05. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für Mittelstufe plus – Die Hoffnung auf Verbesserung stirbt zuletzt · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik, Unterricht und Erziehung · Tags: , ,

GEW-Logo_2015_55Die GEW Bayern stellt fest: Der Reformbedarf am Gymnasium bleibt bestehen!

Mitteilung: GEW Bayern

Die große Nachfrage nach der Mittelstufe plus an den Pilotschulen ist für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) keine Überraschung. Obwohl den Eltern, Schüler*innen und Lehrerkollegien die genaue Ausgestaltung noch immer unbekannt ist, erhoffen sie sich Verbesserungen gegenüber den jetzigen Abläufen am Gymnasium.

Daraus lässt sich ablesen, wie groß die Unzufriedenheit mit dem aktuellen G 8 sein muss.

„Das Plus ist allgegenwärtig – Lehrplan Plus! Jahrgangsstufe 9 Plus! Mittelstufe Plus! Dahinter verbirgt sich aber kein echtes Plus für die Schülerinnen und Schüler“, meint Andreas Hofmann, Vorsitzender der Landesfachgruppe Gymnasien der GEW Bayern.

Das achtjährige Gymnasium soll mit mühsam konstruierten „Plus-Korrekturen“ mehr Akzeptanz finden. Damit wird die Hoffnung auf Verbesserung zwar aufrechterhalten, aber nicht erfüllt. Denn eine grundlegende Reform des Gymnasiums und der Schullandschaft insgesamt wird so durch die Staatsregierung weiter aufgeschoben!

Das Konzept zur Mittelstufe Plus ist kein wirkliches Bildungskonzept und es ist kein echtes neunjähriges Gymnasium. Die grundlegenden Probleme in der Unterstufe bleiben so bestehen. Die Folgen daraus sollen durch die Mittelstufe plus symptomatisch abgefedert werden. Eine simple Dehnung der Lernzeit stellt keine günstige Art dar, das zusätzliche Jahr sinnvoll zu nutzen. Die GEW bezweifelt, dass die Mittelstufe plus eine bessere Vorbereitung auf die Oberstufe darstellt. Nach dem Erreichen des mittleren Schulabschlusses sollte am Gymnasium mehr Zeit für den Erwerb der Hochschulreife bleiben. Der Staatsregierung und dem Landtag liegen mit dem Positionspapier der GEW genügend Ideen für eine umfassende und sinnvolle Umgestaltung vor.

Gymnasien auf dem Land forderten die freien Nachmittage wegen der ansonsten schlechten Busverbindungen. Eltern wie Lehrkräfte beklagen im G 8 die mangelnde Reife ihrer Schüler –für manche Lehrplaninhalte seien die Schüler noch nicht weit genug, es fehle ihnen die wirkliche Reife zum Studium. Sollten sich nicht Busfahrpläne und Lehrpläne an den Bildungszielen und an den Bedürfnissen der Schüler*innen orientieren?

Download des Positionspapiers zum Gymnasium der GEW Bayern

PM Nr. 08 v. 5.5.2015
Elke Hahn
GEW Bayern
www.gew-bayern.de

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