GEW Bayern befürchtet „Wackelkontakt“ bei CSU
Stellungnahme der GEW Bayern
Mit Häme reagiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf den Vorschlag von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), eine Hymnenpflicht an bayerischen Schulen einzuführen.
„Wenn die CSU-Granden bei ihren Parteiveranstaltungen gerne singen, ist das ihre Privatsache. Aber offensichtlich haben sie in letzter Zeit zu häufig das aktuelle Lied ‚Wackelkontakt‘ von Oimara gehört“, spottet der stellvertretende Landesvorsitzende Florian Kohl, „anders kann ich mir die Schnapsidee, Schulen vorschreiben zu wollen, wann sie etwas singen oder hören sollen, nicht erklären.“
Die Bildungsgewerkschaft moniert zudem die Art und Weise, wie der Ministerpräsident „mit einem einfachen Schreiben des Kultusministeriums“ seinen Willen durchdrücken will. „Die CSU scheint in den 70er-Jahren stehen geblieben zu sein, als sie noch die absolute Mehrheit in Bayern hatte“, spielt Florian Kohl auf den Songtext von Oimara an. Dort heißt es: „Wär ich ein Möbelstück, dann wär ich eine Lampe aus den Siebzigern.“
Für die Landesvorsitzende der GEW Bayern Martina Borgendale steht fest: „Integration, Gemeinschaft und Identifikation stellt man nicht mit Gesangspflichten her. Viel wichtiger sind zukunftsfähige Konzepte, wie man in Zeiten des Fachkräftemangels und gestiegener Aufgaben Bildung für alle gerecht umsetzen kann. Die sind von der CSU wohl eher nicht zu erwarten. Wir hoffen, dass sich Kultusministerin Anna Stolz (FW) diesmal nicht von Söder überrumpeln lässt.“
14.1.2026
GEW Bayern
www.gew-bayern.de