Kein Sparzwang auf Kosten der Bildung und der Lehrkräfte!
Mitteilung: GEW Bayern
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern sieht in dem heute vom Kultusministerium veröffentlichten „Gesamtkonzept zur Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2026/27“ eine weitere Verschlechterung der Bildungsqualität auf die Schulen zukommen.
„Unter dem Diktat der Sparpolitik der bayerischen Staatsregierung können dringend benötigte Lehrerinnenstellen nicht besetzt werden, obwohl die Schülerinnenzahlen steigen. Das führt zwangsläufig zu größeren Klassen und einer Einschränkung des Bildungsangebots an allen Schularten und gleichzeitig zu weiter steigenden Belastungen für die Lehrkräfte, die bereits jetzt am Limit sind“, fasst Landesvorsitzende Martina Borgendale die Maßnahmen des Kultusministeriums zusammen.
An den Grund-, Mittel- und Förderschulen sollen laut dem neuen Gesamtkonzept alle bisherigen dienstrechtlichen Notmaßnahmen fortgesetzt werden. Damit bleiben unter anderem die Teilzeitmöglichkeiten an diesen Schularten massiv eingeschränkt und die Stundenzahl in der Grundschule erhöht. Für Markus Weinberger, Sprecher der Landesfachgruppe Grund- und Mittelschulen, ein fatales Signal an alle Kolleginnen, die dringend auf Entlastung gehofft hatten und jetzt bitter enttäuscht werden. „Lehrkräfte sind keine Zitronen, die immer weiter ausgequetscht werden können“, so Weinberger.
Die Situation an den Förderschulen ist nach Einschätzung von Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender der GEW Bayern und selbst Förderschullehrer, vielerorts dramatisch. Auch weil die Förderbedarfe der Kinder immer komplexer werden, sehen sich Lehrkräfte häufig pädagogischen Anforderungen gegenüber, die kaum noch zu bewältigen sind. Schutz- und Unterstützungskonzepte fehlen vielerorts oder sind unzureichend ausgestaltet. Die Folgen sind massive Überlastung, steigende Krankheitszahlen und ein wachsender Anteil der Kolleginnen, die vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden.
„Es ist erschreckend, immer häufiger auch jüngere Lehrkräfte vorzeitig in den Ruhestand gehen zu sehen“, erklärt Florian Kohl. „Arbeitsbedingungen können nicht immer weiter verschärft werden, ohne die daraus resultierenden Gefährdungen für Beschäftigte und Kinder zu berücksichtigen. Es ist Teil der Fürsorgepflicht des Ministeriums, wirksame Arbeitsschutzkonzepte umzusetzen. Wir haben das Ende der Belastbarkeit erreicht.“
Das Kultusministerium setzt auch im Gymnasium den Sparkurs aus dem vergangenen Jahr fort. Die Budgetkürzung in Höhe von zwei Prozent wird weitergeführt. Dies bedeutet größere Klassen und eine Reduzierung des Bildungsangebots, zum Beispiel bei bestimmten Wahlfächern oder Differenzierungen. Am schlimmsten ist jedoch aus Sicht von Angelika Altenthan, Gymnasiallehrerin und Mitglied im Hauptpersonalrat, dass die freiwilligen Teilzeitaufstockungen der Lehrkräfte für das laufende Schuljahr vom Ministerium in keiner Weise honoriert werden, obwohl diese dadurch 260 Vollzeitstellen auffingen. „Das war ein unglaubliches Zugeständnis! Jetzt trotzdem die Teilzeitmöglichkeiten einzuschränken und ist umso mehr ein Schlag ins Gesicht derer, die ihre Gesundheit für die Schule aufs Spiel setzen.“
26.2.2026
GEW Bayern
www.gew-bayern.de