20. Juni 2019 · Kommentare deaktiviert für Verseuchung durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in Grundwasser und Böden: Bundesregierung veröffentlicht Liste der Kontaminationen außerhalb von Kasernen · Kategorien: Bildung und Soziales · Tags: , , ,

Sechs von neun bekannten Fällen liegen im Umfeld von Liegenschaften der US-Armee

Mitteilung: Harald Weinberg, MdB

Die Bundesregierung hat auf Anfrage des gesundheitspolitischen Sprechers der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Harald Weinberg, erstmals eine Liste von Verseuchungen durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) außerhalb von militärisch genutzten Flächen veröffentlicht (siehe Anlage). Von 125 Verdachtsmomenten im Jahr 20181 haben sich inzwischen 36 bestätigt. Davon hat sich an neun Standorten die Kontaminierung von Gewässer und Böden bereits außerhalb der Kasernen ausgeweitet. Sechs dieser Fälle liegen demnach im Umfeld von Bundesliegenschaften, die von der US-Armee genutzt wurden oder werden.

Dabei handelt es sich um Ansbach-Katterbach und Grafenwöhr (beide Bayern), Ramstein, Spangdahlen und die frühere Bitburg Air Base (alle Rheinland-Pfalz) sowie die Lucius-D.-ClayKaserne im hessischen Erbenheim. Unter aktuell oder ehemals von der Bundeswehr genutzten Kasernen sind Manching, Memmingerberg und Penzing (alle Bayern) betroffen. PFC gilt als krebserregend und als die Fruchtbarkeit einschränkend. Als Ursache wird mitunter die Verwendung von Löschschäumen angegeben.

MdB Harald Weinberg erklärt zu der vorgelegten Liste: „Der Häufung der Vergiftung von Böden, Bächen und Brunnen im Umfeld von US-Kasernen muss nachgegangen werden. Wurden die Chemikalien dort in höherer Konzentration oder anderer Zusammensetzung als anderswo eingesetzt? Oder setzte das US-Militär PFC-haltige Stoffe auch in jüngerer Zeit ein?“

Besorgt ist der Gesundheitspolitiker mit Blick auf die Auswirkungen für das Grundwasser. Im fränkischen Ansbach etwa verzögere die US-Armee die Behebung der Schäden seit annähernd fünf Jahren: „Das Gift sickert ja immer weiter, wenn nicht schnell saniert wird. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie Druck auf die Verursacher der Verseuchung macht. Das muss nicht zuletzt für die USA gelten.“

Anlage: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901649.pdf


PM v. 5.6.2019
Harald Weinberg, MdB
www.harald-weinberg.de

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