„Gute Arbeits- und Lernbedingungen als Schlüssel für hohe Unterrichtsqualität“

Bildungsgewerkschaft GEW zum SWK-Gutachten zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich mit Blick auf das vorgestellte Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz (KMK) zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung für einen qualitativen Paradigmenwechsel stark. „Die Unterrichtsqualität soll in den Kontext des Wohlbefindens der Lehrenden und Lernenden an Schulen gestellt werden. Trotz eines Viertel Jahrhunderts mit stetig mehr Datenerhebungen sowie Leistungs- und Vergleichstests werden die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in den Grundkompetenzen schlechter“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Donnerstag in Frankfurt a.M. „Individualisierte Fördermaßnahmen werden bereits heute als Instrument eingesetzt. Wenn Lehrkräfte selbst darüber entscheiden können, ob zum Beispiel Tests zur Leseförderung für ihr Unterrichtssetting sinnvoll sind, spricht nichts dagegen, diese einzusetzen.“ Allerdings sei die Datafizierung kein Allheilmittel. Bessere und insbesondere mehr Daten bedeuteten nicht automatisch bessere Bildung. Datenschutz, digitale Grundrechte, der Schutz und die Förderung der Lehrkräfteprofession sprächen dagegen, die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung und von verschiedenen Landesregierungen angekündigten Vorhaben wie eine Bildungs-ID und ein Bildungsverlaufsregister umzusetzen. Die Einführung einer ID für Schülerinnen und Schüler sowie eine Bildungs-ID lehnte Bensinger-Stolze strikt ab. Weiterlesen