03. Juni 2013 · Kommentare deaktiviert für Kultusminister Spaenle: „Unser Ziel: möglichst viele Mittelschulstandorte erhalten – Wohnortnahen Unterricht sichern“ · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

Hier geht es zur Bestandsaufnahme der Landtagsfraktion der SPD zur Lage der Mittelschulen: Rund 150 Mittelschulstandorte bis 2020 akut gefährdet!

Kultusministerium und Kommunen arbeiten beim Erhalt von Schulstandorten eng zusammen – Schulschließungen fast zum Stehen gebracht

Mitteilung: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

 MÜNCHEN. „Wir wollen möglichst viele Mittelschulstandorte so lange wie möglich erhalten“, betonte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heute und reagierte damit auf eine Aussage der SPD. „Angesichts der rückläufigen Entwicklung der Bevölkerung und der Schülerzahl und der Wanderungsbewegung innerhalb Bayerns kann nicht jeder Standort erhalten werden. Wir haben deshalb frühzeitig gehandelt, um Schulen zu sichern. Das Läuten von Totenglöcklein ist die Sache anderer“, so der Minister.

Um trotz rückläufiger Schülerzahlen in Teilen Bayerns möglichst viele Schulstandorte zu sichern, arbeitet das Kultusministerium eng mit den Kommunen zusammen und hat bereits 2010 die Rahmenbedingungen für den Erhalt von Schulstandorten verändert, um Schulstandorte sichern und die Qualität des Bildungsangebots erhalten zu können. Dabei setzt das Kultusministerium auch auf die Gestaltungskraft der Regionen.

 1. Das Hauptinstrument dazu ist die Bildung von Mittelschulverbünden, zu denen sich kleine Mittelschulen zusammenschließen – und zwar immer im Einvernehmen der Schulen und der Kommunen als Sachaufwandsträger.
 2. In Mittelschulverbünden können auch Mittelschulen erhalten werden, an denen nicht mehr durchgängig alle Jahrgangsstufen vorhanden sind. Das sind 121 Mittelschulen. An ihnen wurde nicht durchgängig für jede Jahrgangstufe eine Klasse gebildet. Ohne Änderung des Schulrechts wären sie geschlossen worden.
 3. In Mittelschulverbünden können auch Klassen gebildet werden, wenn die grundsätzlich an weiterführenden Schulen vorgesehenen 15 Schüler pro Klasse nicht erreicht werden. Rund 1.100 Klassen werden von 15 oder weniger Schülerinnen und Schülern besucht.
 4. In Mittelschulverbünden ist auch der Sprengel der einzelnen Mittelschule aufgehoben. So kann der Verbundkoordinator gemeinsam mit den Schulleitern der Einzelschulen und den Kommunen flexibel auf Schülerentwicklungen reagieren und Standorte sichern. Auch die Eltern und Schüler sind über den Verbundausschuss eingebunden.
 5. Das Kultusministerium unterstützt die Sicherung kleiner Mittelschulen durch einen Zuschlag bei der Lehrerversorgung, wenn der Mittelschulverbund mehrere Schulstandorte umfasst.

 Mit diesen Maßnahmen konnte das Kultusministerium die Zahl der Schulschließungen in den vergangenen Jahren deutlich senken. Sind zu Ende des Schuljahres 2007/2008 noch 45 staatliche Hauptschulen geschlossen worden, so waren es mit Ablauf des Schuljahres 2011/2012 nur drei Haupt- und Mittelschulen. Auch zum Schuljahr 2013/2014 werden nur sehr wenige Mittelschulen aufgelöst werden – „Wir erkennen daran, dass unsere Maßnahmen geeignet sind, viele Schulstandorte zu erhalten – viele Schülerinnen und Schüler können so weiterhin wohnortnah ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot nutzen“, so der Minister.

 Schulen, die noch nicht formell geschlossen sind, können bei veränderten Schülerzahlen und wenn dies im Mittelschulverbund gewünscht ist, neu belebt werden. Ein Beispiel dafür ist die Mittelschule Denkendorf im Landkreis Eichstätt, wo ab Herbst wieder Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.

 Die Mittelschule als stark berufsvorbereitende Regelschule gehört für Minister Spaenle zu den Säulen des differenzierten bayerischen Schulwesens. Es lohnt sich aufgrund der Qualität der Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler diese zu erhalten. Eine Gemeinschaftsschule wird, wie die Gesamtschule im 20. Jahrhundert, die leistungsstarken Schüler nicht ausreichend fordern und die leistungsschwächeren Schüler nicht genügend fördern.

 Die Schülerprognose, die heute von der SPD vorgelegt worden ist, lässt sehr viele Fragen offen. Die Entwicklung von einzelnen Standorten hängt von sehr vielen Faktoren ab, etwa der Geburtenziffer, der Zuwanderung von Familien, der Ausweisung von Baugebieten, der Ansiedlung von Unternehmen, dem Schulwahlverhalten usw., und lässt sich nicht heute schon schülerscharf für 2020 darstellen.

Pressemitteilung Nr. 138 v. 3.6.2013
Dr. Ludwig Unger
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Kommentare geschlossen.