„Gender Pay Gap und Queer Pay Gap beenden!“
Bildungsgewerkschaft GEW zum Equal Pay Day
Frankfurt a.M. – „Der Gender Pay Gap von aktuell 16 Prozent und der Queer Pay Gap sind Ausdruck struktureller Diskriminierung. Sie sind politisch gemacht. Deshalb müssen sie auch politisch beendet werden“, sagte Tiam Breidenich, Vorstandsmitglied Frauen-, Gleichstellungs-, Geschlechterpolitik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Freitag in Frankfurt a.M. mit Blick auf den Equal Pay Day (EPD). „Tarif- und Besoldungspolitik muss die systematischen Benachteiligungen der Frauen gezielt abbauen. Teilzeit, überwiegende Sorgeverantwortung, geringere Löhne, schlechtere Aufstiegschancen und befristete Beschäftigung sind keine individuellen Entscheidungen, sondern Folgen struktureller Ungleichheit.“
Eine feministische Tarif- und Beamtinnenpolitik bedeute auch die materielle Aufwertung pädagogischer Berufe. Hochschullehrende, Lehrkräfte, sozialpädagogische und therapeutische Fachkräfte an Bildungseinrichtungen, Erziehende sowie Beschäftigte in Betreuung und Pflege leisteten hochqualifizierte Arbeit, die gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert. „Dennoch sind gerade diese Berufe von Überlastung und fehlender Anerkennung betroffen“, betonte Breidenich.
Das GEW-Vorstandsmitglied machte deutlich, dass die GEW für die gleiche Eingruppierung aller angestellten und verbeamteten Lehrkräfte in Entgeltgruppe (EG) 13 und Besoldungsgruppe A 13 kämpfe. „JA13 – weil Lehrkräfte es verdienen“, bleibe die Richtschnur für die GEW. In den Bundesländen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sei die Angleichung für alle Grundschul-, Werkreal- und Hauptschullehrkräfte immer noch nicht umgesetzt. „Diese Ungleichbehandlung muss endgültig beendet werden“, unterstrich Breidenich.
„Gute Bildung und qualitativ gute soziale Infrastruktur erfordern Investitionen. Wer Fachkräfte will, muss diese fair bezahlen und gute Arbeitsbedingungen schaffen“, hob das GEW-Vorstandsmitglied hervor. Deshalb müssten die sozialen und pädagogischen Berufe weiter konsequent aufgewertet, der flächendeckende Ausbau qualitativ guter Betreuungsangebote gesichert sowie attraktive Arbeitsbedingungen durch geschlechterreflektierte, sorgesensible und lebenslaufbezogene Arbeitszeitmodelle geschaffen werden. Nur so könne verhindert werden, dass insbesondere Frauen in Teilzeit gedrängt werden, die ihnen begrenzte Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen biete. Als Folge drohten ihnen unzureichende Absicherung, finanzielle Abhängigkeit und Altersarmut. „Gleiche Bezahlung ist eine Frage der Gerechtigkeit – und eine Voraussetzung für echte Gleichstellung“, betonte Breidenich.
Info:
Zur Tarif- und Beamtinnenpolitik fordert die GEW in ihrem Gewerkschaftstagsbeschluss aus dem Mai 2025:
- die systematische Überprüfung von Eingruppierungen, Abschlüssen und Zulagensystemen auf geschlechtsspezifische Wirkungen,
- transparente Beförderungs- und Besoldungsstrukturen,
- gleiche Rechte auf Aufstieg, Fortbildung und Sonderzahlungen für Teilzeitbeschäftigte,
- die Reduzierung von Befristungen sowie Mindestquoten für unbefristete Beschäftigung,
- verbesserte Anerkennung von Berufserfahrung und Stufenmitnahme bei Arbeitgeberwechsel,
- keine Unterbrechung der Stufenlaufzeit bei Elternzeit bis zu zwölf Monaten sowie Ausgleichsmechanismen bei längeren Sorgezeiten.
27.2.2026
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de