An einem mittelfränkischen Förderzentrum haben sich mehrere KollegInnen zusammengetan, um ihre Überlastung aufgrund ihrer momentanen Arbeitsbedingungen öffentlich zu machen und Verbesserungen an den Schulen zu erreichen. Der Aufruf soll bayernweit gelten.

Die Erklärung der mittelfränkischen KollegInnen und ihr Brief an die Regierung von Mittelfranken:

Lieber Kollege/ liebe Kollegin!

Haben Sie schon einmal überlegt, was Sie angesichts Ihrer momentanen Arbeitsbedingungen tun können?

Unser Vorschlag: Schreiben Sie zusammen mit Ihren KollegInnen einen Brief an die Regierung! Im Anhang finden Sie eine Vorlage, die Sie so oder für Ihre Schule abgeändert verwenden können.

Ziel ist es, dass von möglichst vielen Schulen möglichst viele KollegInnen an die für sie zuständige Regierung schreiben, um eine bayernweite Wirkung und eine mittel- oder langfristige Arbeitsverbesserung zu erzielen.

Dabei sollen nicht einfach Ressourcen von einer Schule an die andere verschoben werden, sondern allgemeine Verbesserungen erreicht werden. Uns ist es wichtig, dass nicht nur von Schulleitungen oder Gewerkschaften die Probleme an den Schulen geschildert werden, sondern gerade von den KollegInnen, die tagtäglich damit konfrontiert sind.

Hintergrund
An einem mittelfränkischen Förderzentrum haben sich mehrere KollegInnen entschieden, nicht nur zu jammern, sondern angesichts einer Unmenge an Aufgaben etwas zu unternehmen und ein Signal nach außen zu setzen, dass wir unter diesen Umständen nicht zufriedenstellend und professionell arbeiten können.

Zunächst entstand der Gedanke, individuelle Überlastungsanzeigen zu stellen mit dem Ziel einer Entlastung und Abgabe der Verantwortung für Fehler, die aus der Überlastungssituation resultieren. Grundlage hierfür: Gemäß den §§ 15 bis 17 des Arbeitsschutzgesetzes sind Beschäftigte verpflichtet, dem Arbeitgeber unmittelbare erhebliche Gefahren anzuzeigen, die die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten sowie aller davon Betroffenen gefährden. Sie sind berechtigt, dem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes zu machen.

Dagegen sprechen jedoch drei Argumente:

  • Wir wurden von Vertreterinnen der Berufsverbände gewarnt, dass sich eine Überlastungsanzeige auf die dienstliche Beurteilung auswirken könnte (mangelnde Belastbarkeit). Dies wäre zwar nicht zulässig, es wäre aber auch nicht nachweisbar, ob die dienstliche Beurteilung aufgrund der Überlastungsanzeige oder aus anderen Gründen schlechter ausfiele.
  • Man hat uns gesagt, das Arbeitsschutzgesetz sei bei Beamten nur bedingt anwendbar.
  • Es handelt sich eigentlich nicht um eine Überlastung aufgrund von individuellen Persönlichkeitsmerkmalen, sondern aufgrund von strukturellen Gegebenheiten, die von uns nicht beeinflussbar sind.

Aufgrund dessen entwarfen wir diesen Brief, der aufzeigt, dass der professionelle sonderpädagogische Betrieb unter den gegebenen Bedingungen gefährdet ist. Hier kann eine Unterschriftenliste von KollegInnen beigefügt werden, so dass nicht der/die Einzelne in der alleinigen Verantwortung steht.

Es ist zwar kein rechtlich gültiges Instrument, aber wir hoffen, dass wir dadurch auf unsere Situation aufmerksam machen können und – sicher nicht von heute auf morgen, aber auf längere Sicht – Veränderungen bewirken werden.

Auch wenn Sie selber keinen Handlungsbedarf sehen, verbreiten Sie bitte diesen Brief weiter!

Rückmeldungen, ob Sie oder Ihr Kollegium sich grundsätzlich vorstellen können, sich an dieser Aktion zu beteiligen, bitte, wenn möglich, bis Mittwoch, 21.6. 2017 an uns. (Hierzu besteht natürlich keinerlei Verpflichtung!)

Mailadresse für die Rückmeldung: SchuleimAufbruch [klammeraffe] web.de

Wir haben diese E-Mail-Adresse eingerichtet

  • für etwaige Rückfragen,
  • für eine Vernetzung der Aktionen,
  • für eine Planung der weiteren Schritte,
  • für einen Austausch der Reaktionen.

Wir werden alle Rückmeldungen vertraulich behandeln und nicht weitergeben. Natürlich freuen wir uns auch über spätere Rückmeldungen!

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Ihre KollegInnen


Download des Briefes an die Regierung im docx-Format (MS-Office) oder im odt-Format (LibreOffice)

GEW-Forderungen gegen Lehrkräftemangel

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

landesweit erreichten uns Berichte über unhaltbare Zustände der Unterrichtsversorgung. Schon zu Beginn des Schuljahres war die Personaldecke der Mobilen Reserven zu kurz. Dass im Februar mehr als 400 Lehrkräfte ihren Ruhestand antraten, war zwar Monate vorher bekannt, hat das Ministerium aber offenbar überrascht. Es reagierte hektisch mit Aushilfsverträgen und der Bitte um Mehrarbeit. Sofort setzte die GEW ihre Forderungen dagegen: … weiter

08. März 2017 · Kommentare deaktiviert für GEW-Vorschläge gegen Lehrer*innenmangel an Grund- und Mittelschulen · Kategorien: Arbeitsplatz, Sozial- und Bildungspolitik · Tags:

Die Schuld den Schwächsten zuschieben – so lässt sich der Lehrer*innenmangel nicht beheben, sagt die GEW und erneuert ihre Vorschläge

Mitteilung: GEW Bayern

„Wenn das bayerische Bildungsministerium die akuten Personallücken in den Grund- und Mittelschulen nun geflüchteten Kindern in die Schuhe schieben will, dann ist das weder mit der Wahrheit noch mit der geforderten Achtung vor den Schwächsten zu vereinbaren“, sagte Anton Salzbrunn, der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern heute in München zur Aussage des Ministeriumssprechers. Weiterlesen »

28. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Teilzeit ist Teilzeit – nicht nur bei der Zahl der Unterrichtsstunden! · Kategorien: Arbeitsplatz, Recht und Unrecht

Personalnachrichten der GEW Ansbach

Die Personalnachrichten der GEW Ansbach für alle Lehrkräfte und ErzieherInnen als Infoblatt – auch außerhalb Ansbachs -, zum Ausdrucken und Behalten für sich oder zum Weiterverteilen – per Mail oder als Kopie. 

Und darum geht’s:

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

falls Sie sich entschieden haben, (wieder) einen Antrag auf Ermäßigung der wöchentlichen Arbeitszeit zu stellen, dann möchten wir Sie auf eine neue Rechtslage hinweisen. Diese betrifft nicht die aktuellen Einschränkungen des Art. 88 BayBG durch das Schreiben des KM vom 14.12.16, sondern die Klarstellungen durch das höchste deutsche Verwaltungsgericht.

Ganz gleich, ob Sie TZ-Möglichkeiten nach Art. 88 (Antrags-TZ), Art. 89 (familienpolitische TZ) oder Art. 91 BayBG (Altersteilzeit) nutzen, nehmen Sie für die Kürzung der Unterrichtsverpflichtung bekanntlich erhebliche finanzielle Einbußen und Kürzungen Ihrer ersorgungsansprüche in Kauf.

Download der Ausgabe als pdf-Datei

14. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Medikamentengabe durch Lehrkräfte · Kategorien: Arbeitsplatz, Recht und Unrecht · Tags:

Personalnachrichten der GEW Ansbach

Die Personalnachrichten der GEW Ansbach für alle Lehrkräfte und ErzieherInnen als Infoblatt – auch außerhalb Ansbachs -, zum Ausdrucken und Behalten für sich oder zum Weiterverteilen – per Mail oder als Kopie. 

Und darum geht’s:

Man kennt das: Ein Schüler muss in der Schule ein wichtiges Medikament einnehmen, sonst wird der Schultag ungemütlich, ein anderer soll einfach nur zuverlässig an die Einnahme seiner Pillen erinnert werden und wieder ein anderer braucht zeitgenau seine Insulinspritze. Mittlerweile Alltag an unseren Schulen – aber:

Muss ich als Lehrkraft dies alles auch noch übernehmen? Was ist, wenn mir dabei ein Fehler unterläuft? …

Download der Ausgabe als pdf-Datei

06. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für SPD fordert „Masterplan Schulsanierung“ · Kategorien: Arbeitsplatz · Tags:

bayernspd-landtag-logoAntwort auf SPD-Anfrage offenbart: Staatsregierung hat keine Ahnung, welche Schulen in welchem Umfang saniert werden müssen

Mitteilung: BayernSPD Landtagsfraktion

Die Bayerische Staatsregierung weiß nicht, wie viele Schulen in Bayern in welchem Umfang sanierungsbedürftig sind. Das zeigt die Antwort auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Ruth Müller. „Es gibt einen massiven Sanierungsstau bei den Schulgebäuden – überall in Bayern. Die Staatsregierung will davon aber nichts wissen und agiert nach dem Motto: ‚Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß‘. Ein unmögliches Verhalten, schließlich hat die CSU-Regierung das Thema Bildung zu einem der Schwerpunkte ihrer Arbeit erklärt.“

Zwar seien die Kommunen für die Instandhaltung der Schulgebäude zuständig, erklärt Müller. Trotz Förderprogramme, hätten diese aber oftmals nicht genug Geld, um die erforderlichen Baumaßnahmen umzusetzen. „Die Leidtragenden sind Schüler und Lehrer, die manchmal sogar in Containern untergebracht werden müssen. Bei den Temperaturen im Moment, ist das sicherlich nicht gerade ideal.“

„Wir brauchen einen ‚Masterplan Schulsanierung‘ in dem sich die Staatregierung verpflichtet, die Kommunen besser zu unterstützen“, unterstreicht die SPD-Politikerin. „Dafür muss aber erst mal bekannt sein, wie hoch der Sanierungsbedarf landesweit überhaupt ist. Ich fordere die Staatsregierung auf, eine umfangreiche und detaillierte Erhebung zu machen und das Thema schnell und wirkungsvoll anzugehen!“

PM v. 5.12.2016
BayernSPD Landtagsfraktion
bayernspd-landtag.de

12. September 2016 · Kommentare deaktiviert für Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ausbildungsstart · Kategorien: Arbeitsplatz · Tags: , , , ,

Zur Information für Lehrkräfte

dgb.gifMitteilung: DGB Bundesvorstand

Für zahlreiche Jugendliche hat das neue Ausbildungsjahr schon am 1. August angefangen, für andere beginnt der Start in einen neuen Lebensabschnitt in den kommenden Wochen. Gerade am Anfang stellen sich viele Fragen: Was ist beim Ausbildungsvertrag zu beachten? Wer regelt, wann und wo ich arbeiten muss? Muss ich wirklich Überstunden machen? Und was ist, wenn es einfach nicht passt – kann ich dann den Ausbildungsplatz wechseln?

Die DGB-Jugend hat seit über zehn Jahren ein kostenloses Online-Beratungsangebot: Dr. Azubi. Auf www.dr-azubi.de können Auszubildende anonym Fragen stellen und erhalten dann innerhalb kurzer Zeit eine kompetente Antwort. „Es empfiehlt sich, gleich von Beginn an seine Rechte und Pflichten zu kennen. Wir wollen die Jugendlichen dabei unterstützen“, sagt Florian Haggenmiller, DGB-Bundesjugendsekretär. Auch in diesem Jahr wird die DGB-Jugend bundesweit im Rahmen der „Berufsschultour“ an Berufsschulen unterwegs sein und Auszubildende direkt über ihre Rechte und Pflichten informieren. „Als Gewerkschaftsjugend sind wir die Experten für alle Fragen rund um die Ausbildung. Für bessere Ausbildungsbedingungen sind wir Ansprechpartner“, so Haggenmiller.

Als Orientierung hat Dr. Azubi die häufigsten Fragen in einem Katalog unter www.jugend.dgb.de zusammengefasst und beantwortet. Darüber hinaus sind individuelle Fragen willkommen. Im vergangenen Jahr haben rund 7.000 Auszubildende Rat bei Dr.Azubi gesucht und sich über ihre Rechte informiert.

 

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick: Weiterlesen »

29. Juli 2016 · Kommentare deaktiviert für Migrant*innen dürfen auch in der Schule nicht Spielball finanzpolitischer Interessen sein · Kategorien: Arbeitsplatz, Sozial- und Bildungspolitik, Unterricht und Erziehung · Tags: , ,

Die Bildungsgewerkschaft GEW Bayern zu den Haushaltsberatungen der Staatsregierung

Mitteilung: GEW Bayern

Im laufenden Schuljahr 2015/16 gab es viel zu wenig Plätze für Sprachanfänger*innen an Grund- und Mittelschulen in Bayern. Der Grund: Die Staatsregierung hat über Jahre hinweg deutlich zu wenig Planstellen für Lehrkräfte geschaffen und damit gut ausgebildete Lehrkräfte nicht eingestellt. Kinder und Jugendliche, die neu nach Deutschland kommen, brauchen die Chance, zwei Jahre verlässlich in einer Klassengemeinschaft unterrichtet und gefördert zu werden. Für viele Schüler*innen ist die Übergangsklasse der erste stabile Anlaufpunkt in einer sonst völlig neuen Umgebung. Dies ist in der Regel der Ort, an dem Sprachprobleme keine große Rolle spielen und an dem die ungewohnten Erfahrungen ausgetauscht werden können. Weiterlesen »

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