Profitgier macht gewissenlos … … bis zum Kladderadatsch!

Eine Betrachtung zum KI-Fiasko

Der Kommentar zum Zeitgeschehen von Jürgen Scherer*

Es ist ganz bestimmt keine allzu steile These, wenn man feststellt, dass Profitgier gewissenlos macht. Schließlich erleben wir dieses Phänomen jeden Tag und eines der leuchtenden Vorbilder dafür ist Elon Musk, der, wie erinnerlich, während seiner auch nur kurzen Tätigkeit im Regierungsgetriebe von Trump mit Vehemenz dafür gesorgt hat, eine Deregulierungsrakete in die Erdumlaufbahn zu schießen, die nachhaltig, wie beabsichtigt, bis heute ihre zerstörerischen Wirkungen entfaltet – zum scheinbaren Vorteil für ihn und seine Mitkapitalisten im Technoimperienbereich. Weiterlesen

Von Frankenstein zur KI

von Detlef Träbert

Vor mehr als 200 Jahren, 1818, veröffentlichte Mary Shelley (zunächst anonym) ihren berühmt gewordenen Roman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“. Er gilt als eines der frühesten Beispiele der Science-Fiction-Literatur. 200 Jahre später ist aus dieser Fiktion Realität geworden: Der moderne Frankenstein ist die Künstliche Intelligenz oder einfach KI. Weiterlesen

Alles nur Theater

Hintersinnige Gedanken zu einer ganz bestimmten „Theaterszene

Eine Satire von Jürgen Scherer*

Man möchte sich wünschen, dass es so wäre, wie in der Überschrift zu diesem Text formuliert. Aber dem ist nicht so. Auch wenn die Schauspieler teilweise so agieren, dass wir, wie manchmal nach einem Theaterbesuch, mit dem Fazit reagieren sollen: War nur kalter Kaffee! Kann man vergessen! Schaut man allerdings hinter die Kulissen, dieses Berliner Ensembles, kann einem nur das kalte Grausen kommen, ob der Scheinperformance, die wir tagtäglich erleben müssen. Weiterlesen

Trump!

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

 von Jürgen Scherer*

Ist Trump nur ein Irrlicht im Wahnsinn dieser Welt? Manche sagen, er sei tatsächlich ein Irrlicht, ein Politclown mit spezifischem Unterhaltungswert. Sie verkennen allerdings bei dieser auf Showeffekte aufgebauten Perspektive, dass dieser Mensch als Stellvertreter handelt. Er selbst hält sich zwar manchmal für Gottes Stellvertreter auf Erden. Aber da diese Stelle schon vergeben ist, muss er sich immer wieder auf seine eigentliche Stellvertreterschaft besinnen, nämlich die des herrschenden Kapitalismusbetriebes in den USA. Und in dessen Auftrag ist er unermüdlich tätig. Teils aus eigenem Antrieb, schließlich gehört er zu den maßgeblichen Immobilienhaien seines Landes, teils im Auftrag der reichsten Techgiganten seines Landes. Gilt es doch nicht zuletzt ihnen den Boden zu bereiten für eine allumfassende Manipulationsmacht über die Menschen in den USA und letztlich weltweit – „KI“ lässt grüßen! Weiterlesen

Ein paar Anmerkungen zur politischen Sozialisation in der Schule!

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

von Jürgen Scherer*

Ihr habt dieser Tage auf eine Untersuchung der Uni Konstanz hingewiesen. Der Überschrift dazu lautete „Politische Sozialisierung im Klassenzimmer“. So interessant und lesenswert die Untersuchung der Uni Konstanz ist, so nachholend, wenn auch nicht vergessenswert, sind die Ergebnisse. Zeigen sie doch in meinen Augen nicht unbedingt Neues auf, allerdings sehr Beherzigenwertes!

Schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es überzeugende Untersuchungen zur politischen Sozialisation in Schule und Elternhaus. Es wurden auch Schlussfolgerungen daraus gezogen. Und siehe da, das Fach Politische Bildung, das es je nach Bundesland in anderer Gestaltung gab, erlebte einen bewusstseinsmäßigen Aufschwung, auch in den Köpfen und Herzen der Kultusministerien und fand so auch eine kurzfristige Aufwertung in den Schulen. Aber die Crux, und das scheint mir bei bei vielen solcher Veröffentlichungen zu sein, liegt darin, dass „Politische Bildung“ zwar erwünscht ist, aber, schließlich hat ja immer noch der Staat die Aufsicht über die Ausgestaltung solcher Vorhaben, doch bitteschön nicht zu weit gehen darf. Geschieht dies, wird die schulaufsichtliche Notbremse gezogen.

Erinnert sei an eine Initiative der Frankfurter Professorin Gertrud Beck. Sie wollte mit dazu beitragen, dass Politische Bildung nicht nur so unter der Hand Wirkung entfaltet, sondern schon möglichst frühzeitig demokratiefördernd ins Spiel kommt. Da ihr Spezialgebiet die Primarstufe war, hat sie, eben im Rahmen der damaligen Erkenntisse, dass Politische Bildung schon viel früher greift als gedacht, Lehrpläne und Schulbücher für die politische Bildung im Rahmen des Sachunterrichts der Grundschule entwickelt und im Rahmen des Booms auf den Markt gebracht. Dieses Lehr- und Lernmaterial wurde auch recht aufgeschlossen im Primarstufenunterricht diverser Bundesländer eingesetzt. Aber dann schlug die ideologiebehaftete Debatte zu, die wider alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, glauben machen konnte, dass die ach so unschuldigen Kleinen für dezidiert Politisches gar keinen Sense aufbringen könnten, noch sollten. Man sollte ihnen ihnen ihre „politische Unschuld“ nicht rauben. Dahinter stand die Angst resp. Befürchtung, dass zu frühe demokratische Bewusstseinsbildung vielleicht zu zukünftigen BürgerInnen führen könnte, die tatsächlich ein bisschen zu früh zuviel Mündigkeit in die politische Willensbildung einbringen könnten.

Wie auch immer, der gesellschaftliche Diskurs sorgte dafür, dass die dezidiert grundschuladäquate Politische Bildung wieder von der Bildfläche verschwand und sich fachgemäß wieder auf die Jahre in der den Klassen der Sekundarstufe I konzentriert wurde, wo ja auch die spannenden Ergebnisse der Konstanzer Untersuchung zutage traten. Diesen wichtigen Untersuchungsergebnissen ist zu wünschen, dass sie nicht, ähnlich wie im weiter oben geschilderten Fall, zum versanden gebracht werden. Dazu sind mündige Bürgerinnen in einem demokratischen Gemeinwesen viel zu wünschenswert. Dennoch sei auf einige, meine Skepsis hinsichtlich der Umsetzung der Konstanzer Untersuchung, befördernde Implikationen verwiesen: Tagtäglich wird in unserem Land die Notwendigkeit von Bildung als bedeutende gesellschaftliche Ressource betont. Zugleich werden allenthalben entsprechende Stellen im Bildungsbereich nicht ausreichend besetzt oder mit minder qualifizierten Seiteneinsteigern. Zugleich wird in den Schulen der Sek I gerade der Geschichtsunterricht und nicht weniger der Unterricht in Politischer Bildung entweder fachfremd unterrichtet oder auch der „Not“ gehorchend, ausfallen gelassen.

Diese Misere ändert sich seit Jahren nicht. Deshalb sind die Schaufensterreden zur Förderung der wichtigsten Ressource in unserem Land, nämlich der Bildung, genau das, solange die von uns allen erarbeiteten Steuergelder statt in wirklich gesellschaftlich und demokratisch wichtige Bereiche in den allenthalben hochgehypten Bereich „Kriegstüchtigkeit“ investiert werden. Wir werden weiterhin das unermüdliche Bemühen unserer GEWerkschaft für Frieden und Bildungsgerechtigkeit in dem gesellschaftliche Getümmel unserer Zeit benötigen, wenn wir dem Ziel einer mündigen, toleranten und auf friedlicher Grundlage bestimmten Gesellschaft und Welt näher kommen wollen. Umso wichtiger ist es immer wieder, objektive Ergebnisse gesellschaftlicher Wirklichkeiten, wie die der Uni Konstanz, ins öffentliche Bewusstsein zu rufen.


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.

 

Rattenfänger

von Detlef Träbert

Erinnern Sie sich noch an die alte Sage vom „Rattenfänger von Hameln“? Als ich ein kleiner Junge war, hatte sie mich fasziniert. Im fernen Mittelalter, im Jahr 1284, herrschte in Hameln eine Rattenplage von solchem Ausmaß, dass alle Vorräte verdorben wurden und Krankheiten um sich griffen. Da kam ein bunt gekleideter Mann in die Stadt und bot an, dieser Plage ein Ende zu bereiten. Der Rat der Stadt einigte sich mit ihm auf eine Belohnung. Daraufhin spielte der Fremde in den Gassen auf seiner Flöte, was die Ratten aus allen Häusern, Kellern und Vorratsräumen lockte. Sie folgten der Musik hin zur Weser, wo sie im Fluss ertranken. Weiterlesen

Am Start: Deutschlands größtes Experiment mit „Alternativer“ „Frei“landhaltung

Der Kommentar zum Zeitgeschehen

  von Jürgen Scherer*

Kürzlich ist genau das passiert, was vorhersehbar war. Aber als es dann geschah, fielen alle möglichen Leute aus allen möglichen Wolken: „Experten“, „Profis“, „Gebildete“, „Halbgebildete“ und nicht zuletzt „Eingebildete“. Lediglich die CommonsenslerInnen konnten sich auf die Schultern klopfen. Ihnen konnte weder davor noch danach jemand etwas vormachen.

Wer einigermaßen aufmerksam die politische Großwetterlage in unserer Republik beobachtet hatte, wusste, dass in S-A die „AfD“ die Landtagswahlen haushoch gewinnen würde. Als es dann geschehen war, traten die „Altparteien“ und ihre Auguren bass erstaunt vor die Presse und taten was? Sie spulten die altbekannten Sprüche ab, obwohl sie wochenlang Zeit gehabt hätten, sich etwas substantielles Alternatives zu überlegen. Stattdessen: Same procedure as Yesterday… Und schwuppdiwupp konnte sich die „AfD“ darauf freuen, den einmaligen „Frei“landversuch „Wir schaffen das alte Deutschland“ starten zu können. Frei nach dem bekannten Fußballermotto: „Jetzt geht’s los!“ Wohin wird sich zeigen! Denn außer der Fasthälfte der Wahlbevölkerung, die diese Partei gewählt hatte, gibt es ja auch noch den anderen Teil, der diese Partei nicht an der Macht sehen will.

Was wird dieser Bevölkerungsteil machen? Wird er resigniert katapultieren und den taktischen „Durchmarschierern“ vom rechten Rand das Feld überlassen oder wird er die Zivilcourage aufbringen und solidarisch gegen den Abbau demokratischer und menschenrechtlicher Grundlagen angehen – auch im Beamtenapparat und den Medienhäusern? Was wird die Bevölkerung in den anderen 15 Bundesländern unserer Republik tun? Wird sie nur hämisch grinsend sagen: „Das habt ihr nun davon!“ „Jetzt seht mal zu, wie ihr die Suppe, die ihr euch eingebrockt habt, selbst auslöffelt!“ Oder werden sich basisdemokratische Initiativen bilden, die den Menschen in S-A, die dafür offen sind, dauerhafte und tatkräftige Unterstützung anbieten, quasi Partnerschaften zur Erhaltung und Förderung demokratisch-menschenrechtlicher Gepflogenheiten, um so den „Frei“landversuch: ein rückwartsgewandtes, altbackenes, scheinheilig-solidarisches ostdeutsches Biotop zu installieren, nachhaltig zu stören und letztlich zu verunmöglichen? Und: Wird es den machtblinden, kriegsverwirrten „Altparteien“ in unserem Land endlich gelingen, quasi flankierend zu basisdemokratischen Initiativen eine Politik zustande zu bringen, die den wirklichen Interessen von uns allen gerecht wird? Weg von Militarismus und Kriegereivorhaben.

Hin zu Investitionen in die tatsächlichen Problembereiche unseres Land: Bildung, Gesundheit, Arbeitsplätze, Armutsbekämpfung, soziale Gerechtigkeit und nicht zuletzt: endlich diplomatisch intensive Politik für Frieden in Europa inkl. Völkerverständigung – auch mit Russland! Die Losung, die Willy Brandt ausgegeben hat: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein!“ ist ohne Wenn und Aber weiterhin gültig.

Insofern könnte der geplante „Frei“landversuch, den die „AfD“ in S-A in Angriff nimmt zu einem veritablen Lackmustest für die Stärke und Wehrhaftigkeit unserer Demokratie werden, wenn zugleich unsere wirklichen Interessen als Leitlinien zum Tragen kommen werden und die Dauerbevormundung durch die „Altparteien“ durch das wirkliche Ernst nehmen demokratischer Mitbestimmung unserer Bevölkerung konstruktiv umgesetzt würde. Es muss ein basisdemokratischer Ruck durch Deutschland gehen!

Wenn nicht jetzt, wann dann?!


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN

 

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