Mitteilung: GEW Bayern

Aufgrund der zunehmend desaströsen Personalsituation an vielen Schulen Bayerns, schlägt die Bildungsgewerkschaft GEW eine vorübergehende Reduzierung des Unterrichts vor, um der massiven Arbeitsbelastung der Lehrkräfte entgegenzuwirken.

Obwohl bereits zahlreiche Maßnahmen, wie die Aussetzung des Lotsendienstes oder der Externen Evaluation umgesetzt wurden, herrscht in vielen Regierungsbezirken, gerade an Grund-, Mittel- und Förderschulen, nach wie vor akuter Lehrkräftemangel. Pensionierungen, Langzeiterkrankung, Schwangerschaften oder Grippewelle sind die Gründe für diesen Zustand. In einigen Bezirken können hunderte Lehrerstunden nicht besetzt werden. Die Folge: Unterrichtsausfall, Zusammenlegung von Klassen oder Streichung notwendiger Förderangebote.

Zur aktuellen Situation die Sprecherin der GEW-Landesfachgruppe Grund- und Mittelschulen, Ruth Brenner: „In vielen Regierungsbezirken kann der aktuelle Lehrerbedarf bei weitem nicht mehr gedeckt werden. Kolleginnen und Kollegen berichten uns, dass zunehmend mehr Studierende und Drittkräfte eingesetzt werden, teils mit hohen Unterrichtsverpflichtungen. Die Situation hat sich auch unter dem neuen Kultusminister nicht verbessert. So kann es nicht weitergehen“, resümiert die Gewerkschafterin.

Die Bildungsgewerkschaft bringt nun einen neuen Gedanken ins Spiel: Da die Belastungen der Kolleg*innen nicht reduziert werden und sogar immer neue Aufgaben hinzukommen – zu nennen ist hier beispielsweise die übereilte Einführung des Pflichtfaches Informatik in den Mittel- und Förderschulen ab dem kommenden Schuljahr – muss in Zeiten des Lehrkräftemangels ein Umdenken stattfinden. Einen konkreten Vorschlag hat die GEW auch.

Dazu Brenner weiter: „Anstatt die Belastungen stetig auszubauen, geht unser Vorschlag in eine ganz andere Richtung: die vorübergehende Reduzierung der Stundentafel bzw. des Unterrichts. Eigentlich ist es recht simpel. Wenn es zu wenig Lehrkräfte gibt, die den Unterricht abhalten können, muss einfach weniger Unterricht stattfinden. Dieser Vorschlag würde nur die Realität abbilden, denn momentan fällt der Unterricht ohnehin massenhaft aus bzw. kann oft kein vernünftiger Unterricht mehr stattfinden, wenn mehrere Klassen zusammengelegt werden müssen.“ Eine gleichmäßige und geregelte Stundenreduzierung sei allemal gerechter und sinnvoller, anstatt das noch vorhandene Personal völlig zu verschleißen oder in einzelnen Regionen Schüler*innen überproportional mit Unterrichtsausfall zu belasten, so die Gewerkschafterin.

Die Bildungsgewerkschaft fordert das Kultusministerium auf entsprechende Maßnahmen zu diskutieren und ermutigt die bildungspolitischen Entscheidungsträger*innen, Mut zu beweisen und wirklich hilfreiche Schritte in die Wege zu leiten.


PM v. 10.5.2019
Anton Salzbrunn
Vorsitzender GEW Bayern
www.gew-bayern.de

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