Mitteilung: Ansbacher Bündnis gegen Altersarmut

Es geht weiter für das Ansbacher Bündnis gegen Altersarmut. Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung am 9. Juli versammeln sich die Gewerkschaftler, Rentner, Ehrenamtliche und auch jüngere Interessierte kommenden Donnerstag, 25. Juli 2019, um 19 Uhr im TreffPunkt der SonnenZeit, Rosenbadstraße 7 in Ansbach. Ziel des Treffs ist die Festigung des Bündnisses und ein näheres Kennenlernen.

Bereits die vergangene Informations- und Diskussionsrunde am 9. Juli zeigte, dass der Bedarf an einer lebenswürdigen Rente groß ist. Rund 25 Teilnehmer horchten der österreichischen Gewerkschafterin Anne Rieger aus Graz zu, wie sie in ihrer Präsentation die Entwicklung der Rente in Österreich und Deutschland verglich. Die Zahlen sorgten beim Publikum für Empörung. Die durchschnittliche Bruttorente der Männer, die im Jahr 2016 in Altersente gingen, betrug 2.001 Euro. In Deutschland lag der entsprechende Vergleichswert bei 1.253 Euro. Neurentner in Österreich erhalten also um 60 Prozent höhere Bezüge aus der gesetzlichen Rentenkasse. Aber warum eigentlich? Rieger sieht den Grund in den Demonstrationen in Wien im Jahr 2003.
Während in Deutschland die Riesterrente ohne Proteste eingeführt wurde, empörten sich die Österreicher über dieses System der Altersvorsorge auf den Straßen. Die damalige rechts-konservative Regierung (ÖVP/FPÖ) musste einlenken. Zu den Aktionen hatten der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und seine Einzelgewerkschaften aufgerufen.

Der folgende Vortrag von ver.di-Seniorenmitglied Hans Webersberger richtete sich hingegen an die „jungen“, derzeitigen Arbeitnehmer. Ansbach sei das Zentrum der „prekären Beschäftigung“ in Mittelfranken. Das bedeutet für die Arbeiter: keine Festanstellung, zu wenig Lohn, keine soziale Absicherung und eine ungewisse Zukunft. Laut dem Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) gingen 2016 43,7 Prozent, also fast die Hälfe, der Ansbacher Beschäftigten atypischen Jobs nach, inbegriffen sind aber sowohl Teilzeit- als auch Leiharbeit und Mini-Jobs. Webersberger richtet seine Warnung an die Jungen: „Mit Fridays for Future haben Sie schon eine Bewegung ins Leben gerufen, die Regierungen zum Umdenken bringen. Das gleiche würde ich Ihnen auch für die zukünftige Rente wünschen.“

Beide Vorträge sorgten für viel Gesprächsstoff in der nachfolgenden Diskussionsrunde. Nicht nur die Themen Renten und Altersarmut standen im Raum. Auch Mieten, die Grundversorgung der Menschen Deutschland, aber auch private Probleme lagen den Gästen auf den Herzen.

Nächstes Treffen: Donnerstag, 25. Juli 2019, um 19 Uhr, TreffPunkt der SonnenZeit, Rosenbadstraße 7


PM v. 19.7.2019
Nicole Wrodarczyk (Text)
Sozialpolitisches Bündnis Ansbach
Beteiligte Organisationen:

DBG
GEW
IG Metall

Seniorenbeitrag Stadt Ansbach
SonnenZeit Freiwilligenagentur e.V.
Tafel Ansbach
vdK
ver.di
AWO

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