Der Große Blonde mit dem Botoxgrauen

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

von Jürgen Scherer*

Das Feuilleton der FAZ bietet ja manchmal wirkliche Perlen. Auf eine davon, die in den letzten Dezembertagen letzten Jahres erschien, beziehe ich mich mit dem folgenden Kommentar.

Worum ging es? Um das, m.E. zumindest von und für Autokraten, gepflegte „Gesicht der Macht“ in unserer Zeit.
Es zeigt sich offensichtlich in botoxierten Gesichtern, deren Vorbild die derzeitige First Lady der USA zu sein scheint. Von der Autorin des FAZartikels, Melanie Mühl, wird Melanias Konterfei wie folgt beschrieben: Es sei zum Wundern, „dass sie bei dieser Botoxmenge im Gesicht überhaupt noch blinzeln kann“.

Aber einem gefällt diese frauliche Maskerade wohl außerordentlich – dem Ehemann und derzeitigen Präsidenten der USA: Donald Trump; zumal seine Melania, außer dieser eisigen Maske noch etwas anderes erfüllt: Trumps Vorliebe für schlanke, wohlgeformte Frauen, die ihren sexy Körper per Highheels zur Geltung bringen können.

Was soll’s, könnte man sagen: Außergewöhnlicher Mann, außergewöhnlicher Geschmack.

Aber so einfach ist die Chose nicht. Denn wer genau hinsieht, kann feststellen, dass Melanias Aussehen durchaus etwas Symbolisches anhaftet. Es ist die Maskerade der Macht, die allenthalben kopiert wird, einmal um dem Präsidenten zu gefallen und andererseits um solidarisch mit ihm Up to Date zu sein.

Sieht man sich nämlich die Frauen um ihn herum an, bekommt man das große Botoxgrauen. Nahezu überall unleserliche botoxierte Frauengesichter mit Schmollmund und wenn möglich blond; so mag es der Große Blonde.

Außerdem ist mit diesem Erscheinungsbild für Außenstehende nicht erkennbar und soll es wohl auch nicht sein, was die jeweilige Dame wohl denkt oder fühlt, wenn sie im Namen der Macht agiert, sei es als Pressesprecherin, sei es als Sekretärin oder Berichterstatterin.

Immer hübsch undurchsichtig bleiben.
Wichtig ist allein, dass sie im MAGA-Sinn funktioniert und nebenbei oder vielleicht hauptsächlich etwas für’s Auge zu bieten hat. Versiegelte Macht –  mit Ablenkungsfaktor!

So kann der Herr und Meister mit gegeelt blondiertem Haar und botoxgefaltetem Gesicht jederzeit die Puppen tanzen lassen. Maskerade als Dauerevent im „Spiel um die Welt“! Bei diesem Monopoly geht es derzeit um Grönland!!!


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.
Bild unten von Monica auf Pixabay

 

 

Einladung zur Veranstaltung gegen neue Berufsverbote am 5. Februar 2026 in München

Veranstaltung

„Neue Berufsverbote und zunehmende Repression gegen zivilgesellschaftliches Engagement“.

Wann: Donnerstag, 5.2.2026, 19 Uhr

Wo: Mathildensaal, Evangelischer Handwerker-Verein, Mathildenstraße 4, 80336 München

Veranstalter: GEW Bayern, GEW München, Bundesarbeitsausschuss der Initiativen gegen Berufsverbote, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Die Veranstaltung wird u. a. auch unterstützt von Fridays for Future München, fzs/freier zusammenschluss von student*innenschaften und vom Arbeitskreis kritischer Jurist*innen München. Weiterlesen

Tarifrunde öffentlicher Dienst Länder – GEW: „Fast 12.000 Bildungsbeschäftigte streiken für mehr Gehalt“

Gewerkschaft zum „Streiktag Bildung“

Fast 12.000 Beschäftige aus dem Bildungsbereich im öffentlichen Dienst der Länder haben heute für mehr Geld gestreikt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zum bundesweiten „Streiktag Bildung“ aufgerufen, Kundgebungen fanden an fünf zentralen Standorten statt. Die Beschäftigten verliehen mit den Streiks und zahlreichen Aktionen den Forderungen der Gewerkschaften in der Länder-Tarifrunde nach 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr Gehalt Nachdruck. Die Streiks sind die Reaktion der Beschäftigten auf die Haltung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen Mitte Januar in Potsdam, in der die Arbeitgeber kein verbindliches Angebot vorgelegt hatten. „Die Beschäftigten im Bildungsbereich haben ein deutliches Signal gesetzt, dass die Arbeitgeber mit ihrer bisherigen Blockadeposition nicht durchkommen. Die TdL muss sich in der dritten Runde endlich bewegen und ein Angebot vorlegen, das die Leistungen der Pädagoginnen und Pädagogen in Kitas, an Schulen und Hochschulen wertschätzt“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern am Donnerstag. An den Streiks und Aktionen beteiligten sich beispielsweise Lehrkräfte an Schulen, (Schul)Sozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Erzieherinnen und Erzieher im Landesdienst, Lehrende an Hochschulen und studentische Beschäftigte. Weiterlesen

Erster Lehramtsstudiengang für Regelschulen startet ab Wintersemester 2026/27 an der Hochschule Nordhausen

Bericht: Hochschule Nordhausen

Ab dem Wintersemester 2026/27 bietet die Hochschule Nordhausen den neuen Bachelorstudiengang „Lehramt MINT für Regelschulen“ (Bachelor of Science) an. Mit dem Studienangebot erweitert die Hochschule ihr Profil im Bereich der Lehrerbildung und reagiert auf den Bedarf an qualifizierten Lehrkräften in den MINT-Fächern.

Der sechssemestrige Bachelorstudiengang legt den Grundstein für die Lehramtsausbildung im MINT-Bereich und führt in Verbindung mit einem Master of Education in das Lehramt für Regelschulen. Das Studium ist auf den anschließenden Master of Education (Regelschule) an der Universität Erfurt ausgerichtet, an den sich der Vorbereitungsdienst anschließt. Weiterlesen

Warum wir glauben, was wir anklicken

Bericht: Ruhr-Universität Bochum

Selbst ausgewählte Informationen – zum Beispiel im Internet angeklickte – wirken sich stärker auf unser Empfinden von Wahrheit und Falschheit aus als passiv wahrgenommene Informationen.

Je häufiger uns eine Nachricht begegnet, desto eher sind wir geneigt, sie für wahr zu halten. Diese Erkenntnis ist schon 50 Jahre alt. Bochumer Forschende haben jetzt gezeigt, dass dieser sogenannte Truth-Effekt sich noch verstärkt, wenn wir die entsprechende Information selbst ausgewählt haben: Es genügt schon, eine Headline angeklickt zu haben, um ihrem Inhalt später mehr Glauben zu schenken. Dieser Effekt hat großen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit von Informationen – und Fake Informationen – in digitalen Medien. Das Team um Dr. Moritz Ingendahl vom Lehrstuhl Soziale Kognition an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum berichtet im Journal of Experimental Psychology: General vom 8. Januar 2026. Weiterlesen

Redet mit uns, nicht über uns!

Wir wollen mitmachen!

97% aller jungen Menschen engagieren sich bereits gesellschaftlich oder politisch. 43% davon organisieren sich sogar mit Gleichgesinnten auf Demonstrationen oder politischen Veranstaltungen. Das Bild einer desinteressierten Jugend ist damit klar widerlegt. Doch gehört werden wir trotzdem nicht.

„Die Ergebnisse der neuen Allianz-Studie zeigen deutlich, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftliche Zukunft aktiv mitzugestalten. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind nun gefragt, diese Bereitschaft ernst zu nehmen und entsprechende Beteiligungsräume zu schaffen.“ – Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz. Weiterlesen

GEW: „Schluss mit der Arbeitgeberwillkür – her mit dem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte!“

Bildungsgewerkschaft GEW zur neuen Studie über studentische Erwerbsarbeit in Hochschule und Forschung

Nach einer heute an der Universität Göttingen präsentierten Studie arbeiten studentische Beschäftigte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter unter besonders prekären Bedingungen. „Das ist Wasser auf die Mühlen der Bewegung für einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte“, sagte Andreas Keller, Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), zu den Ergebnissen der Studie am Dienstag in Frankfurt a.M. „Zwar haben die Gewerkschaften in der jüngsten Tarifrunde 2023 den Ländern eine ‚schuldrechtliche Vereinbarung‘ abgetrotzt, die für studentische Beschäftigte Mindestvertragslaufzeiten von einem Jahr vorsieht. Nun aber haben wir schwarz auf weiß, dass sich sehr viele Arbeitgeber an diese Vereinbarung, die anders als ein Tarifvertrag nicht individuell einklagbar ist, nicht halten. In 13 von 16 Bundesländern wird gerade einmal in gut der Hälfte der Arbeitsverträge die Mindestvertragslaufzeit eingehalten. Diesem Treiben wird die GEW nicht länger zusehen: Schluss mit der Arbeitgeberwillkür – her mit dem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte!“

Es sei „skandalös“, dass alle Bundesländer mit Ausnahme Berlins den bundesweit rund 300.000 studentischen Beschäftigten einen Tarifvertrag verweigern, unterstrich Keller. „Während die Regierungschefinnen und -chefs in Sonntagsreden Tariftreue und -bindung predigen, blockieren ihre Finanzministerinnen und -minister sowie Finanzsenatorinnen und -senatoren in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine Einigung mit den Gewerkschaften. Dabei kann die TdL nicht einmal sachliche Argumente gegen den Tarifvertrag vortragen. Sie spielt auf dem Rücken der studentischen Beschäftigten ein unanständiges Verantwortungs-Ping-Pong: Die Arbeitgeber verstecken sich hinter der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die angeblich strikt gegen einen Tarifvertrag sei. Die HRK sitzt bei den Tarifverhandlungen aber gar nicht mit am Tisch.“

Die Studie, so Keller, lege außerdem offen, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen selbst gesetzlich verbürgte Arbeitnehmerrechte systematisch missachteten. „Mehr als einem Drittel der studentischen Beschäftigten wird der gesetzliche Urlaubsanspruch vorenthalten. Fast die Hälfte der Befragten leistet regelmäßig unbezahlte Mehrarbeit. Fast ein Viertel hat schon einmal eine Zeit lang ohne Bezahlung gearbeitet. Das sind Wild-West-Methoden, denen wir endlich einen Riegel vorschieben müssen“, betonte der GEW-Experte.

Info: Die von Heiner Heiland (Universität Göttingen), Ann-Kathrin Hoffmann (Ruhr-Universität Bochum), Marvin Hopp (Universität Göttingen) und Nina Moya Schreieder (Humboldt-Universität zu Berlin) verfasste Studie „Jung, akademisch, (immer noch) prekär. Studentische Erwerbsarbeit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ beruht auf einer Befragung von fast 6.000 studentischen Beschäftigten im Zeitraum von Juni bis Oktober 2025. Die Studie, die die GEW und ver.di gefördert haben, kann hier heruntergeladen werden: https://publications.goettingen-research-online.de/handle/2/157827


27.1.2026
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de

 

Atempausen gegen den Stress

Eine Rezension von Detlef Träbert

Ob in Kitas oder in Grundschulen – der alltägliche Stress hat über die letzten Jahre hinweg stetig zugenommen und ein mittlerweile nicht mehr leicht zu ertragendes Niveau erreicht. Da kommt eine „Achtsame Atempause“ *) gerade recht, ob für Kita-Erzieher*innen oder Lehrer*innen in der Grundschule. Die 30 Übungen für den Einsatz bei chaotischen Wirbelwinden von vier bis zehn Jahren können Kinder im Laufe etwa eines viertel Jahres tatsächlich positiv beeinflussen. Weiterlesen

1 2 3 7