03. Juli 2015 · Kommentare deaktiviert für Bildungserfolg in Bayern hängt von Wohnort und Herkunft ab · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags: , , , ,

spd.gifSPD-Bildungssprecher Güll sieht in aktuellen Übertrittszahlen an Realschulen und Gymnasien Beleg für Ungerechtigkeiten im Bildungssystem – Übertrittsverfahren überdenken

Mitteilung: Landtagsfraktion der bayerischen SPD 

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, sieht in den regional und sozial sehr unterschiedlichen Übertrittszahlen an weiterführende Schulen in Bayern ein Indiz für Ungerechtigkeit im bayerischen Bildungssystem. „Die neuesten Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Kinder vom Land schlechtere Bildungschancen haben als Kinder aus der Stadt und Schüler mit Migrationshintergrund benachteiligt sind“, erklärte der Vorsitzende des Bildungsausschusses am Freitag bei einer Pressekonferenz im Bayerischen Landtag.

Wie das Kultusministerium auf Anfrage von Güll mitteilte, gehen im nächsten Schuljahr im Landkreis München-Land 61,4 Prozent der Schüler und Schülerinnen auf das Gymnasium. Dagegen tun dies im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn lediglich 25,1 Prozent, obwohl etwa die Hälfte aller Kinder dafür geeignet wäre. „Diese Schüler und Schülerinnen sind also nicht dümmer als anderswo, sie haben oft einfach weitere Wege in die Schulen.“ Hier würden wohnortnahe Gemeinschaftsschulen, die alle Abschlüsse unter einem Dach ermöglichen, die Bildungschancen deutlich erhöhen. (Hervorh.: GEW AN)

Die Zahlen belegen aus der Sicht Gülls aber auch, dass vor allem Buben und Schüler mit einem Migrationshintergrund durch das bayerische Übertrittsverfahren benachteiligt sind: „Die Schulen sortieren Kinder nicht nach ihren persönlichen Begabungen, sondern ausschließlich nach dem Notendurchschnitt im Alter von zehn Jahren. Aber gerade Buben brauchen oft mehr Zeit für ihre Entwicklung“, unterstreicht Güll. Bayernweit gehen 39,1 Prozent der Schüler auf ein Gymnasium, von Migranten-Kindern nur 26,1 Prozent. Güll: „Das bedeutet: Nur jedes vierte Kind mit einem Migrationhintergrund besucht das Gymnasium, wohingegen Kinder von deutschen Eltern durchschnittlich zu fast 50 Prozent aufs Gymnasium.“ Hier müsse das Übertrittsverfahren überdacht werden, so Güll.

PM v. 3.7.2015
SPD-Bayern, Landtagsfraktion
bayernspd-landtag.de

 

Kommentare geschlossen.