Vermutlich höhere Dunkelziffer an Kindeswohlgefährdungen während des Lockdowns
Bericht: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Fälle von Kindeswohlgefährdungen in deutschen Kinderkliniken und Kinderschutzambulanzen im März und April 2020 zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsnetzwerks Medizinischer Kinderschutz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), an der 159 Kinderschutzambulanzen und Kinderschutzgruppen in Deutschland teilgenommen haben. Die Mitarbeitenden des Forschungsnetzwerks vermuten daher, dass die Dunkelziffer von Misshandlung und Vernachlässigung betroffener Kinder weiter gestiegen sein könnte. … weiter
Quelle:
www.idw-online.de
www.uke.de
Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wirft der Kultusministerkonferenz (KMK) vor, bis heute kein schlüssiges Konzept vorgelegt zu haben, wie Gesundheitsschutz für alle an Schule Beteiligten und das Recht der Schülerinnen und Schüler unter einen Hut zu bringen sind. Zudem bleibe dem „föderalen Allerlei“ Tür und Tor geöffnet. „Die KMK kennt nur ein Ziel: Die Schulen so schnell wie möglich zu öffnen – egal wie und zu welchem Preis. Das ist verantwortungslos. Gegenüber den Lehrkräften, den Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien. Ja, die Inzidenzzahlen sinken. Diesen Erfolg, für den sich die meisten Menschen in unserer Gesellschaft stark eingeschränkt haben, sollten wir jetzt aber nicht leichtfertig durch ein überstürztes Öffnen der Schulen wieder gefährden. Zudem kann im Moment niemand seriös einschätzen, welche Gefahren von den Mutationen des Corona-Virus‘ ausgehen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in einer ersten Reaktion auf den heute bekannt gewordenen Beschluss der KMK zur Öffnung der Schulen ab dem 15. Februar. Tags zuvor hatte auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) ein Konzept vorgelegt. Dessen größte Schwäche sei, so Tepe, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht an Inzidenzwerte gekoppelt seien. 
Kinder aus Familien in schwieriger finanzieller Lage traf die Pandemie im Frühjahr 2020 besonders stark: Unter ihnen fühlten sich mehr Kinder einsam als in Familien, die angaben, von ihrem Einkommen gut leben zu können (48 vs. 21 Prozent). Außerdem hatte ein größerer Anteil der Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien in auffälligem Maße mit emotionalen Problemen wie Niedergeschlagenheit, Ängsten und Sorgen (44 Prozent vs. 18 Prozent) sowie Hyperaktivität (39 Prozent vs. 22 Prozent) zu kämpfen – und zwar umso mehr, je angespannter die Eltern ihre wirtschaftliche Situation empfanden. Das zeigen die Ergebnisse der Studie „Kind sein in Zeiten von Corona“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI), an der sich zwischen Ende April und Ende Mai 2020 deutschlandweit mehr als 12.000 Eltern von Kindern im Alter von drei bis 15 Jahren beteiligt haben. …
gsf – Der beeindruckende Dokumentarfilm „Welt auf Abstand – Eine Reise durch ein besonderes Jahr“ (2020, 90 Min.) von Cristina Trebbi und Jobst Knigge erschien am 12.12.2020 auf
Die Eindämmung des Coronavirus verlangt nicht nur Familien in Deutschland viel ab. Auch Kindertageseinrichtungen und Schulen müssen sich häufig komplett neu organisieren. Wie Eltern, Kinder und Fachkräfte die Krise bisher bewältigen, analysiert die neue Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse auf Basis von aktuellen Forschungsergebnissen des Deutschen Jugendinstituts (DJI).
Die Corona-Pandemie hat eine – von den nationalen und internationalen Experten (IWF / Weltbank) attestierte – noch nie dagewesene Weltwirtschaftskrise ausgelöst. Die Corona-Krise (Kap. 10) stellt alles, was es bisher an solchen Wirtschaftskrisen gegeben hat, in den Schatten („Internet-Blase 2000“, Kap. 7; „US-Hypothekenkrise ab 2007“, Kap. 8; „Griechenland oder Eurokrise ab 2007“, Kap. 9, und auch der Börsencrash von 1930 mit nachfolgender Weltwirtschaftskrise). Vergleichbar ist sie mit den Herausforderungen, denen sich Staaten nach einem Krieg stellen müssen.