08. März 2014 · Kommentare deaktiviert für Rund 500 Protestierende überreichen Horst Seehofer in München ein miserables Zeugnis · Kategorien: Termine & Aktionen

gew_logo.gifMitteilung: Bernhard Baudler/GEW Bayern

Nachbericht zur Demo am 8. März: Rund 500 Teilnehmer*innen der Demonstration von „Bewegung in Bildung“ in München überreichen Horst Seehofer ein miserables „Zeugnis“ im Fach Bildungspolitik. Junge Lehrkräfte und die GEW Bayern fordern spürbare Verbesserungen für Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich die Initiator*innen der Initiative „Bewegung in Bildung“ am Samstag in der Münchner Innenstadt über rund 500 Kundgebungsteilnehmer*innen freuen – ein guter Tag, um Bewegung in Bildung und Bildungspolitik in Bayern zu bringen.

Die CSU-Staatsregierung und ihre Landtagsfraktion verweigerten zum Schuljahresbeginn und jetzt wieder im Februar vielen Hundert motivierten, gerade erfolgreich ausgebildeten Lehrer*innen für Gymnasium und Realschule sichere Stellen für ihre Arbeit mit den Schüler*innen. Da es aber überdeutlich ist, dass diese jungen Lehrkräfte an Bayerns Schulen dringend gebraucht werden, hat sich die Initiative „Bewegung in Bildung“ gegründet. Nach ihrer Flashmob-Welle durch ganz Bayern rief sie für Samstag, 8. März zu einer Kundgebung mit Demonstrationszug zum Kultusministerium in München auf. Hier konnten auch die Landtagsabgeordneten Margarete Bause (Bündnis 90/Die Grünen), Günther Felbinger und Michael Piazolo (beide Freie Wähler) begrüßt werden. Redner*innen von Eltern-, Schüler*innen- und Lehrer*innen-Organisationen schlossen sich den Forderungen der jungen Lehrkräfte an.

So sagte Gele Neubäcker, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die das Engagement von „Bewegung in Bildung“ ausdrücklich unterstützt: „Die GEW Bayern fordert die Übernahme aller erfolgreich ausgebildeten Lehrer*innen an „ihrer“ Schulart, solange ein pädagogischer Bedarf besteht.“ Und dieser Bedarf, so machte die GEW-Vorsitzende deutlich, bestehe noch lange: allein die großen Aufgaben wie individuelle Förderung, Ganztagsbetreuung und Inklusion zeigten dies. Noch immer gebe es zudem an bayerischen Schulen rund 1600 Klassen mit mehr als 30 Schüler*innen. Allein mit dem Hinweis auf die Lehrerbedarfsprognosen mache es sich der Kultusminister gegenüber den jungen Lehrer*innen allzu einfach. „Das Ausnutzen von Referendar*innen als billigen Arbeitskräften muss ein Ende haben. Daher fordert die GEW: Der eigenständige Unterricht im 3. Ausbildungsabschnitt ist abzuschaffen. Mehr als 11 Stunden Unterricht pro Woche dürfen nicht die Regel sein: Ausbildung muss Vorrang haben, Ausbeutung beendet werden!“
Thomas Becker, Vorsitzender der „Aktion gute Schule“, ergänzte diese Anliegen aus Elternperspektive mit der Forderung nach deutlich besserer Qualität des schulischen Lernens. Für die Stadtschüler*innenvertretung München betonte ihr Sprecher Frederic von Creytz, dass Burnout nicht nur ein zunehmendes Phänomen bei Lehrer*innen sondern auch bei Schüler*innen ist.

Insgesamt stellten die Teilnehmer*innen der Protestaktionen Ministerpräsident Horst Seehofer in seinem Vorrückungsfach Bildungspolitik ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Dieses „ ► Zwischenzeugnis“ wurde vor dem Kultusministerium verlesen und verteilt. Darin wird schwarz auf weiß festgestellt, dass der Klassensprecher H. Seehofer es „selbst mit Hilfestellung kaum schaffte, neue Lösungswege zu erproben.“ Und weiter: „Horst konnte angesichts des Lehrermangels leider nicht ausreichend pädagogisch betreut werden.“ So ist „das Vorrücken in die nächste Legislaturperiode stark gefährdet.“

Download ausgewählter Bilder von der Demo (©Fotos: Karin Just, GEW Bayern)

PM Nr. 10 / 2014 v. 8.3.2014
Elke Hahn
GEW Bayern
www.gew-bayern.de

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