DGB pocht auf einheitlichen Mindestlohn und lehnt Sonderregeln für Saisonarbeit ab

Mitteilung: DGB

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erteilt Forderungen nach einer Absenkung des gesetzlichen Mindestlohns für Saisonarbeitskräfte eine klare Absage. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte am Dienstag in Berlin: 

„Wir lehnen einen Mindestlohn zweiter Klasse kategorisch ab. Der gesetzliche Mindestlohn bildet eine flächendeckende Lohnuntergrenze, die ausnahmslos für alle Beschäftigten gelten muss. Der Mindestlohn sorgt dafür, dass Lohn-Dumping nicht länger zum Geschäftsmodell taugt und trägt so zu fairen, funktionierenden Wettbewerbsbedingungen bei. Dabei muss es bleiben. Weiterlesen

EuGH-Urteil zur EU-Mindestlohnrichtlinie ist wichtiges Signal für soziales Europa

Mitteilung: DGB

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat heute die EU-Mindestlohnrichtlinie in zentralen Punkten bestätigt und damit Lohndumping und Willkür auf dem Arbeitsmarkt eine klare Absage erteilt.
 
DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte am Dienstag in Berlin: 

„Heute ist ein guter Tag für Millionen Beschäftigte in Deutschland und der Europäischen Union. Nach der Entscheidung des EuGH sind die EU-Mitgliedsstaaten nunmehr verpflichtet, für eine höhere Tarifbindung zu sorgen, wenn sie unter 80 Prozent der Beschäftigten im jeweiligen Mitgliedsstaat liegt. Mit diesem Urteil stärkt der EuGH die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und den Zusammenhalt in Europa, denn: Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum braucht soziale Leitplanken. Insbesondere Niedriglohnbeschäftigte brauchen klare Regelungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Bundesregierung ist nun aufgefordert, schnellstmöglich einen wirkungsvollen Aktionsplan für mehr Tarifverträge auf den Weg zu bringen, wie ihn die EU-Mindestlohnrichtlinie vorsieht.
 
Bedauerlich ist, dass der EuGH einheitliche europäische Kriterien für angemessene Mindestlöhne gekippt hat. Das entbindet die Mitgliedsstaaten aber nicht, eigene nationale Kriterien festzulegen. Die Bundesregierung sollte nun das nationale Mindestlohngesetz dahingehend überprüfen. Bestätigt hat der Gerichtshof, dass die Mitgliedsstaaten einen Referenzwert für angemessene gesetzliche Mindestlöhne ansetzen müssen. Damit wurde die deutsche Regelung bestätigt, dass der Mindestlohn 60 Prozent des Medianstundenlohns von Vollzeitbeschäftigten betragen soll.“


11.11.2025
Katrin Münch-Nebel
Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand
www.dgb.de

 

Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro betrifft bis zu 6,6 Millionen Jobs

Mitteilung: Statistisches Bundesamt

WIESBADEN – Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis der Verdiensterhebung vom April 2024 werden von der geplanten Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2026 deutschlandweit bis zu 6,6 Millionen Jobs betroffen sein. Demnach lag etwa jedes sechste Beschäftigungsverhältnis (rund 17 %) rechnerisch unterhalb des geplanten Mindestlohns von 13,90 Euro pro Stunde. Werden diese Jobs künftig mit dem neuen Mindestlohn vergütet, ergibt sich für die betroffenen Beschäftigten eine geschätzte Steigerung der Verdienstsumme um bis zu 6 % (rund 400 Millionen Euro). Bei der Schätzung wurde angenommen, dass alle Beschäftigten, die weniger als den neuen Mindestlohn von 13,90 Euro verdienten, mindestens den zuletzt gültigen Mindestlohn von 12,82 Euro erhalten. Weitere Lohnsteigerungen nach April 2024 wurden nicht berücksichtigt. Bei gleichbleibender Beschäftigtenzahl und -struktur sind die Ergebnisse daher überschätzt und somit als Obergrenzen zu verstehen. Weiterlesen

Mindestlohn steigt in zwei Schritten auf 14,60 Euro

Mitteilung: DGB

Die unabhängige Mindestlohnkommission hat sich auf einen höheren Mindestlohn geeinigt. Nach langen Verhandlungen haben die Sozialpartner einem Vermittlungsvorschlag der Vorsitzenden der Mindestlohnkommission zugestimmt und damit eine Erhöhung in zwei Stufen vereinbart. Demnach soll der gesetzliche Mindestlohn zum 1.1.2026 um 1,08 Euro auf 13,90 Euro steigen. In einem zweiten Schritt sind ab 1.1.2027 dann 70 Cent mehr, also 14,60 Euro vorgesehen.

Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer für die Gewerkschaftsseite in der Mindestlohnkommission, sagte am Freitag in Berlin: Weiterlesen

DGB pocht auf einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn

Forderungen nach einer Absenkung des gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte erteilt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine klare Absage. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte am Dienstag in Berlin: 

„Wir brauchen keinen Mindestlohn zweiter Klasse. Der gesetzliche Mindestlohn ist eine allgemeine flächendeckende Lohnuntergrenze, die für alle gelten muss. 

Für Saisonarbeitskräfte, die hierzulande kurzfristig beschäftigt sind, gelten in der Sozialversicherung bereits heute Sonderregelungen, die die Bundesregierung auf Betreiben der Union sogar ausweiten will. Laut Koalitionsvertrag soll die sozialversicherungsfreie Höchstdauer für solche Beschäftigungen von derzeit 70 auf künftig 90 Tage angehoben werden. Schon diese Maßnahme sehen wir als DGB kritisch und lehnen sie ab. 

Viele Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter in der Landwirtschaft tragen bereits jetzt unverhältnismäßig hohe Kosten für Unterkunft und Verpflegung, wodurch ihr effektiver Stundenlohn oft unter das Mindestlohnniveau sinkt. Statt weiterer Ausnahmen brauchen wir faire Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort.“


25.6.2025
Katrin Münch-Nebel
Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand
www.dgb.de

 

Handeln – für ein gerechtes Land

Gemeinsame Erklärung des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften

CDU/CSU, SPD und Grüne haben mit der Entscheidung zur Änderung des Grundgesetzes für erheblichen finanziellen Spieltraum für überfällige Zukunftsinvestitionen gesorgt. Diese Entscheidung war nicht nur richtig – sie war auch nötig.

Doch trotz der neuen Möglichkeiten bleiben erhebliche finanzielle Probleme mit Blick auf den Bundeshaushalt, die großen finanz- und steuerpolitischen Unterschiede zwischen den angehenden Koalitionären von Union und SPD deutlich machen. Und zugleich gibt es eine Schieflage in der Debatte, wer die Lasten in unserem Land tragen soll.

In dieser Situation der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD fordern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften: Weiterlesen

Nächste Mindestlohnanhebung dürfte stärker ausfallen – 15 Euro in Sicht

Mitteilung: Hans-Böckler-Stiftung 

Bis Ende Juni 2025 muss die Mindestlohnkommission entscheiden, wie hoch der deutsche Mindestlohn in den beiden kommenden Jahren sein soll. Eine wichtige Vorentscheidung hat die Mindestlohnkommission dabei bereits getroffen: Anders als bisher wird sich die nächste Mindestlohnerhöhung nicht nur nachlaufend an der Tarifentwicklung orientieren, sondern auch am Zielwert von 60 Prozent des Medianlohns der Vollzeitbeschäftigten. Darauf haben sich die von Gewerkschaften und Arbeitgebern benannten Kommissionsmitglieder im Januar verständigt, als sie eine neue Geschäftsordnung beschlossen haben. Was dies für die kommende Mindestlohnanpassung bedeutet, haben Forscher des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) und des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung jetzt in einer Stellungnahme für die Mindestlohnkommission detailliert herausgearbeitet.* Weiterlesen

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