Kirche ohne Kompass?

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

von Jürgen Scherer*

Es ist wahrlich nichts Neues, dass die christlichen Kirchen in Deutschland auf schwankenden Kirchenschiffen unterwegs sind. Steuern sie etwas zu sehr nach links heißt es, sie lassen alle anderen Gläubigen rechts liegen; steuern sie etwas mehr nach rechts, wird der umgekehrte Vorwurf gemacht. Äußern sie sich dezidiert politisch, wird es ihnen mit Stirnrunzeln gedankt oder gar mit dem Hinweis, sie sollten gefälligst bei ihren Glaubensleisten bleiben. Langen Vorworts kurzer Sinn: Sie haben es schwer, die christlichen Kirchen in unserem Land.

Dabei könnte es doch so einfach für sie sein: Sie müssten sich doch nur an wenige Richtschnüre für Glauben halten, die jede/r Gläubige ohne Wenn und Aber annehmen kann: Die zehn Gebote des AT und die Bergpredigt des NT. Zwei sich ergänzende Kompasse, die zu erläutern, zu diskutieren und umzusetzen eine wahre Herkulesaufgabe sind, im Sinne eines erfüllten Lebens aber sicherlich erstrebenswert. … weiter


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.
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