GEW Bayern: 25 Jahre PISA – und immer noch entscheidet die Herkunft
Bericht: GEW Bayern
Für Samstag, 19. September 2026, ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern dazu auf, sich am bundesweiten Bildungsprotesttag in München und Nürnberg zu beteiligen. Anlass sind die Ergebnisse der PISA-Studie 2025, die Deutschland in allen drei getesteten Bereichen die niedrigsten je gemessenen Werte bescheinigen. In München gestaltet die Bayerische Schüler*innen Bewegung die Aktion unter dem Motto „Bildungsbunker machen krank“. Die GEW Bayern fordert einen Kurswechsel: weg von immer neuen Erhebungen, hin zu besseren Bedingungen in Kitas und Schulen.
Die am 8. September veröffentlichte PISA-Studie weist für Deutschland in Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebungsreihe aus. Gut ein Fünftel der 15-Jährigen verfügt in keinem der drei Bereiche über grundlegende Kompetenzen. Der Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Herkunft und naturwissenschaftlicher Kompetenz hat den höchsten je gemessenen Wert erreicht.
„Das ist kein neuer Befund. Das ist derselbe Befund wie vor 25 Jahren, nur schlechter“, erklärt Landesvorsitzende Martina Borgendale. „Gemessen wurde genug. Was fehlt, ist der politische Wille, aus den Ergebnissen Konsequenzen zu ziehen: mehr Personal, echte Inklusion, individuelle Förderung – und eine Finanzierung, die das trägt.“
Die GEW Bayern unterstützt den Aufruf des bundesweiten Bündnisses „Bildungswende JETZT!“. In München gestalten Jugendliche der Bayerischen Schüler*innen Bewegung den Protest maßgeblich mit. Unter dem Motto „Bildungsbunker machen krank“ erleben die Teilnehmenden und Zuschauer*innen in einem „Klassenzimmer“, wie sich der Schulalltag für viele heute anfühlt. Doch dabei bleibt es nicht: „Gemeinsam werden wir symbolisch den Bildungsbunker einreißen und Schule neu denken“, beschreibt GEW-Vize Markus Weinberger, der an der Münchner Aktion beteiligt ist, die Performance der Bayerischen Schüler*innen Bewegung. „Schüler*innen sind keine Objekte von Bildungspolitik. Sie sind Expert*innen für ihre eigene Schule und müssen bei Entscheidungen über Schule und Bildung mitreden können“, betont Weinberger. Deshalb sei es so wichtig, am 19. September gemeinsam mit ihnen auf die Straße zu gehen.
Dass Schüler*innen eigene Vorstellungen davon haben, wie sich Schule verändern muss, hat die Petition „Schluss mit Abfragen und Exen“ gezeigt, deren Erstunterzeichnerin die GEW Bayern ist. Über 56.000 Menschen haben sie unterschrieben. Der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags lehnte sie im Juli 2025 ab.
Auch wenn PISA eine bundesweite Untersuchung sei, liege die Verantwortung für die Ergebnisse auch in Bayern, so die Landesvorsitzende Borgendale: „PISA misst Deutschland. Ob sich in Bayern etwas ändert, entscheidet sich beim Personal – und dort gilt bis zum Schulhalbjahr an allen Schularten weiter das Stellenmoratorium. Wir wollen nicht noch einmal 25 Jahre über die Bildungskrise reden. Unterstützen Sie die Schüler*innenbewegung und setzen Sie gemeinsam mit uns ein sichtbares Zeichen für eine echte Bildungswende.“
Bildungsprotesttag in Bayern, Samstag, 19. September 2026
München, 10.30 Uhr, Rindermarkt – Performance der Bayerischen Schüler*innen Bewegung
Nürnberg, 14.30 Uhr, Kornmarkt
Weitere Orte: www.bildungswende-jetzt.de
16.9.2026
GEW Bayern
www.gew-bayern.de