„Aphorismen – die Cartoons der Sprache“

Zum neuesten Gedankenmix „An der Denkbar“ von Detlef Träbert

von Monika Falck

Wer kennt das nicht: Man öffnet die Seite „aktuelles“ bei WhatsApp und wird auf dem Status von Freunden und Bekannten mit weisen Sinnsprüchen begrüßt. Ich mag das gerne, und vieles davon begleitet mich aufbauend oder auch belustigend durch den Tag. Und manches regt sehr zum Nachdenken an.

Oft habe ich mich schon gefragt, wer solche Lebensweisheiten verfasst. Einer davon ist Detlef Träbert, Diplompädagoge aus Köln, der neben Sachbüchern auch gerne seine Gedanken in Form von Aphorismen niederlegt. Die neueste Sammlung nennt sich „An der DenkBar – Erfrischende Gedanken-Cocktails“ und ist ein reines intellektuelles Vergnügen. Das Büchlein ist schon Träberts vierter Aphorismen-Band und – wenn man der Information zur Person im Anhang des Buches Glauben schenken darf – auch nicht der letzte. Denn der Autor sieht im Weltgeschehen noch jede Menge Anlässe, „Denkbares“ in der kürzesten aller literarischen Formen auszudrücken und festzuhalten.

Das Taschenbuch ist in ganz unterschiedliche Themenbereiche untergliedert, die sich von Weltanschauung über Freiheit und Frieden sowie menschelnde Menschen bis hin zu Leben und Tod ziehen. Die einzelnen Sprüche sind humorvoll, scharfsinnig, kritisch, manchmal bitterböse. Aber nahezu immer so, dass man beim Lesen sagen möchte: „Ja, genau so ist es!“. Gekonnte Sprachspielereien sind keine Seltenheit, z.B. hat mir der Satz „Je mehr der Mensch der Natur Gewalt antut, desto mehr hat er unter Naturgewalten zu leiden“ sehr gut gefallen. Sehr schön auch folgendes: „Das Handy, das du in der Hand hältst, hat dich in der Hand.“

Wer Geistesblitze liebt und sich auch darüber amüsieren kann, wenn es mal kräftig donnert, wird die „Denkbar“ von Detlef Träbert mit großem Amüsement lesen und immer wieder zur Hand nehmen. Und dem Autor von Herzen zustimmen, wenn er schreibt: „Aphorismen sind der Rede wert!“