06. Februar 2015 · Kommentare deaktiviert für Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar 2015 – 125 Mio. Frauen und Mädchen von dieser Menschenrechtsverletzung betroffen · Kategorien: Termine & Aktionen, Was sonst noch wichtig ist ... · Tags:

Mitteilung: Bayerischer Landesfrauenrat

„Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit über 125 Millionen Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelungen betroffen, die in erster Linie in zahlreichen Ländern Afrikas sowie in einigen Ländern Asiens und des Mittleren Ostens praktiziert wird. Schätzungen gehen davon aus, dass durch Wanderungs- und Flüchtlingsbewegungen auch in den EU-Staaten bis zu 500.000 Mädchen und Frauen von der Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht sind, alleine in Deutschland sind es 30.000 Mädchen und Frauen.

Diese Zahlen sind alarmierend. Denn die genitale Verstümmelung von Mädchen und Frauen ist eine der brutalsten Menschenrechtsverletzungen mit fatalen – ja sogar tödlichen –  Folgen für die Opfer und nichts anders als eine Straftat.“ Darauf wies die Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates, Frau Hildegund Rüger, anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar hin.

Fünf bis zehn Prozent der Opfer sterben unmittelbar durch den Eingriff, weitere 20 Prozent sterben an den Spätfolgen. Das Todesrisiko von Babys verstümmelter Frauen erhöht sich um bis zu einem Drittel. Überleben die Frauen und Mädchen diesen grausamen Eingriff, haben sie häufig ihr Leben lang unter den schweren psychischen Folgen und der Beeinträchtigung ihrer sexuellen Erlebnisfähigkeit zu leiden.

„Es ist deshalb sehr erfreulich, dass im Jahr 2013 mit § 226 a StGB ein eigener Straftatbestand geschaffen wurde. Die Verstümmelung weiblicher Genitalien ist seither nicht mehr nur als gefährliche Körperverletzung strafbar, sondern wird als Verbrechen eingestuft, das mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedroht ist. Damit wurde endlich Rechtsklarheit geschaffen und der Schwere sowie den Folgen der Verstümmelung Rechnung getragen. Es ist ein klares Signal, dass weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland nicht toleriert wird“, betonte Rüger.

Pressemitteilung v. 5.2.2015
Bayerischer Landesfrauenrat
www.lfr.bayern.de


Weitere Informationen? TERRE DES FEMMES Menschenrechte für die Frau e. V.

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