14. Januar 2020 · Kommentare deaktiviert für Projektwoche reicht nicht aus – Alltagskunde muss fächerübergreifend dauerhaft an den Schulen vermittelt werden · Kategorien: Meinungen und Kommentare, Unterricht und Erziehung · Tags: ,

Mit dem neuen Konzept „Schule fürs Leben“ sollen den bayerischen SchülerInnen künftig Alltagskompetenzen im Unterricht verstärkt vermittelt werden. Der Originalbericht aus der Kabinettssitzung v. 13.1.2020 in München ist hier nachzulesen:

https://www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzung-vom-13-januar-2020/#2

(Scrollen bis Punkt 2 sichtbar ist: „Schule fürs Leben“: Alltagskompetenz und Lebensökonomie wird fester Teil des Schullebens / Bayern stärkt Bezug der Schüler zur Praxis und Lebenswelt)

Kritik kommt aus der SPD:


Bildungspolitische Sprecherin der SPD Dr. Simone Strohmayr: Zusätzliches Personal an den Schulen muss Lehrerinnen und Lehrer unterstützen

Mitteilung: BayernSPD-Landtagsfraktion

Die bildungspolitische Sprecherin Dr. Simone Strohmayr kritisiert angesichts der heutigen Kabinettsitzung, dass die Staatsregierung Alltagskunde nur als Projektwoche an den Schulen etablieren will – obwohl der Ministerpräsident vorletztes Jahr ein eigenes Schulfach angekündigt hatte. “Zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler kommen ohne Frühstück in die Schule. Bei vielen Kindern und Jugendlichen fehlen Grundkenntnisse über Kochen und Haushaltsführung. Zwölf Prozent der jungen Menschen zwischen 13 und 17 Jahren haben bereits Schulden. Hier muss die Schule einen Beitrag leisten, um diese eklatanten Wissenslücken auszugleichen – und zwar nicht auf Kosten der ohnehin überlasteten Lehrerinnen und Lehrer, sondern mit zusätzlichem Personal, etwa Hauswirtschaftlerinnen und Hauswirtschaftlern.”

Eine Projektwoche reiche für die Vermittlung der Inhalte nicht aus. Stattdessen, so die Bildungsexpertin, müssten Alltagskunde und Lebensökonomie dauerhaft und fächerübergreifend behandelt werden. “Die Alltagskunde muss vor allem neben dem eigentlichen Unterricht stattfinden: etwa, indem die Schülerinnen und Schüler unter professioneller Aufsicht einer Hauswirtschaftskraft bei der Zubereitung des Mittagessens mit eingebunden werden.”

Die schwäbische Bildungsexpertin warnt davor, dass Inhalte, die in einer Projektwoche gelehrt werden, schnell wieder in Vergessenheit geraten können. “Niemand kann behaupten, sich in einer Woche Crash-Kurs, wie sie der Staatsregierung vorschwebt, Basiswissen über Lebensmittel oder gar fundierte Kochkenntnisse anzueignen. Das Ziel, etwa gesündere Ernährung – und damit übrigens Nachhaltigkeit und Bewusstsein für Lebensmittel – in den Köpfen zu verankern, wird so leider scheitern.”


13.1.2020
BayernSPD-Landtagsfraktion
www.bayernspd-landtag.de

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