Löcher in der Mauer? Brandgefährlich!

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

von Jürgen Scherer*

Wer Brandmauern errichtet und sich dann nicht an die Vorschriften im Umgang mit ihnen hält, kann mir nichts, dir nichts in brandgefährliche Situationen geraten. Das beste Beispiel dafür ist der sich konservativ  gebende Bürgerblock in unserer Politik, also CDUCSU. Dabei fleißig und nahezu dränglerisch unterstützt von der Deutschlandausgabe der NZZ.

Dass CDUCSU gegen rechtsreaktionäre Politik und Gesinnung nicht gefeit sind, wissen wir schon länger, spätestens seit Söders Zusammenarbeit mit den Freien Wählern Hubert Aiwangers sogar genau und von der CDU durch ihre sporadische, aber nachweisbare „Zusammenarbeit“ mit der „AfD“ auf kommunaler Ebene, zwar immer wieder pflichtgemäß von der Bundesspitze um Herrn Merz verurteilt, aber letztlich in Kauf genommen.

Und jetzt, wo es für die CDU und Herrn Merz um Macht und Herrschaft geht, zeigt sich die Löchrigkeit der „Brandmauer nach Rechts“ immer deutlicher. Er nimmt bei seinem Griff nach der Macht die Unterstützung durch die „AfD“ halt mal hin(!) und wertet diese bis in die Führungsspitze hinein faschistoidaffine Partei damit ohne Not auf. Denn es gäbe die sinnvolle Alternative mit den anderen demokratischen Parteien, einen gangbaren Weg im Umgang mit der Asyl- und Migrationspolitik auszuhandeln. Weiterlesen

Fachtagung: Gemeinsam in Vielfalt lernen

Die GEW Bayern lädt gemeinsam mit ihren Bündnispartnern zur Fachtagung „Gemeinsam in Vielfalt lernen“ am 15. Februar 2025 in Dachau ein.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns, Sie zur Fachtagung „Gemeinsam in Vielfalt lernen“ des Bündnis Gemeinschaftsschule einzuladen, die am 15. Februar 2025 ab 09.00 Uhr in Dachau an der Montessori-Schule stattfinden wird. Gemeinsam möchten wir die Zukunft des bayerischen Bildungssystems diskutieren und den Weg zu einer chancengerechteren Schule für alle aufzeigen. Weiterlesen

PISA-Studie: Jugendliche fühlen sich unsicher bei der Beurteilung von Online-Informationen

Bericht: Technische Universität München

Die Mehrheit der 15-Jährigen in Deutschland findet zwar problemlos Informationen im Internet, traut sich aber nicht zu, deren Qualität zu beurteilen. Die Jugendlichen schätzen dabei ihre eigenen Kompetenzen schlechter ein als der Durchschnitt in den OECD-Staaten. Sie halten zudem seltener ihre Lehrkräfte für kompetent genug, digitale Medien im Unterricht zu nutzen. Dies zeigt eine neue Auswertung der jüngsten PISA-Studie. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.tum.de

 

Nein zum Smartphoneverbot!” 

Keine Zukunft ohne Medienkompetenz: Nein zum Smartphoneverbot!” Versäumnisse nicht verschärfen! – Bundesschülerkonferenz lehnt Handyverbot ab und fordert echte Reformen 

Ein generelles Smartphoneverbot an Schulen würde die Versäumnisse der Politik drastisch verschärfen, statt diese aufzuarbeiten und zu reformieren. Statt Verbote brauchen Schüler*innen eine aktive Förderung ihrer Medienkompetenzen. Insbesondere in Zeiten, in denen Smartphones eine zentrale Rolle im Alltag der Schüler*innen Deutschlands, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule, spielen, ist es essenziell, den Umgang mit diesen Geräten und allen dadurch entstehenden Gefahren zu vermitteln.   Weiterlesen

Geflüchtete Kinder brauchen Schutz statt Ausgrenzung

Zu den Vorschlägen der CDU/CSU-Fraktion zur Asyl- und Migrationspolitik und zur möglichen Einbringung des „Zustrombegrenzungsgesetzes“

Mitteilung: Terre des Hommes

Die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes warnt eindringlich vor den geplanten Verschärfungen in der Migrationspolitik, die von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz vorgeschlagen wurden. Diese Maßnahmen hätten schwerwiegende Folgen, auch für geflüchtete Kinder und ihre Familien. Weiterlesen

VBE und GEW: Kampf gegen Antisemitismus deutlich stärken

Bildungsgewerkschaften zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Mitteilung: GEW und VBE

Anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar mahnen die beiden größten Bildungsgewerkschaften Deutschlands, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verband Bildung und Erziehung (VBE), Haltung zu zeigen und sich dem wiedererstarkenden Antisemitismus entgegenzustellen. 

In den Bildungseinrichtungen Deutschlands wie auch in allen weiteren gesellschaftlichen Bereichen wuchs die Zahl antisemitischer Vorfälle, insbesondere nach dem menschenverachtenden Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023, rapide an und verharrt seither auf diesem unerträglichen Niveau. Der latente Antisemitismus, der in vielen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Bereichen vorhanden war, wird seitdem offen auf die Straßen und in die Parlamente getragen.

Maike Finnern, Vorsitzende der GEW, betont: „Stigmatisierung, Beleidigung, Bedrohung und Gewalt gehören zum Alltag vieler jüdischer Lehrender, Schülerinnen, Schüler und Studierender. Antisemitismus darf in Bildungseinrichtungen keinen Platz haben. Schulen, Hochschulen, Kindertageseinrichtungen und Weiterbildungseinrichtungen sind Orte der Vielfalt, des Dialogs und der Aufklärung. Sie tragen eine besondere Verantwortung, jungen Menschen demokratische Werte zu vermitteln und sie zu befähigen, Vorurteilen, Hass und Diskriminierung aktiv entgegenzutreten. Antisemitismus beginnt häufig mit Unwissenheit und Vorurteilen. Wir schlagen eine stärkere Verankerung von Bildung über das Judentum, das jüdische Leben und die Geschichte des Antisemitismus, insbesondere der Shoah, in den Curricula sowie in Lehre, Unterricht und Erziehung vor. Zusätzlich zu präventiven Bildungsangeboten braucht es klare Interventionsstrategien. Bildungseinrichtungen müssen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Antisemitismus verfolgen. Das erfordert verbindliche Maßnahmenkataloge sowie die Unterstützung der Betroffenen. Der Diskriminierungsschutz an Bildungseinrichtungen muss systematisch ausgebaut werden.“ 

Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des VBE, nimmt die Politik in die Pflicht:
„Wir brauchen in den Schulen dringend den notwendigen Raum, um ein für unsere Demokratie derart bedeutsames Thema wie Antisemitismus und den Kampf dagegen auch in der dafür angemessenen Weise behandeln zu können. Was wir stattdessen haben, sind überfüllte Klassen, Stundenausfälle und marode Räumlichkeiten.
So können weder Prävention und Aufklärung noch Bildung allgemein gelingen. Darüber hinaus müssen Lehrkräfte im Umgang mit dem Thema Antisemitismus besser unterstützt werden. Hier muss der Dienstherr mehr und hochwertige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen schaffen, um Lehrkräfte angemessen zu schulen.
Des Weiteren brauchen wir die Unterstützung durch multiprofessionelle Teams, um dem zunehmenden Antisemitismus mit der dafür notwendigen Kraft entgegentreten zu können. Die Verantwortlichen müssen endlich verstehen, dass die Zukunft unserer Demokratie und auch die Freiheit des Einzelnen damit steht und fällt, ob es uns gelingt, die negativen Entwicklungen der letzten Jahre wieder umzukehren.“

Hintergrundinformation:
Der 27. Januar ist seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Er wurde von dem verstorbenen Ex-Bundespräsidenten Roman Herzog als „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ ins Leben gerufen.
Das Datum des Jahrestages erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie der Konzentrationslager Auschwitz I und Monowitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee. Die Vereinten Nationen haben den 27. Januar im Jahr 2005 zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt. Anlässlich des achtzigsten Jahrestages der Befreiung wird es eine Übertragung der Gedenkveranstaltung geben.
Zudem werden Vertreterinnen und Vertreter beider Gewerkschaften an der zentralen Gedenkveranstaltung teilnehmen. 

Der Geschäftsführende Vorstand der GEW hat am 9. Januar 2025 eine Stellungnahme zum Thema Antisemitismus beschlossen.


24.01.2025
GEW
Ulf Rödde
Pressesprecher
www.gew.de

VBE
Johannes Glander
Referent für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit
www.vbe.de

 

 

No Other Land

FilmEine Gruppe von Friedensaktivisten freut sich, dass das Capitol-Kino in Ansbach ihrer Anregung folgte und den Film „No Other Land“ nach Ansbach bringt.

Nach zwei Vorführungen besteht Gelegenheit, über das Gesehene zu sprechen.
„Wir hoffen auf interessante Äußerungen und Anregungen zum Beispiel zu unserem Mitgefühl und unserer Solidarität mit den Opfern und dem Leid – auf beiden Seiten des Konflikts – und zu unserem Verhältnis zur Kriegs-, Siedlungs- und Vertreibungspolitik des Staates Israel.“

Die Vorführungen finden statt:

Capitol Kinocenter, Kanalstraße 13, Ansbach

Mittwoch 12.02.2025      17.00 Uhr  (im Anschluss Publikumsgespräch)

Dienstag 18.02.2025      17.00 Uhr

Mittwoch 19.02.2025      19.45 Uhr (im Anschluss Publikumsgespräch)

Der Ticketverkauf erfolgt über die Kinokasse.

Der Flyer mit einer ausführlicheren Beschreibung kann hier heruntergeladen werden.

 

Zwei Gedanken, die sich ernsthaft widersprechen – und das in einem Kopf: Zur kognitiven Dissonanz

von Frank Herold

1. Einleitung
Sind wir nicht alle ziemlich fantasievoll darin, Widersprüche in unserem Denken zu verteidigen und Schieflagen zwischen unseren Überzeugungen und Handlungen zu rechtfertigen? So können wir etwa eine Tatsache einfach als willkürliche Behauptung betrachten oder unsere Unordentlichkeit zur Kreativität erheben. Diese Begabung ist auch sinnvoll – einerseits. Denn sie dient dem „Schutz unseres Selbstwertgefühls“ (Aronson/Wilson/Sommers 2023, 205).

Andererseits hat sie aber auch Schattenseiten, und die können allerlei Ungemach bedeuten. Bemerkenswerte Einsichten hierzu bietet die Theorie der kognitiven Dissonanz, von der dieser Text handelt. Begründet von Leon Festinger (1957), ist sie wahrscheinlich die wichtigste und herausforderndste Theorie der Sozialpsychologie (ebd.). … weiter


Bild von Franz Bachinger auf Pixabay

 

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