GEW Bayern veröffentlicht Positionspapier zu Schulöffnungen: Mindeststandards müssen eingehalten, offene Fragen geklärt werden

Stellungnahme: GEW Bayern

Die bayerische Bildungsgewerkschaft veröffentlicht ein Positionspapier zu den schrittweisen Schulöffnungen am kommenden Montag. In diesem halten die Lehrerinnen und Lehrer fest, dass Schulöffnungen grundsätzlich begrüßenswert sind. Bevor Öffnungen Sinn machen, müssen aber entscheidende Punkte berücksichtigt werden.

Neben einem Testkonzept, das seinen Namen auch verdient, stehen Kontaktreduzierungen, Hygienekonzepte und ein wirksames Lüftungskonzept im Mittelpunkt des gewerkschaftlichen Positionspapiers. Hinzu kommen Masken, die Priorisierung von Lehrkräften beim Impfen und auf Wunsch die Freistellung von der Präsenzpflicht für Lehrkräfte einer Risikogruppe.

Dazu der stellvertretende GEW-Vorsitzende Florian Kohl: „Ein bundesweit einheitlicher und verbindlicher Stufenplan zur Organisation des Schulbetriebes ist notwendig. Ausschlaggebendes Kriterium, um die Verbreitung des Virus in den Griff zu bekommen ist, ob Gesundheitsämter vor Ort in der Lage sind, Infektionsketten nachzuverfolgen und Ausbrüche durch präventive Maßnahmen einzudämmen. Dazu braucht es vor Öffnung der Schulen entsprechende Testkonzepte. Wir fordern wöchentlich zwei Testungen für alle am Schulbetrieb Beteiligten.“

Ruth Brenner, Lehrerin an einer Grund- und Mittelschule und für die GEW im Hauptpersonalrat, ergänzt: „Wir begrüßen bei den Öffnungen die Priorisierung der Grund- und Förderschulen ausdrücklich, doch auch hier braucht es wirksame Maßnahmen, um den Infektionsschutz für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte bestmöglich gewährleisten zu können. Einfach nur Abstand, Maske und Lüften wie im Herbst, kann nicht reichen. Luftreinigungsgeräte und CO2 -Ampeln müssen Teil der Lüftungskonzepte sein und Lehrkräften müssen FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden.“

Entscheidend wird laut GEW sein, ob es gelingt, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Ein Szenario wie im Herbst, als vorhandene Ampelmodelle außer Kraft gesetzt wurden und Schulen auch bei Inzidenzen über 200 geöffnet blieben, darf es nicht noch einmal geben.

Die Bildungsgewerkschaft fordert mit dem Positionspapier die Entscheidungsträger*innen zum Handeln und damit zum Gelingen der Öffnungen auf. Nichts wäre fataler, als wenn Schulen aufgrund fehlender Maßnahmen des Infektionsschutzes in wenigen Wochen wieder schließen müssten.

Das Positionspapier ist hier zu finden: www.gew-bayern.de/positionspapier-schule


19.2.2021
Martina Borgendale, Vorsitzende,
Florian Kohl, stellv. Vorsitzender
Ruth Brenner, Mitglied im HPR
www.gew-bayern.de

 

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