09. November 2014 · Kommentare deaktiviert für Gedenkfeier in Dachau: „Erinnerung kann man nicht wegtragen“ · Kategorien: Termine & Aktionen

dgb_jugend_bayern.jpgDGB-Jugend betont Bedeutung der Erinnerung für die Zukunft

Mitteilung: DGB Bayern

Die DGB-Jugend Bayern hat in der KZ-Gedenkstätte Dachau am heutigen Sonntag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die bayerische DGB-Bezirksjugendsekretärin Astrid Backmann griff in ihrer Begrüßung die aktuelle Schändung der Gedenkstätte durch den Diebstahl des Tores mit dem Schriftzug „Arbeit macht Frei“ auf: „Dieser zynische Satz symbolisiert wohl am prägnantesten die Menschenverachtung des nationalsozialistischen Terrors. Gemeint war die Vernichtung des Menschen durch Zwangsarbeit.“

Backmann weiter: „Erinnerung kann man nicht wegtragen. Aber Erinnerung kann verblassen.“ Sie verwies dabei auf eine aktuelle Umfrage der Zeitschrift Neon, wonach jeder Dritte der befragten 18- bis 35-Jährigen einen Schlussstrich unter das Thema Holocaust ziehen will. „Angesichts dieser Ergebnisse sind wir gefordert, Erinnerung auch in Zukunft lebendig zu halten. Das bedeutet auch, Erinnerung selber zu leben. Dazu gehört es, eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch immer mit der Frage zu verbinden, welche Erfahrungen wir daraus für die Bewältigung der Gegenwart und für die Gestaltung der Zukunft ziehen können.“

Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings, stellte in seiner Gedenkrede gerade das Engagement von Jugendverbänden und Jugendringen beim Gedenken an die Vergangenheit und beim Kampf gegen aktuelle rechte Tendenzen heraus. „Die Gestaltung der Zukunft ist gerade für die Jugendarbeit und den Bayerischen Jugendring als Vertreter der nachfolgenden Generationen ein zentrales, wenn nicht das zentrale Thema“, so Fack.

Dass es gelinge, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen, zeige die offene Art und Weise, wie die Gesellschaft heute mit Flüchtlingen aus anderen Ländern umgehe. Es herrsche der Wunsch vor, zu helfen und zu unterstützen.

„Diese tätige Solidarität ist es, für die wir stehen wollen. Mit ihr setzen wir ein deutliches Zeichen des ‚Nie wieder‘“, so Fack weiter.

Auf dem Weg vom ehemaligen Appellplatz zum ehemaligen Krematorium trugen ehrenamtliche Aktive der Gewerkschaftsjugend zwei selbst recherchierte Biografien ehemaliger Häftlinge vor.

Mit der Gedenkfeier anlässlich der Novemberpogrome 1938 erinnert die DGB-Jugend Bayern seit 1952 jährlich im ehemaligen Konzentrationslager Dachau an die Opfer des Nationalsozialismus.

PM v. 9.11.2014 bayern.dgb.de

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