Versprochen ist versprochen – BAföG jetzt retten!

Gemeinsame Petition von fzs, DGB, DSW, GEW und ver.di

Bericht: freier zusammenschluss von student*innenschaften fzs e.V.

Angesichts der weiterhin unklaren Zukunft der im Koalitionsvertrag angekündigten BAföG-Novelle starten der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Deutsche Studierendenwerk (DSW), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) eine gemeinsame Petition zur Rettung des BAföG.

Nachdem die Bundesregierung über Monate hinweg widersprüchliche Signale zur angekündigten BAföG-Reform gesendet hat und zuletzt unter anderem Jens Spahn und Dorothee Bär diese komplett infrage gestellt haben, fordern die beteiligten Organisationen die Bundesregierung, namentlich Lars Klingbeil, Dorothee Bär, Jens Spahn und Matthias Miersch, dazu auf, ihre Versprechen einzuhalten und eine echte BAföG-Reform umzusetzen. Weiterlesen

GEW-Erfolg: Verwaltungsangestellte an bayerischen Förderschulen werden höhergruppiert!

Die Verwaltungsangestellten an den Förderschulen in Bayern werden künftig in der Entgeltgruppe TV-L E6 eingruppiert, also höher als bisher. Damit wird die anspruchsvolle und vielseitige Arbeit der Beschäftigten endlich angemessen entlohnt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern hatte die Höhergruppierung immer wieder vehement gefordert.

Bericht: GEW Bayern

Die Tätigkeit der Verwaltungsangestellten an Förderschulen geht weit über klassische Verwaltungsaufgaben hinaus. Täglich koordinieren sie komplexe organisatorische Abläufe, bearbeiten sensible Anliegen und reagieren flexibel auf immer neue Herausforderungen im Schulalltag. Dabei sind sie häufig erste Ansprechpartner:innen für Eltern, Schüler:innen sowie externe Stellen. Weiterlesen

Kassenzimmer sind keine Rekrutierunsräume

Wer politische Bildung stärken will, muss Schulen personell und fachlich stärken – nicht die Bundeswehr ins Klassenzimmer holen. Wir brauchen mehr Friedensbildung

Die GEW BERLIN lehnt daher die Kooperationsvereinbarung der Senatsbildungsverwaltung mit der Bundeswehr entschieden ab. „Mit der Vereinbarung wird der Einfluss der Bundeswehr auf schulische Bildung systematisch ausgebaut und institutionell verankert. Das steht im Widerspruch zum Auftrag zur Friedenserziehung in § 1 des Berliner Schulgesetzes. Schule soll junge Menschen zu kritischem, demokratischem und gewaltfreiem Handeln befähigen“, erklärt Felicia Kompio, Vorsitzende der GEW BERLIN.

Auch die Beschäftigten an den Schulen haben sich auf Personalversammlungen klar positioniert und die Präsenz der Bundeswehr an Schulen deutlich zurückgewiesen. Diese Haltung der Kolleg*innen aus der Praxis darf die Senatsverwaltung nicht ignorieren.

„Politische Bildung gehört in die Hände dafür ausgebildeter Lehrkräfte, nicht in die Hände von Jugendoffizier*innen. Sie sind Vertreter*innen der Institution Bundeswehr. Wenn sie im Schulkontext einbezogen werden, normalisiert das militärische Perspektiven auf internationale Konflikte“, erläutert Kompio. Für tatsächliche Ausgewogenheit müssten immer auch friedenspolitische Akteur*innen einbezogen werden. Diese verfügen jedoch bei Weitem nicht über die Ressourcen der Bundeswehr. Unter diesen Bedingungen können sie kaum ein annähernd gleichwertiges Bildungsangebot bereitstellen.

„Schulen dürfen keine Orte für indirekte Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr sein. Bei Veranstaltungen von Jugendoffizier*innen verschwimmen die Grenzen zwischen Information und Werbung“, kritisiert Kompio. Die Bundeswehr wirbt gezielt bei Jugendlichen, etwa mit Bildern von „Abenteuer“ auf Plakaten und in YouTube-Videos. Der Dienst an der Waffe ist aber kein Abenteuer und auch nicht mit anderen Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnissen vergleichbar. Nach wie vor werden Minderjährige rekrutiert. Diese Praxis und Militärwerbung an Schulen wurden vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes bereits mehrfach kritisiert.

Die GEW BERLIN engagiert sich für ein Bildungswesen, das der Erziehung zum Frieden verpflichtet ist. Gerade heute, wo „Kriegstüchtigkeit“ als politisches Ziel propagiert wird, bekräftigt sie den Auftrag zur Friedenserziehung sowie zur Erhaltung und Wahrung des Friedens. Die GEW BERLIN wird sich weiterhin aktiv gegen die Ausweitung militärischer Präsenz im Bildungsbereich einsetzen und entsprechende Initiativen unterstützen.


5.6.2026
Ann-Kathrin Mützel 
www.gew-berlin.de

 

Bangaranga: Alles ist möglich!?

Es gibt noch Zeichen und Wunder oder auch nicht.

   Der Kommentar zum Zeitgeschehen

   von Jürgen Scherer*

Auf jeden Fall ist das bildungsbürgerliche Abgetue des ESC (European Song Contest) wenig hilfreich. Denn gerade der Blick auf und in die Kulissen dieses weltweit(!) größten Songwettbewerbs kann gesellschaftliche (Un)Tiefen offenbaren.

Wagen wir ihn also – diesen Blick!

Da treffen sich „Gesangstalente“ aus ganz Europa (naja, nicht ganz Europa; schließlich wird Russland nicht mehr als Europa zugehörig akzeptiert, obwohl die Geografie, zumindest bis zum Ural, etwas anderes lehrt. Aber verstoßen ist nun mal verstoßen, weil eben jemand, der völkerrechstswidrig unterwegs ist, wohl an den Pranger gehört! Dass so ein Pranger durchaus gewollt und gezielt angewendet werden kann, zeigt dieser Tage die bevorstehende Fußball WM; werden doch die USA und Herr Trump nicht geprangert, obwohl da irgendwas völkerrechtswidiges im Hinblick auf den Krieg gegen den Iran gelaufen sein soll…) und bewerben sich mit ihren jeweiligen Songs um den ersten Platz im europäischen Vielfaltsgemisch; diesmal in der Hauptstadt des neutralen Landes Österreich. Weiterlesen

Ganztag: Eltern wünschen sich Verlässlichkeit UND pädagogische Qualität

Bericht: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung im Grundschulalter steht kurz bevor. Jetzt zeigt eine deutschlandweite Befragung von mehr als 4.000 Eltern: Die Bedarfe von Familien für Ganztagsangebote im Grundschulalter sind je nach Familienstruktur, Erwerbstätigkeit, Bildungshintergrund und räumlicher Lage unterschiedlich. Während für viele die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Mittelpunkt steht, verbinden andere mit dem Ganztag vor allem pädagogische Erwartungen wie Förderung, soziale Erfahrungen und mehr Selbstständigkeit der Kinder.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Eltern mit Blick auf den Ganztag keine einheitliche Gruppe sind. Ob und warum Familien ein Angebot nutzen, hängt stark mit ihrer jeweiligen Lebenssituation zusammen“, sagt Dr. Amina Kielblock, die am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation die Erhebung federführend verantwortet hatte. Diese liefere wichtige Hinweise für den bevorstehenden Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Förderung im Grundschulalter. „Für Kommunen, Schul- und Ganztagsträger sowie die Einrichtungen selbst wird deutlich: Ganztagsschulen sollten nicht nur verlässliche Betreuung ermöglichen, sondern auch die pädagogischen Erwartungen der Familien berücksichtigen. Gerade nicht-akademische Familien wünschen sich vom Ganztag oft Unterstützung für das schulische Lernen. Es ist daher anzuraten, beim Ausbau des Ganztagsangebots jeweils vor Ort die Elternperspektive frühzeitig einzubinden.“ Weiterlesen

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 143: Adult Children oder: Die Tiktokisierung der Welt

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 143: Adult Children oder: Die Tiktikisierung der Welt

Wir verlinken seit Nr. 100 nur noch den Titel der aktuellen Ausgabe der DHP. Die DHP erscheint regelmäßig auf ihrer eigenen Seite: ww.durchhalteprosa.de

zur Nummer 143


☛ Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg

 

„Bär muss endlich liefern!“

Bildungsgewerkschaft GEW zu den Äußerungen der Forschungsministerin zur BAföG-Reform

Bericht: GEW

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Äußerungen von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU), sie rechne nicht mehr mit einer schnellen BAföG-Reform, scharf kritisiert. „Ministerin Bär versucht den Koalitionsfraktionen die Schuld am drohenden Scheitern der BAföG-Reform zuzuschieben. Dabei ist sie es selbst, die die Reform verschleppt. Es ist ihre Aufgabe als Ministerin, die Vereinbarung im Koalitionsvertrag umzusetzen, wonach das BAföG zum Wintersemester erhöht werden soll. Über ein Jahr nach der Übereinkunft von Union und SPD liegt aber immer noch kein Gesetzentwurf vor. Bär muss jetzt endlich liefern!“, sagte Andreas Keller, Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung mit Blick auf ein Interview der Ministerin mit der Funke-Mediengruppe, das am Sonntag veröffentlicht wurde.

Als „zynisch“ bezeichnete Keller Bärs Auffassung, Studierende seien „sehr privilegiert“ und es sei „kein Drama“, wenn diese jobben müssten. „Nach der vom Bundesforschungsministerium herausgegebenen Sozialerhebung sind schon jetzt knapp zwei Drittel der Studierenden erwerbstätig – mit 15 Stunden wöchentlich. Ein Drittel der Studierenden ist von Armut betroffen. Ihnen jetzt die überfällige Anpassung der BAföG-Sätze vorzuenthalten, würde die prekäre Lage vieler Studierender verschärfen und womöglich zu weiteren Studienabbrüchen führen“, warnte Keller. „Das ist nicht nur eine himmelschreiende soziale Ungerechtigkeit, sondern würde auch den Fachkräftemangel in Deutschland weiter verschärfen.“

Die am Sonntagnachmittag auf der Plattform X nachgereichte Erklärung des Forschungsministeriums, der Gesetzentwurf solle Ende Juli vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden, hielt Keller für „alarmierend“. „Ein Inkrafttreten der BAföG-Erhöhung zum Wintersemester wäre damit so gut wie ausgeschlossen, Schülerinnen und Schüler, deren Ausbildungsjahr am 1. August beginnt, gingen definitiv leer aus. Statt die Novelle auf die lange Bank zu schieben, muss die Ministerin den Gesetzentwurf unverzüglich vorlegen. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und explodierender Mieten brauchen wir noch in diesen Herbst eine kräftige Anhebung von Wohnpauschale, Bedarfssätzen und Freibeträgen“, so der GEW-Hochschulexperte abschließend.


1.6.2026
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de

 

   
 
 

 

GEW: „BAföG-Reform statt Sozialabbau!“

Bildungsgewerkschaft kritisiert Stopp der 30. BAföG-Novelle im Bundeskabinett.

Bericht: GEW

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat scharf kritisiert, dass die Bundesregierung den Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt für die 30. BAföG-Novelle von der Tagesordnung der heutigen Kabinettssitzung genommen hat. „Ein Jahr nach der Ankündigung im schwarz-roten Koalitionsvertrag war die Bundesregierung drauf und dran, das Gesetzgebungsverfahren für die Novellierung der Ausbildungsförderung zu starten. Die Studierenden konnten auf die überfällige Erhöhung der BAföG-Wohnpauschale und des Grundbedarfs hoffen, nachdem sich Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) auf die Finanzierung geeinigt hatten. Doch dann sprach sich Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) am Wochenende gegen Verbesserungen beim BAföG – wie auch bei anderen Sozialleistungen wie Elterngeld, Bürgergeld und Wohngeld – aus. Prompt nahm das Bundeskabinett Bärs Gesetzentwurf von der Tagesordnung – ein Armutszeugnis“, sagte Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, am Mittwoch in Frankfurt a.M. Weiterlesen

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