20. September 2016 · Kommentare deaktiviert für „Sorgen und Nöte der Menschen statt elitärer Prestigeprojekte in den Mittelpunkt rücken“ · Kategorien: Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

Kinderarmut in Ansbach auf neuem Höchststand: 15,1 Prozent der Unter-18jährigen betroffen. OLA stellt Dreipunkteplan für Chancengleichheit und sozialen Frieden vor

Mitteilung: Offene Linke Ansbach

In Ansbach erreicht die Kinderarmut einen neuen Höchststand. Nach Schweinfurt weist die Rezatstadt bayernweit die zweitgrößte Steigerung bei unter 18jährigen im SGB-II-Bezug („Hartz 4“) auf. Das belegt die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut1. Demnach stieg der Anteil von Kinder und Jugendlichen in Familien, deren Einkommen nicht zum Leben reicht, zwischen 2011 und 2015 von 13,0 auf 15,1 Prozent an. Damit gehört Ansbach inzwischen zu den sieben Kommunen mit der gravierendsten Kinderarmut im Freistaat.

„Die Sorgen und Nöte der Ansbacher Bevölkerung müssen wieder in den Mittelpunkt der Politik rücken“, kommentiert die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) die Besorgnis erregenden Zahlen: „Anstatt sich in Endlos-Debatten um elitäre Prestigeprojekte zu verzetteln hat der Stadtrat Antworten auf brennende soziale Fragen der Menschen zu finden.“

Dreipunkteplan für Chancengleichheit und sozialen Frieden

Für die Schaffung von Chancengleichheit und für die Sicherung des sozialen Friedens in Ansbach hat die OLA ihre -von der Verwaltung derzeit zumeist noch unbearbeiteten- Angebote in einem Dreipunkteplan zusammen gefasst:

  1. Bezahlbarer Wohnraum für alle Ansbacher: Der demnächst anstehende Wegfall von 44 Prozent des Bestands an Sozialwohnungen2 trifft wirtschaftlich benachteiligte Familien mit Kindern in besonderem Maße. Der Gefahr einer Verdrängung gerade von Alleinerziehenden aus Ansbach kann die Stadt mit einer Wohnungsbauoffensive unter der Möglichkeit hoher staatlicher Förderung begegnen.
  2. Teilhabepaket für Bildung, Sport und Kultur3: Für Freizeit, Sport und Kultur sieht der Hartz-4-Regelsatz 44,06 Euro monatlich vor. Weitere 1,54 Euro stehen für Bildung zur Verfügung4. Für fast jedes sechste Ansbacher Kind ist ein Aquella-Besuch, ein Volkshochschulkurs oder eine dauerhafte Mitgliedschaft in Sportvereinen somit oft unerschwinglicher Luxus. Es ist höchste Zeit für einen Sozialpass für Ansbach, der den Ausschluss eines großen Teils unserer Jugend von öffentlichen Angeboten verhindert.
  3. Kostenfreie Bildung – von Kindesbeinen an. Der Haushaltsantrag der OLA für die Abschaffung der Kindergarten- und KiTa-Gebühren in Ansbach ist bislang am Widerstand der SPD gescheitert. Nun fordert deren Landesverband aktuell eben jene Entlastung für Familien. Wir werden den entsprechenden Antrag auch in diesem Jahr stellen und sind gespannt, ob die Ansbacher SPD ihren Ankündigungen Taten oder wie bisher Worthülsen folgen lässt.

1 http://www.br.de/nachrichten/inhalt/kinder-armut-bayern-franken-100.html

2 http://offene-linke-ansbach.de/Content/Stadtrat/Antraege/2016/Antrag_OLA_kommunaler_Wohnungsbau_160330.pdf

3 file:///C:/Users/Meyer/Downloads/Teilhabepaket_Ansbach-Pass_Antrag_Offene_Linke_vom_02_03_2015%20(1).pdf

4 http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/das-sind-die-hartz-iv-regelsaetze-2016.php


Pressemitteillung v. 19.9.2016
Offene Linke Ansbach -Stadtratsfraktion
Boris-André Meyer, Fraktionsvorsitzender
www.offene-linke-ansbach.de

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