Der studentische Bundesverband fzs mahnt dazu, den Monat September zur Planung einer längerfristigen Finanzhilfe für Studierende zu nutzen

Mitteilung: freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.

Amanda Steinmaus, Vorstandsmitglied beim fzs, erklärt: “Nachdem die Corona-Krise Anfang März auch die Hochschulen in Deutschland erreichte, dauerte es zwei Monate bis zur Ankündigung einer Finanzhilfe für Studierende. Zu den ersten Auszahlungen kam es erst Ende Juni. Für viele Studierende war es sehr schwierig, diesen Zeitraum zu überbrücken. Die meisten klassischen Studi-Jobs sind in stark von der Pandemie betroffenen Bereichen angesiedelt, wie der Gastronomie und dem Messebau. Zudem erhalten nur 11% der Studierenden BAföG. Anspruch auf Grundsicherung haben sie nur in wenigen Ausnahmefällen. So standen viele vor der Wahl: Lebensmittel oder Studium.”

Leonie Ackermann, ebenfalls Vorstandsmitglied, fügt hinzu: “Die Überbrückungshilfe, die Bundesbildungsministerin Karliczek den Studierenden bietet, wurde von vielen Seiten heftig kritisiert, so auch von uns. Die geringe Höhe war ein Kritikpunkt: den Maximalbetrag von 500€ erhält nur, wer weniger als 100€ auf dem Konto hat. Hinzu kamen die undurchsichtigen Kriterien für die Bewilligung, die zu einer hohen und von Bundesland zu Bundesland stark schwankenden Ablehnungsquote führten: diese lagen laut BMBFnämlich zwischen 6% und 60%!Verschwiegen werden bei diesen Zahlen die mehr als hunderttausend vermeintlich nicht vollständig eingereichten Anträge die maschinell aussortiert und die bei der Errechnung der Quote nicht berücksichtigt wurden.”

Ackermann bekräftigt: “Die Überbrückungshilfe war für die Monate Juni, Juli und August angelegt. Spontan wurde Ende August noch der Monat September mit hinzugenommen, da der zur Verfügung gestellte Gesamtbetrag noch nicht erschöpft war. Nach einer monatelangen Durststrecke gefolgt von einer mehr schlecht als recht funktionierenden Überbrückungshilfe brauchen die Studierenden dringend lanungssicherheit! Die Krise ist noch lange nicht vorbei, eine zweite Welle rollt heran.”

Steinmaus fordert: “Studienabbrüche und zerstörte Bildungsbiographien müssen verhindert werden. Es leiden gerade die unter der Lage, die sich aus schwierigsten Bedingungen an die Hochschulen gekämpft haben. Diese Menschen müssen möglichst bald wissen, ob und wie sie das Wintersemester bestreiten können. Wir fordern die Öffnung des BAföGs als Vollzuschuss für alle Studierenden in Not! Wenn sich Frau Karliczek dem weiterhin verweigert, dann muss die Überbrückungshilfe zumindest substantiell überarbeitet und verlängert werden! Der Antrag muss vereinfacht und transparenter werden. Der Betrag muss über der Armutsgrenze liegen und die Studierenden müssen ihn garantiert monatlich bis mindestens zum Ende des Semesters erhalten!”


2.9.2020
Amanda Steinmaus
freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.
www.fzs.de

 

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