Ostermärsche am Gründonnerstag erfolgreich gestartet

Bericht: Netzwerk Friedenskooperative

Die diesjährigen Ostermärsche sind erfolgreich mit ersten Aktionen am Gründonnerstag in Erfurt, Jena, Königs Wusterhausen und Regensburg gestartet. In Erfurt nahmen laut Veranstalter*innen rund 200 Menschen teil, in Jena lag die Teilnehmendenzahl bei 300. Damit liegt die Teilnehmerzahl am Gründonnerstag in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Am heutigen Karfreitag finden Ostermärsche in Biberach, Bruchköbel, Chemnitz, Gütersloh, Gronau und Jagel statt.

Bei den über 100 Ostermarsch-Terminen werden die Kriege in Nahost und der Golf-Region, in der Ukraine, der Protest gegen Aufrüstung und die Reaktivierung der Wehrpflicht im Zentrum stehen. Es wird mit mehreren zehntausend Menschen gerechnet die an den Aktionen über Ostern teilnehmen.

„Viele Menschen blicken mit großer Sorge auf die immer größer werdenden Militärausgaben in Deutschland und weltweit. Sie fürchten: nach Aufrüstung kommt Krieg. Das treibt sie zu Ostern auf die Straßen“, berichtet Kristian Golla aus dem Büro des Netzwerk Friedenskooperative, das die Informationen zum Ostermarsch bündelt.

Deutschland ist mittlerweile viertgrößter Waffen-Exporteur und hat dabei China überholt. Gleichzeitig hat sich der Militäretat in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren Mehr als verdoppelt. Dies sind besorgniserregende Entwicklungen, die das Netzwerk Friedenskooperative scharf kritisiert und in Frage stellt, besonders angesichts der fehlenden Gelder für soziale und andere Bereiche. „Sozialabbau oder neue Schulden für militärische Aufrüstung auf Kosten von u.a. Bildung, Klimaschutz und dringend benötigten Investitionen, die unser Leben verbessern, sind inakzeptabel.“, so Golla weiter. Fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung sollen die NATO-Staaten künftig für Militär und kriegsrelevante Infrastruktur ausgeben. Fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprächen nach heutigen Zahlen fast der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts – mindestens 200 Milliarden Euro. Geld, das so dringend in anderen Bereichen benötigt wird. „Wir leben in Zeiten, in denen scheinbar unbegrenzt Ressourcen für Aufrüstung vorhanden sind, während in allen anderen Bereichen Geld fehlt. So werden beispielsweise auch wichtigen Demokratieförderungsprogrammen die Gelder gekürzt. Das ist inakzeptabel und konträr zum Leitsatz der Friedensbewegung Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus“, erklärt Kristian Golla.

Am heutigen Karfreitag finden insgesamt sechs Ostermärsche statt. In Chemnitz steht der Ostermarsch unter dem Motto „Für Frieden, für Abrüstung, für eine Welt ohne Kriege“. Beim Ostermarsch in Gronau wird aufgrund der Urananreicherungsanlage traditionell die Energiewende thematisiert, hier heißt es „Frieden und Energiewende statt atomares Wettrüsten und Uranmüll“. „Jeder Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit“ ist das Motto in Jagel.

Am Hauptaktionstag, dem morgigen Karsamstag, finden dann in rund 70 Städten Ostermarschaktionen statt, u.a. mit dem Auftakt des Ostermarschs Rhein-Ruhr in Duisburg. Zudem sind Ostermärsche in Bonn, Bremen, Hannover, Köln, Leipzig, München, Stuttgart und vielen weiteren Städten geplant. „Traditionell bildet der Karsamstag den Schwerpunkt der Ostermarschaktivitäten und wir erwarten dementsprechend eine rege Beteiligung.“, so Kristian Golla weiter.

Ostermarsch-Termine nach Bundesland:
https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/termine


3.4.2026
Netzwerk Friedenskooperative
www.friedenskooperative.de