Zahlen zur Inanspruchnahme der Notbetreuung sind Augenwischerei!

Viele Gruppen in bayerischen Einrichtungen für Kinder sind trotz “Notbetreuung” viel zu voll. Die Bildungsgewerkschaft GEW Bayern widerspricht der Staatsregierung.

Die GEW Bayern kritisiert in einem offenen Brief an Staatsministerin Trautner und Ministerpräsident Söder, dass diese in der Öffentlichkeit nur den Durchschnitt der Belegung in den Vordergrund stellen und die tatsächlich oft vollen Einrichtungen verschweigen. Das sei „Augenwischerei“.

Dazu Gerd Schnellinger, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW Bayern: „Im Durchschnitt ist die Belegung mit einem Wert unter 30% akzeptabel. Tatsächlich gibt es aber viele Ausreißer nach oben, das belegen zahlreiche Rückmeldungen von Mitgliedern. Ich bin enttäuscht über diese Inszenierung, das ist Augenwischerei. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Zahlen veröffentlicht werden, damit klar ist, worüber geredet wird.“

In dem Schreiben wird auch eine verbindliche Obergrenze für die Gruppen gefordert. Wenn die Grenze erreicht sei, müsse vor Ort im Dialog eine Lösung gefunden werden, die die Interessen der Kinder, nicht die Erwerbsarbeit der Eltern in den Vordergrund rücke. Den Eltern sei vorrangig durch großzügige Verdienstausfallentschädigungen zu helfen. Beklagt wird auch, dass von den zehn Millionen Euro, die laut Staatsministerin Trautner an die Träger für Schutzmaßnahmen gingen, sehr wenig bei den Beschäftigten ankam.

Download des offenen Briefes


3.2.2021
Gerd Schnellinger, stellv. Landesvorsitzender
Hilger Uhlenbrock, Sprecher der Landesfachgruppe sozialpädagogische Berufe
Mario Schwandt, Gewerkschaftssekretär
GEW Bayern
www.gew-bayern.de