„Wir sind ausgestiegen“

Zwei Ehemalige erzählen von Ihren Erfahrungen

Wann: Donnerstag, 17.09.26, 19.00 Uhr

Wo: Pfarrsaal St. Ludwig, Karolinenstr. 30, 91522 Ansbach

Inhalt:
Beide, sie, eine ehemalige Mandatsträgerin der AfD, und er, Sekte der Zeugen Jehovas, berichten spannend aber auch authentisch über ihre Erlebnisse und geben uns Einblicke in die Psychologie autoritärer Strukturen. Sie informieren über Schutzmechanismen ihrer Organisationen, die in erster Linie auf Abschottung (nur interne Nachrichten werden zugelassen) beruhen und wie damit die Mitglieder festgehalten werden.

Trotz völlig unterschiedlicher Ziele gibt es viele Parallelen in den Methoden. Beide arbeiten mit einem Belohnungssystem, das die Psychologie als „psychologischen Lohn“ beschreibt, der nichts mit individuellen Lebensbedingungen zu tun hat. Den Sektenmitgliedern wird ein Platz im Himmelreich angeboten, deshalb akzeptieren sie Abschottung und sind gehorsam. Die AfD hat die Kultur des „Nach-Unten-Tretens“ im Programm. Der Vergleich mit oder das Einschlagen auf Menschen, denen es real oder angeblich sozial schlechter geht oder die eine vermeintlich „geringere Wertigkeit“ haben, hebt bei vielen Menschen das Selbstwertefühl, schafft Identität und ist damit ausreichender Lohn.

Deshalb lassen sich solche Systeme auch nur schwer durch inhaltliche Debatten aufbrechen. Beide Organisationen betreiben einen Kulturkampf, der gegen Bildung, Kunst, Theater, Lebensweisen, Rechtsauffassung usw gerichtet ist. Die AfD setzt hierbei einem sehr wirksamen Hebel an. Dieser heißt Ängste schüren, die die schlimmsten Untergangs- und Vernichtungsszenarien in einer Dauerschleife propagieren. Die Rechten weltweit wissen, dass der Oberbefehlshaber der Gefühle die Angst ist (Harald Welzer). Mit diesen diffusen Gefühlen bestimmen die Rechten die heutige Politik immer stärker.