GEW startet mit Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte
Bericht: GEW Bayern (Quelle: MiZei GmbH)
Im Jahr 2022 bekräftigte dies das Bundesarbeitsgericht (BAG). Passiert ist nichts, obwohl Mehrarbeit die Gesundheit stark belastet. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern wird nun aktiv und übernimmt die Abo-Kosten der Arbeitszeiterfassungs-App „MiZei“ für ihre schulischen Mitglieder für ein Schuljahr. Auf der Grundlage der erfassten Daten soll die versteckte Mehrarbeit sichtbar gemacht und damit Druck auf den Arbeitgeber ausgeübt werden, für mehr Entlastung zu sorgen.
„Der Freistaat Bayern kommt als Arbeitgeber seiner Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung seit Jahren nicht nach. Wir ergreifen nun die Initiative und bieten unseren Mitgliedern kostenlos eine App an, mit der die Arbeitszeit freiwillig und datenschutzkonform erfasst werden kann“, begründet die Landesvorsitzende Martina Borgendale die GEW-Kampagne „Schluss mit Überstunden!“, mit der die versteckte und daher unbezahlte Mehrarbeit im Schuldienst sichtbar gemacht werden soll.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verpflichtete bereits 2019 (EuGH-Urteil v. 14.05.2019 – C-55/18) alle Arbeitgeber dazu, „ein System einzurichten, mit dem die von einem jeden Arbeitnehmer geleistete tägliche Arbeitszeit gemessen werden kann.“ Das Bundesarbeitsgericht (BAG) bekräftigte in seinem Beschluss von 2022 (BAG-Beschluss v. 13.09.2022 – 1 ABR 22/21) diese Verpflichtung der Arbeitgeber noch einmal und stellte klar, dass die gesetzliche Grundlage dafür das Arbeitsschutzgesetz ist (§ 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG), das auch für Beamt*innen gilt.
Mit der von der GEW für ihre Mitglieder kostenlos zur Verfügung gestellten App der Firma MiZei GmbH, die sich auf Themen der Lehrkräfte spezialisiert hat, wird die Arbeitszeit ähnlich wie mit einer herkömmlichen Stechuhr erfasst. „Nur auf der Grundlage dieser Daten kann überprüft werden, ob die Vorgaben des Arbeitsschutzes überhaupt eingehalten werden. Dies wäre eigentlich die gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers“, betont GEW-Vize Markus Weinberger, der die Kampagne maßgeblich ins Leben rief.
Die GEW geht aber noch einen Schritt weiter. „Studien belegen, dass Lehrkräfte im Durchschnitt viel zu lange arbeiten. Wer aber am Ende Maßnahmen zur Geltendmachung eines Anspruchs auf Ausgleich für ‚Zuvielarbeit‘ in die Wege leiten möchte, muss seine Arbeitszeit differenziert erfassen“, erklärt der Gewerkschafter. In Zusammenarbeit mit MiZei stellt die GEW ihren Mitgliedern daher acht Tätigkeitskategorien für eine sogenannte qualitative Arbeitszeiterfassung zur Verfügung, die auch einer gerichtlichen Überprüfung standhalten dürfte. „Das hilft uns, weiter Druck auf Dienstherrn und Arbeitgeber auszuüben, endlich für mehr Entlastung im Schulbereich zu sorgen“, so Weinberger.
Hier finden Sie den Artikel „Schluss mit Überstunden!“ aus der aktuellen Ausgabe der DDS, der monatlich erscheinenden Verbandszeitschrift der GEW Bayern mit Hinweisen zur Installation der App:
→ Hier den Artikel downloaden (pdf-Datei)
29.4.2026
GEW Bayern
www.gew-bayern.de