Der Schriftsteller äußert sich in einem Buch rassistisch zum Flüchtlingsthema: „Flut von Einbrechern“, „Asyl-Erpresser“, „Unbewaffnete Invasion“

Mitteilung: Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e. V., Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach

Als eine skandalöse Entgleisung an der Grenze zur Volksverhetzung wertet die Regionalgruppe Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken Passagen zum Thema Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik in einem neuen Buch des vielfach mit Preisen bedachten mittelfränkischen Schriftstellers Godehard Schramm.

Das Buch „WeitLandWeit GroßstadtlosGroß“ stellt, wie es im Untertitel heißt, ein Porträt des Landkreises Neustadt/Aisch dar. Dennoch schweift Autor Schramm auf einigen Seiten in die bundesweite und internationale Flüchtlingspolitik und –situation ab. Beispielsweise bezeichnet er die „Abhauer aus verschiedenen afrikanischen Ländern sowie aus Syrien“, wie er die Flüchtlinge nennt, auch als „Asyl-Erpresser oder Einwanderungs-Einbrecher, die, mit nichts anderem behaftet als mit ihrer nackten Existenz, bei der Ankunft uns ihre leibeigene Pistole auf die Brust setzen und uns mit ihrem Schicksal nötigen, ihnen auf der Stelle ein besseres Leben zu ermöglichen.“

Godehard Schramm schreibt in seinem Buch ferner von einer „Flut von Einbrechern, die vorsätzlich unsere Grenzen überschreiten und das Land mit Verantwortungsbeschlag zwingen“. „Das Unheil der unbewaffneten Invasion Europas“, wie es in dem Werk heißt, begann aus Sicht des Schriftstellers damit, „dass Papst Frankziskus auf die Insel Lampedusa reiste und alle, die da übers Meer kamen, als Flüchtlinge schon zu Lebzeiten selig sprach.“ Und weiter: „In dieser heillosen Überflutung, die aus panischer Flucht entsteht, wird das Zurückweisen der Geflohenen immer schwieriger, und viele von ihnen werden empört sein, dass die erhoffte Zuwendung jedem Einzelnen gegenüber nicht mehr möglich
scheint.“ „ Müssen wir nun als Integrations-Forderer unsererseits nächstens nicht alle noch Syrisch lernen?“, fragt er zynisch.

Für uns in der Bürgerbewegung für Menschenwürde stellt sich die Frage, ob mit der Veröffentlichung solcher unsäglich rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen nicht schon der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist. Hier werden Menschen, die in Not aus ihrer Heimat fliehen, verächtlich gemacht, mit Zynismus und Häme bedacht, pauschal diffamiert und beleidigt. Schramm macht mit einer Wortwahl, wie sie ansonsten nur von übelsten rechtsextremen Populisten gebraucht wird, Stimmung gegen eine ganze Menschengruppe. Das ist als Kunst verkleideter Rassismus pur, abstoßend, unsäglich und eines Künstlers mit diesem Bekanntheitsgrad und dieser Reputation
unwürdig.

Der Skandal wächst noch an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass die Herausgabe des neuen Schramm-Buchs unter anderem vom Neustädter Landrat Helmut Weiß, seinem Vorgänger Walter Schneider, der Sparkasse Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und von Dr. Norbert Teltschik, vom IHK-Gremium Neustadt „großzügig unterstützt“ wurde, wie es in dem Buch heißt.

Godehard Schramm ist unter anderem Träger des Wolfram-von Eschenbach-Kulturpreises des Bezirks Mittelfranken, des Friedrich-Baur-Preises der Akademie der Schönen Künste, des Kulturpreises der Oberfrankenstiftung, des Preises des Kulturfonds der Familie Tucher, des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Ehrenkreuzes des Pegnesischen Blumenordens.

PM v. 23.3.2017
Ulrich Rach
Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e. V.
Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach
www.buergerbewegung-ansbach.de

1 Kommentar

  1. Lothar Mayer

    Lesen Sie den Beitrag in „Katholisches“ vom 6. Februar 2014.
    „Populismus von Papst Franziskus „ohne Wirkung auf religiöses Leben“, dann wissen Sie, mit wem Sie es zu tun haben.

    Ich bin auf diese Haltung des Autors und Kulturpreisträgers in dem Buch „Zweite Heimat Gardasee“ aufmerksam geworden und mich fröstelt immer noch, wenn ich an seine Schilderungen der Osterprozessionen am See denke.