Anna Toman, Schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen in Bayern: Schulfamilie muss verschlafenen Schulstart 2020 ausbaden 

„Mit lediglich 800 Teamlehrkräften will der FW-Kultusminister die Lücke von ca. 4000 Lehrerinnen und Lehrern, die coronabedingt zu einer Risikogruppe gehören und deshalb keinen Präsenzunterricht leisten können, füllen. Hinzu kommt, dass Teamlehrkraft zwar ein schöner Begriff ist, sich dahinter aber Ungeschulte verbergen, die keinerlei Erfahrung haben vor einer Klasse zu stehen und gerade jetzt nicht pädagogisch angemessen auf schwierige Situationen zu reagieren. Und die Tatsache, dass diese erst gesucht werden, lässt vermuten, dass die meisten von ihnen nicht vor Weihnachten eingesetzt können, geschweige denn ab nächsten Dienstag zum Schulstart.

Die mangelnde Lehrerversorgung – gerade an Grund-, Mittel und Förderschulen prekär – hat sich in Corona-Zeiten noch verschärft. Die Lehrkräftekrise, die sich seit Jahren durch die Politik der Staatsregierung zieht, trifft auf die Corona-Krise und einen verschlafenen FW-Kultusminister. Hier brennt es lichterloh und das alles muss die Schulfamilie jetzt ausbaden.

Wir brauchen deutlich mehr Planstellen für alle Schularten und eine Erhöhung der Besoldung auf A13 für Grund- und Mittelschullehrkräfte, um den Beruf attraktiver zu machen, damit wir den Lehrkräftemangel auf lange Sicht in den Griff bekommen.

Lehren und Lernen in Pandemiezeiten ermöglichen, klare Vorgaben machen und diese rechtzeitig kommunizieren. Das war die zentrale Aufgabe für den bayerischen Schulstart am 8. September – und an der ist FW-Kultusminister Piazolo gescheitert.“


4.9.2020
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag
www.gruene-fraktion-bayern.de

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