03. November 2014 · Kommentare deaktiviert für Auch in Bayern Proteste an Hochschulen · Kategorien: Gehalt - Rente - Tarif, Termine & Aktionen

gew_logo.gifFür bessere Arbeitsbedingungen von Dozentinnen und Dozenten!

Mitteilung: GEW Bayern

An drei bayerischen Hochschulen protestieren Lehrbeauftragte am kommenden Donnerstag, 6. November 2014, gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Sie schließen sich damit einem bundesweiten Aktionstag an, zu dem die beiden Bundeskonferenzen der Lehrbeauftragten für Sprachen und an Musikhochschulen aufrufen. Unterstützt wird die Aktion durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im DGB und durch die Deutsche Orchestervereinigung als Berufsverband.

In München laden Lehrbeauftragte der Hochschule für Musik und Theater gemeinsam mit anderen Dozentinnen und Studierenden zu einem Konzert ab 15.00 Uhr in den Gasteig ein (Kleiner Konzertsaal, Eintritt frei). In Nürnberg informieren die Lehrbeauftragten der Hochschule für Musik von 10 bis 14 Uhr im Eingangsbereich des Hochschulgebäudes in der Veilhofstraße 34 bis 40. Die Lehrbeauftragten für Musikpädagogik der Universität Erlangen-Nürnberg wollen von 12.30 bis 13.30 Uhr vor der Mensa der früheren Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg Regensburger Str. 160) für ihr Anliegen werben.

Lehrbeauftragte übernehmen an vielen Hochschulen einen großen Teil der Lehre. So sind am Nürnberger Institut für Musikpädagogik nur 11 hauptamtliche Dozentinnen und Dozenten für die Ausbildung künftiger Lehrkräfte zuständig, aber zusätzlich etwa 70 Lehrbeauftragte. Auch der Fremdsprachenunterricht an vielen bayerischen Hochschulen wird zunehmend durch Lehraufträge angeboten. Der Freistaat als Träger der Hochschulen spart damit viel Geld: An der Uni Erlangen-Nürnberg bspw. erhalten Lehrbeauftragte in der Musikpädagogik nur 22 Euro und am Sprachenzentrum meist 27 Euro je Unterrichtsstunde.

Das klingt im ersten Moment nach einem ordentlichen Stundenlohn. Da die Lehrbeauftragten jedoch keinen regulären Arbeitsvertrag haben, wird nur der reine Unterricht bezahlt, keine Vorbereitungszeiten, kein Urlaub, keine Krankheitstage und keine Feiertage.

Vergleicht man im Jahresdurchschnitt die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrbeauftragten mit der von hauptberuflich angestellten Lehrkräften an Hochschulen, entspricht eine Unterrichtsstunde etwa drei Arbeitsstunden. Sozialversicherungsbeiträge müssen Lehrbeauftragte alleine tragen, Kündigungsschutz gibt es nicht. Die GEW fordert deshalb, dass zumindest Daueraufgaben in der Lehre in Form von tarifgebundener und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung angeboten werden.

PM v. 3.1.2014
Elke Hahn
GEW Bayern
www.gew-bayern.de

 

 

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