem in Bayern besonders schweren Abitur. Er hilft aber nicht mit, dass die Prüflinge es auch bestehen. Höchste Zeit, das zu ändern.

 

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