Kurzfristige Schulöffnungen ab 15.2.? Faschingsferien streichen?

Stellungnahmen von Parteien, Politikern und Organisationen:


SPD: Absage der Faschingsferien zurücknehmen

Bildungspolitikerin Margit Wild: Erholung ist nötiger denn je

Die SPD-Landtagsfraktion setzt sich für den Erhalt der bayerischen Faschingsferien in diesem Jahr ein und hat dafür einen aktuellen Antrag in den Landtag eingereicht. “Gerade jetzt sind die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und Eltern durch das anstrengende Distanzlernen besonders gefordert und belastet. Alle haben Erholung dringend nötig”, erklärt die bildungspolitische Sprecherin Margit Wild. Ohne Faschingsferien lernen Bayerns Schülerinnen und Schüler von Ende der Weihnachtsferien bis zu den Osterferien elf Wochen ohne Pause: “Die Streichung der Ferien zeigt deutlich die Ignoranz des Ministers gegenüber den Belastungen des Lernens zuhause. Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler und Eltern sieht anders aus”, so die SPD-Bildungspolitikerin. (…)

25.1.2021
BayernSPD Landtagsfraktion
bayernspd-landtag.de


ÖDP: Fünf vor Acht ist sauber zu spät!
“Kurzfristige Schulöffnungen eine Belastung für alle Beteiligten”

“Man kann nicht fünf vor Acht die Schulen aufsperren und meinen, dass alles läuft!”, kritisiert der ÖDP-Bildungsbeauftragte Reinhard Retzer. “Kurzatmigkeit ist ein Symptom von Covid 19, von dem jedoch der Schulbetrieb nicht angesteckt werden darf.”
Er reagierte damit auf die Ankündigung von Kultusminister Michael Piazolo, erst Ende kommender Woche darüber zu entscheiden, ob und für welche Kinder die Schulen im Freistaat ab 15. Februar wieder öffnen. “Es ist eine enorme Belastung für alle Beteiligten, erst am Freitag zu erfahren, wie es am darauffolgenden Montag weitergeht.”
Ein Schreiben des Kultusministeriums könne in Sekundenschnelle verschickt werden, aber die Schulen bräuchten mehrere Tage Zeit als nur ein Wochenende, um sich auf die neue Situation einzustellen. “Eltern müssen informiert, Stundenpläne modifiziert und Busfahrpläne erstellt werden, um den Betrieb geordnet und ohne Hektik wieder in neue Spuren zu bringen. Die Zeit der gestrichenen Faschingsferien hätte dafür gut genutzt werden können.”
Die ÖDP Bayern fordert darüber hinaus einen 2-Jahresplan, um den Stress auf Eltern und Schulkinder zu mildern. “Wir brauchen kluge Konzepte für die nächsten beiden Schuljahre, die jetzt geplant und im Sommer vorgestellt werden.”

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/schulen-entscheidung-ueber-weitere-oeffnungen-erst-naechste-woche,SNrkBlp

3.2.2021
ÖDP Bayern

www.oedp-bayern.de


LINKE: Keine Streichung der Faschingsferien
DIE LINKE fordert eine Korrektur der Ferienplanung von Kultusminister Piazolo.

Die Landessprecherin der LINKEN, Katrin Flach Gomez, selbst Lehrerin, übt harsche Kritik an den aktuellen Maßnahmen des Kultusministeriums. Sie sieht es ebenso wie Gewerkschaft und Lehrerverbände, dass „die Lehrkräfte derzeit am Limit arbeiten“. So hat sie bereits viele Beschwerden von verzweifelten Lehrkräften gelesen, die von 10-12-Stunden-Arbeitstagen berichten. Denn der sogenannte Distanzunterricht erfordert zusätzliche Vor- und Nachbereitungszeit für die Pädagogen.

„Wer Erfahrungen mit täglichen mehrstündigen Videokonferenzen hat, kennt es: Man ist danach ausgepowert. Danach geht es für die Lehrkräfte weiter mit der Vorbereitung des nächsten Distanzunterrichts. Hinzu kommen Absprachen und Konferenzen zu den ständig wechselnden Regelungen aus dem Kultusministerium und der Einsatz in der Notbetreuung von Kindern berufstätiger Eltern. Auch die unterschiedlichen technischen Voraussetzungen unter Lehrer:innen- und Schüler:innenschaft machen das Arbeiten für alle Beteiligten nicht leichter. Wenn die Technik oder das Internet streikt, nützt der beste Online-Unterricht nichts, zumal Lehrer:innen überwiegend mit ihren privaten Endgeräten arbeiten müssen, was an sich schon absurd ist“, beschreibt die LINKEN-Sprecherin die Arbeitsbelastung für Lehrkräfte.

Auch für die Schüler:innen und Eltern ist es derzeit alles andere als leicht, da die Beschulung zuhause neben der Arbeit im Homeoffice zu Überforderung und Konflikten in den Familien führt. In einer solchen Situation auch noch die Faschingsferien zu streichen, beschreibt die LINKEN-Politikerin als „schlicht ignorant“. Sie fordert Kultusminister Piazolo auf, seine Entscheidung zu den Faschingsferien zurückzunehmen. Damit bekämen alle in den Schulen -Lehrkräfte, Schüler:innen und Eltern – die dringend nötige Verschnaufpause. Zum anderen könne die Ferienwoche nur vorteilhaft zur weiteren Senkung der Infektionszahlen sein, meint Flach Gomez.

3.2.2021
Katrin Flach
Landessprecherin
Die Linke.Landesverband Bayern
www.die-linke-bayern.de


Bündnis 90/Die Grünen: Schulfamilie entlasten – Faschingsferien in Bayern beibehalten
Grüner Dringlichkeitsantrag im Plenum am 4.2.21 – Anna Toman: Ferienwoche nutzen, um Schulbetrieb bis zu den Osterferien gut aufzustellen

„Schulfamilie entlasten: Beibehaltung der Faschingsferien in Bayern! Ferienwoche nutzen, um Schulbetrieb bis zu den Osterferien gut aufzustellen“, fordert der Dringlichkeitsantrag (Anhang) der Landtags-Grünen im Plenum am 4. Februar 2021. „Unsere Schulfamilie braucht die dringend benötigte pädagogische Verschnaufpause – und das FW-Kultusministerium hat eine weitere Woche, um den Schulbetrieb nach dem 22. Februar entsprechend zu organisieren und zu regeln“, erklärt die schulpolitische Sprecherin Anna Toman. „Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte tun ihr Bestes, die Belastungen sind enorm. Hier braucht es politische Unterstützung.“

2002 wurden die Winterferien eingeführt mit der Begründung, dass sich in der längsten Unterrichtsphase durch die Ferien eine kleine, aber pädagogisch sinnvolle Erholungspause ergibt, die den Schülern die Gelegenheit gibt, neue Kraft zu schöpfen und Lücken zu schließen. Anna Toman: „Gerade in dieser besonders anstrengenden und kräftezehrenden Zeit können wir unsere Schulfamilie nicht bis zu den Osterferien weiterschuften lassen.“ 

3.2.2021
Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
www.gruene-fraktion-bayern.de


SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach – die Präsidentin der Kultusministerkonferenz,Ernst –  Bundespräsident Steinmeier – der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Krüger und  Bundesfamilienministerin Giffey äußerten sich für eine Schulöffnung (Deutschlandfunk, 6.2.2021):

Stimmen für Schulöffnungen mehren sich
Politiker und Kinderschutzexperten mahnen eine baldige Öffnung von Kitas und Schulen an.
https://www.deutschlandfunk.de/corona-stimmen-fuer-schuloeffnungen-mehren-sich.1939.de.html?drn:news_id=1224505


SPD: Staatsregierung streicht Faschingsferien, hat aber keinen Plan für den Unterricht
Stellvertetende Fraktionsvorsitzende Margit Wild: Das Kultusministerium informiert erst am Freitag über den Unterricht in der darauffolgenden Woche – Treffen mit Schulfamilie ist nur Placebo

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Margit Wild hält das Vorgehen der Staatsregierung bei der Organisation des Unterrichts in den Faschingsferien für unzumutbar. Wie aus einem Schreiben des Kultusministeriums vom 5. Februar an die Schulleitungen hervorgeht, erhalten diese erst am kommenden Freitag Bescheid, wie der Unterricht in der Faschingswoche aussehen soll. “Das Ministerium macht sich hier komplett lächerlich. Die Ferien fallen aus, aber es gibt keinerlei Orientierung, wie der Unterricht gestaltet werden soll. Da kann ich nur sagen: Das Kultusministerium geht ohne Plan in die Ferien”, erklärt die Bildungspolitikerin.

Die SPD-Landtagsfraktion hatte wiederholt gefordert, dass die Ferien nicht ausfallen dürfen. “Die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und auch die Eltern brauchen dringend eine Pause”, sagt Wild. Die Streichung der Faschingsferien sei komplett ohne Beachtung der Bedürfnisse der Schulfamilie festgelegt worden. Mit Blick auf das heutige (8. Februar) Gespräch mit Vetretern von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern in der Staatskanzlei stellt die Regensburger Abgeordnete fest: “Dieses Treffen hätte viel früher stattfinden müssen, um in Abstimmung mit allen Beteiligten einen Stufenplan für den Wiedereinstieg in Wechsel- oder Präsenzunterricht zu erarbeiten. Heute hat dieses Treffen allenfalls die Wirkung eines Placebos.”

8.2.2021
BayernSPD Landtagsfraktion
bayernspd-landtag.de


Gemeinsame Erklärung:
Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen fordern vehement die Beibehaltung der Faschingsferien

Bayerischer Elternverband e. V.
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e. V.
Gemeinschaft Evangelischer Erzieher in Bayern e. V.
Gewerkschaft Erziehung u. Wissenschaft
Grundschulverband Landesgruppe Bayern e. V.
Landeselternverband Bayerischer Realschulen e. V.
Landesschülerrat in Bayern
Verband Sonderpädagogik Landesverband Bayern e. V.

7.2.2021
Henrike Paede
Stellvertretende Landesvorsitzende
www.bev.de