Mitteilung: GEW Bayern

Ab dem 8.9. startet die sogenannte „Demo für alle“ eine neue Bustour durch Deutschland. Wegen der Landtagswahl werden in Bayern gleich zwei Städte mit ihren rückwärtsgewandten, antifeministischen und homophoben Akteur*innen konfrontiert: am 8.9. startet die Tour in Regensburg, am 15.9. endet sie in München. Der Bus fährt unter dem Motto: „Stoppt übergriffigen Sex-Unterricht! Schützt unsere Kinder! Aufklärung ist Elternrecht.“

Die GEW Bayern weist diese Angriffe gegen das pädagogische Fachpersonal in Kita und Schule vonseiten des Netzwerkes entschieden zurück. Die GEW stellt darüber hinaus klar: Aufklärung ist nicht nur Elternrecht, sie ist auch Staatsaufgabe, wie es auch das Grundgesetz, die bayerische Verfassung und das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen vorsieht.

Die sexistische, homo- und transfeindliche „Demo für alle“ stellt sich seit Jahren bundesweit gegen eine fortschrittliche Sexualerziehung. Ihre Akteur*innen, allen voran ihre Organisatorin Hedwig von Beverfoerde, waren auch die treibende Kraft hinter der Verwässerung der bayerischen Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen, die im Dezember 2016 in Kraft traten. Im Rahmen der schulischen Sexualerziehung wendet sich die „Demo für alle“ gegen die Einbeziehung externer Sexualpädagog*innen und Ehrenamtlicher der Aufklärungsprojekte. Für „Demo für alle“ und ihre Anhänger*innen ist Sexualaufklärung ausschließlich Elternrecht. Damit stellen sie sich gegen den gesetzlich geregelten Bildungsauftrag, den staatliche Bildungseinrichtungen erfüllen müssen. Daneben erkennen sie nur die heterosexuelle Ehe und Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, an. Die Strategie des Gender-Mainstreaming, mit der die Gleichstellung der Geschlechter gefördert werden soll, lehnen sie ab, indem sie sie als Ideologie verunglimpfen, die letztlich nur die Auflösung von Ehe und Familie zum Ziel habe. Gender Studies sind ihnen ebenfalls ein Dorn im Auge.

Lesbische, schwule, bi-, trans*- oder inter*-geschlechtliche Identitäten (LGBTI*) müssten – da sie veränderbar seien – nicht akzeptiert werden. Mit diesen kruden Ideen geht die „Demo für alle“ konform mit anderen rechten bis rechtsextremen Gruppierungen.
Die GEW Bayern wendet sich gegen dieses reaktionäre und menschenverachtende Geschlechterbild: Sie steht ein für Geschlechtergerechtigkeit und Akzeptanz der LGBTI*-Identitäten in allen Bildungseinrichtungen, und zwar sowohl aufseiten der Kinder und Jugendlichen als auch aufseiten des pädagogischen Fachpersonals. Nur so kann Vielfalt an Bildungseinrichtungen gelebt werden, kann Mobbing vorgebeugt werden und der hohen Suizidrate unter LGBTI*-Kindern und Jugendlichen entgegengetreten werden.

Die GEW Bayern fordert deshalb:

  • eine gendergerechte Ausbildung aller pädagogischen Fachkräfte
  • Unterrichtsmaterialien, die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt thematisieren
  • keinerlei Einschränkungen bei den Gender Studies
  • Schluss mit der Verunglimpfung externer Sexualpädagog*innen und Ehrenamtlicher
  • Gendergerechtigkeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen

Wir rufen deshalb gemeinsam mit unseren Unterstützer*innen zum Protest auf, in Regensburg und in München. An beiden Orten ist kein Platz für Ausgrenzung und menschenverachtende Hetze! Wir treten ein für Akzeptanz aller geschlechtlichen Identitäten, für Vielfalt und Emanzipation statt Einfalt und Unterdrückung!

Protestaktion am 08.09.2018 in Regensburg: 12:00 bis 18:00 Uhr am Domplatz (Südseite)
Protestaktion am 15.09.2018 in München: 12:00 bis 13:00 Uhr am Wittelsbacher Brunnen am Lehnbachplatz


PM v. 7.9.2018
Elke Hahn
Geschäftsführerin
GEW Bayern
www.gew-bayern.de

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