Groteske Forderung der bayerischen Sozialministerin und ein Angriff auf die Gesundheit der Beschäftigten!

GEW zu geforderter Arbeitszeiterhöhung

Mitteilung: GEW Bayern

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern zeigt sich empört über die Forderung der Sozialministerin Scharf zur Erhöhung der täglichen Arbeitszeit.

Er zeigt vor allem eins – so die Bildungsgewerkschaft, nämlich die Unkenntnis der Ministerin, wie es in Kitas und der Jugend- und Eingliederungshilfe wirklich zugeht. Die Beschäftigten brennen buchstäblich aus, viele verlassen das Berufsfeld nach wenigen Jahren, weil sie nicht mehr können. Es gibt nur wenige, die die Arbeit in der Kita in Vollzeit auf Dauer aushalten. Das ist die Realität in den sozialpädagogischen Berufen und was fällt der zuständigen Ministerin Ulrike Scharf dazu ein? Eine Ausweitung der Arbeitszeiten bis zu 12 Stunden täglich.

Die GEW nennt dieses Vorhaben auch einige Tage nachdem die Ministerin die Forderung erhoben hat, grotesk und lehnt es strikt ab. „Jahrelange verfehlte Sozial- und Bildungspolitik darf nicht weiter auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, empört sich der stellvertretende Landesvorsitzende Gerd Schnellinger.

Was die Kitas und die Einrichtungen der Jugendhilfe und Inklusion wirklich brauchen, ist gut ausgebildetes Personal, Zeit für die Menschen, beste Arbeitsbedingungen und kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich für die Kolleg*innen. Nur so wird das Berufsfeld wieder attraktiv für junge Menschen, die dringend benötigt werden.

„Arbeitszeiterhöhungen können und dürfen keine Antwort auf den Fachkräftemangel sein“ erläutert Gerd Schnellinger und ergänzt: „Die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales scheint das Arbeitszeitgesetz nicht zu kennen, schon jetzt sind gerade in der Sozialwirtschaft zu viele Ausnahmen von der Regel möglich, die müssen eher auf den Prüfstand gestellt werden. Arbeit darf nicht krank machen und das Privatleben leidet schon jetzt zu viel bei den Kolleg*innen.“


9.12.2022
GEW Bayern
www.gew-bayern.de