Frühkindliche Bildung stärken – für positive Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Bericht: Alice Salomon Hochschule Berlin

Memorandum führender Wissenschaftler_innen gibt politische Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von Qualität, Zugang und Fachkraftförderung.

Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) ist der erste und unverzichtbare Teil unseres Bildungssystems – breit, inklusiv und kindgerecht. Ihre Qualität entscheidet über Bildungschancen, soziale Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Nur wenn Kindertageseinrichtungen jedes Kind so fördern können, dass es seinen Platz in der Gesellschaft findet, sichern wir Wohlstand, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt – heute und in Zukunft.

Mit dem nun veröffentlichten Memorandum zur Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland legen die Professor_innen Dr. Peter Cloos (Universität Hildesheim), Dr. Nina Hogrebe (Technische Universität Dortmund), Dr. Ina Kaul (Universität Kassel) und Dr. Rahel Dreyer (Alice Salomon Hochschule Berlin) wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Politik und Verwaltung vor.
Das Memorandum wird von mehr als 350 Akteur_innen aus Wissenschaft und Praxis mitgetragen. Weiterlesen

Schulmahlzeiten führen zu mehr Einschulungen – doch gekürzte Hilfsgelder gefährden die Versorgung in Krisenregionen

Bericht: Cochrane Deutschland

Foto von Khalil Radi auf Unsplash

Kostenlose oder subventionierte Schulmahlzeiten führen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen dazu, dass ein kleiner, aber bedeutender Anteil Kinder mehr eingeschult wird. Zudem verbessern sie die Leistungen in Mathematik und sorgen wahrscheinlich auch für ein besseres körperliches Wachstum von benachteiligten Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte umfassende systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration. Bedeutsam werden die Erkenntnisse vor dem Hintergrund, dass die humanitäre Hilfe international derzeit massiv gekürzt wird. Dadurch ist in Krisenregionen wie dem Sudan auch die Finanzierung von Schulmahlzeiten akut gefährdet. … weiter


Quelle: 
idw-online.de
www.cochrane.de

 

Begriffsvermischungen: Ein Politikstil

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

von Jürgen Scherer*

Dass im politisch-medialen Betrieb nichts unversucht gelassen wird, uns auf eine bestimmte Zielrichtung, die nicht unbedingt unserem Interesse dienlich sein muss, einzuschwören, ist nichts Neues. Die letzte “ Veranstaltung“ dieser Art haben wir während der Coronazeit erleben dürfen, als die von den Politikern erwünschte Angststimmung u.a. mit der Parole „mit oder an Corona gestorben“ erzeugt wurde. Wäre zwischen diesen beiden Möglichkeiten differenziert worden, wer weiß, ob der Angstlevel wirklich so stark in die Höhe geschnellt wäre, wie er dann zur „Unterstützung“ der politischen Ziele hilfreich war. … weiter


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.

 

„Neue Grundsicherung“ – Keine Einsparungen, aber unsozial

Zur heute von der Bundesregierung beschlossenen Reform des Bürgergelds sagte Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied:

„Das heute von der Bundesregierung beschlossene Gesetz ist unsozial und ungerecht – und es bringt nicht einmal die erhofften Einsparungen. Den Staatshaushalt kann und darf man nicht auf dem Rücken der Menschen im Bürgergeld-Bezug sanieren. Das Parlament muss jetzt nachbessern. 

Zwar enthält das Gesetz Verbesserungen für eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Aber die verschärften Sanktionen und Mitwirkungspflichten führen im schlimmsten Fall zu mehr Wohnungslosigkeit und verschärften sozialen Problemen. Die Härtefallregelungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen reichen nicht. Die Abschaffung der Karenzzeiten bei Vermögen und die Einschränkungen bei der Übernahme der Wohnkosten treffen vor allem diejenigen, die vorher oft jahrzehntelang in die Sozialkassen eingezahlt haben und dann, wenn sie selbst in Not geraten, im Regen stehen gelassen werden. 

Die Bundesregierung erhofft sich von dem Gesetz Einsparungen, die nicht eintreten werden. Wer mehr Kontrollen und Sanktionen will, muss auch das dafür notwendige Personal bezahlen, das es in den Jobcentern derzeit noch gar nicht gibt. Am Ende wächst nur die Bürokratie. Um die Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen, braucht es eine gerechtere Besteuerung hoher Vermögen, Erbschaften und Einkommen. Allein die Wiedereinführung einer moderaten Vermögenssteuer würde pro Jahr rund 30 Milliarden in die Staatskassen spülen. Die Koalition sollte nicht den untauglichen Versuch machen, den Staatshaushalt auf dem Rücken der Ärmsten zu sanieren.“


17.12.2025
PM Nr. 71 
Katrin Münch-Nebel
Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand
www.dgb.de

 
 

ADHS und Autismus: Wenn das Gehirn anders tickt

Psychologin Kerstin Erdal untersuchte in ihrer Promotion an der FernUniversität in Hagen, wie sich Menschen mit ADHS und Autismus besser auf dem Arbeitsmarkt zurechtfinden.

Modekrankheit, Zappelphilipp, sozial schwierig – das sind typische Vorurteile gegenüber Menschen mit ADHS oder Autismus. Doch anders zu sein, ist keine Krankheit. Personen, die autistisch sind oder ADHS haben, sind neurodivergent, weil ihr Gehirn anders arbeitet als der Durchschnitt.

Der Arbeitsmarkt braucht Vielfalt. Die Psychologin Kerstin Erdal untersuchte in ihrer Promotion an der FernUniversität in Hagen, wie neurodivergente Personen im Arbeitsleben zurechtkommen. Neben ihrer Tätigkeit als Postdoc arbeitet sie therapeutisch an der Institutsambulanz für autistische Erwachsene des Universitätskrankenhauses Sahlgrenska in Göteborg. In Deutschland haben ein bis zwei Prozent der Erwachsenen die Diagnose Autismus. Etwa bei zwei bis drei Prozent der Erwachsenen in Deutschland wird ADHS festgestellt. Dabei kann es durchaus sein, dass die Zahlen höherliegen, denn nicht alle Betroffenen erhalten die Diagnose, da hierfür eine psychologische Untersuchung notwendig ist. … weiter


Quelle:
www.fernuni-hagen.de
www.idw-online.de

 

Deutsche Umwelthilfe und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft rufen Kommunen auf, alle Schulwege durch Tempo 30 sicherer zu machen

Mitteilung: DUH und GEW

  • DUH und GEW fordern Städte und Gemeinden auf, die neuen Möglichkeiten der Straßenverkehrsordnung für Tempo 30 an Schulwegen zu nutzen
  • DUH veröffentlicht Infopapier „Sicher zur Schule: Tempo 30 an Schulen und auf Schulwegen“
  • DUH und GEW rufen Bürgerinnen und Bürger auf, mithilfe eines Online-Tools Tempo 30 an Schulwegen in ihrer Kommune zu beantragen: https://www.duh.de/mitmachen/unter30/tempo30-jetzt/

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern Kommunen deutschlandweit dazu auf, Schulwege durch Tempo 30 sicherer zu machen. Diese Möglichkeit besteht seit der Novelle der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2024, sie wird bislang jedoch kaum genutzt. Nur 5 Prozent der Schulwege in Deutschland sind sicher – das hat ein Bericht des Deutschen Verkehrssicherheitsrats kürzlich gezeigt. Das Infopapier der DUH „Sicher zur Schule: Tempo 30 an Schulen und auf Schulwegen“ klärt nun über die Möglichkeiten auf, im Schulumfeld Tempo 30 anzuordnen, und unterstützt Eltern und engagierte Bürgerinnen und Bürger dabei, sich bei ihrer Kommune für sichere Schulwege einzusetzen.

Dazu sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Tempo 30 ist ein ganz zentrales Mittel, um die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen. Wir fordern Kommunen deutschlandweit auf, alle Möglichkeiten für mehr Tempo 30 zu nutzen, Schulwege systematisch zu erheben und auf allen relevanten Straßen Tempo 30 einzuführen. Mit teils absurden Argumenten verweigern einige Kommunen die Einführung von Tempo 30. Die Berliner Senatsverwaltung beispielsweise argumentiert, dass selbst Tausend Schüler auf einer Straße nicht ausreichen, um Tempo 30 zu erlauben, solange die Schüler nicht auf der Fahrbahn laufen. Um solche peinlichen Ausreden zu entkräften, haben wir in unserem Infopapier dargelegt, wann Tempo 30 an Schulen und auf Schulwegen möglich ist. Wir machen weiter Druck, denn wir schulden unseren Kindern mehr Sicherheit, bessere Luft und weniger Lärm. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger, die genug von faulen Ausreden haben, auf, über unsere Website Tempo 30 an Schulwegen bei sich vor Ort zu beantragen.“

Maike Finnern, Vorsitzende der GEW, ergänzt: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Schulweg der Kinder und Jugendlichen so sicher wie möglich ist. Tempo 30 ist ein sehr wichtiger Schritt, dieses Ziel zu erreichen. Bei der Umsetzung spielen die Kommunen eine zentrale Rolle. Sie müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und alle Hebel in Bewegung setzen, um die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg zur Schule zu schützen. Sie sollten mit den Schulen Kontakt aufnehmen und für die Planung der Tempo-30-Straßen die Expertise der Lehrkräfte und der Schulleitungen einholen.“

Link zum Infopapier:

https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Verkehr/Tempo_30/DUH_Infopapier_Tempo_30_auf_Schulwegen.pdf

Das Infopapier ist im Rahmen des Projekts „Pop-up-Mobilitätswende“ entstanden, das von der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird.


12.12.2025
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de

 

Jugendorganisationen veröffentlichen offenen Brief – „Gegen den Schlussverkauf Bildung! – Für eine nachhaltige Bildungsfinanzierung“

Mitteilung: fzs.de

Das Bündnis „Schlussverkauf Bildung“, bestehend aus verschiedenen Jugendorganisationen, hat heute gemeinsam den offenen Brief „Gegen den Schlussverkauf Bildung! – Für eine nachhaltige Bildungsfinanzierung“  veröffentlicht. Darin machen die Jugendorganisationen eindringlich auf die dramatische Krise im deutschen Bildungswesen aufmerksam und fordern von der Politik sofortiges und konsequentes Handeln. Weiterlesen

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