GEW: „Arbeitgeber müssen sich bewegen und ein Angebot vorlegen“
Bildungsgewerkschaft GEW zur ersten Verhandlungsrunde für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten
Berlin – Nach dem Auftakt zur Tarifrunde für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Arbeitgeber aufgefordert, sich zu bewegen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte am Mittwoch in Berlin kein Angebot formuliert.
„Für die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes geht es zusätzlich zu der allgemeinen Gehaltserhöhung, von der alle Beschäftigten im Landesdienst profitieren, auch um eine faire Eingruppierung angestellter Lehrkräfte, bessere Arbeitsbedingungen in den Landes-Kitas und eine Eindämmung des Befristungsunwesens an den Hochschulen. Tariftreue muss auch für die rund 300.000 studentischen Beschäftigten an den Hochschulen gelten. Deshalb fordern wir: Tarifbindung für studentische Beschäftigte – jetzt!“, sagte Annett Lindner, GEW-Vorstandsmitglied Tarif- und Beamtenpolitik, nach der ersten Verhandlungsrunde. „In der Tarifrunde geht es nicht zuletzt um die Bildung. Denn rund die Hälfte der Landesbeschäftigten arbeitet in Schulen, Hochschulen und Kitas. Die Tariferhöhungen, für die wir kämpfen, sind daher auch eine Investition in die Bildung. Und wer in die Bildung investiert, investiert in die Zukunft.“
Lindner unterstrich, dass die Länderbeschäftigten hoch motiviert und engagiert seien. Sie hätten gezeigt, welche gesellschaftliche Bedeutung ihre Arbeit in Schulen, Kitas und Hochschulen hat. Gerade der dramatische Lehr- und Fachkräftemangel vor allem an den Schulen und Kitas bringe viele Pädagoginnen und Pädagogen ans Limit. „Da muss dann zumindest das Gehalt stimmen – auch und gerade um viel mehr junge Menschen für die Bildungsberufe zu gewinnen“, sagte das GEW-Vorstandsmitglied.
Info: Die Gewerkschaften fordern in der Länder-Tarifrunde 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr Gehalt monatlich für die Beschäftigten. Der Tarifabschluss soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Sie erwarten, dass das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen wird.
Die zweite Verhandlungsrunde für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten findet am 15./16. Januar 2026 in Potsdam statt. Die dritte Runde ist für den 11./12. Februar 2026 ebenfalls in Potsdam geplant.
Es geht um die Gehälter von rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigten, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas – arbeitet. Darunter 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte.
Im Organisationsbereich der GEW wird beispielsweise für Beschäftigte an Schulen wie Lehrkräfte, im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder wie Erzieherinnen sowie für Hochschullehrende und studentische Beschäftigte verhandelt.
Ver.di hat die Verhandlungsführerschaft für die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
3.12.2025
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de