Arbeitsmarkt: Niedriglohnsumpf trockenlegen

Stiedl: „Steigende Lebenshaltungskosten und Armutslöhne bilden eine toxische Mischung.“

Mitteilung: DGB Bayern

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fordert der DGB Bayern mutige Reformen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Bayern.

Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern, hierzu: „Der Niedriglohnsumpf in Bayern muss schleunigst trockengelegt werden. Ebenso müssen aktuelle Kaufkraftverluste durch massiv gestiegene Lebenshaltungskosten und Energiepreise für die Beschäftigten umgehend abgefedert werden. Armutslöhne reichen weder im Hier und Jetzt noch im Alter. Es besteht somit dringender Handlungsbedarf, endlich mutige Reformen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik anzugehen.“

Laut Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) verdienen 15,3 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten in Bayern weniger als 2.284 Euro (bundesweite Armutsschwelle). Besonders Frauen sind hiervon betroffen. Von ihnen arbeiten gar 23,4 Prozent zu Niedriglöhnen (Männer zu 11,6 Prozent). Dabei werden Teilzeitbeschäftigte sowie Mini-Jobber*innen, deren Löhne in den meisten Fällen ebenfalls unter der Armutsschwelle liegen, hier noch gar nicht erfasst.

„Bayern muss endlich Gute Arbeit fördern. Steigende Lebenshaltungskosten und Armutslöhne bilden eine toxische Mischung. Die Verantwortlichen in Bund und Land müssen hier mutig gegensteuern. Für Bayern brauchen wir als Sofortmaßnahme ein Tariftreue- und Vergabegesetz, um dem größten Wildwuchs beim Thema Niedriglohn Einhalt zu gebieten“, so Stiedl abschließend.


31.05.2022
DGB Bayern
https://bayern.dgb.de

 

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