Puzzeln für die Elite?
Eine Kolumne zur Lage
von Jürgen Scherer*
Die „kennen“ sich auf irgendeine Art und Weise alle, die Eliten in unserem Land. Gerade erst ist im „Berliner Journal für Soziologie“ eine neue Studie des Elitenforschers Michael Hartmann erschienen („Mehr Kontinuität als Wandel – Die deutschen Eliten vom Kaiserreich bis heute“), aus der ziemlich deutlich hervorgeht, dass die da oben in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich traditionsgemäß quasi per Stallgeruch wahrnehmen und verstehen können. Da gibt es sozusagen ein Grundvertrauen; man kennt sich, man versteht sich. Auch wenn man sich gerade erst kurz gesehen hat. Das Odium des Erkennens wabert ihnen voran und der Dresscode tut sein Übriges: Hi, ich sehe, wir kommen aus dem gleichen Stall. Wir können aufeinander bauen.
Und so, diese Vermutung liegt nahe, handeln sie dann auch. Es bedarf nicht immer konkreter Absprachen; oft genügt schon eine Zielvorgabe. Dann läuft alles wie von selbst.
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*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.
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