„Tropfen auf den heißen Stein“

Bildungsgewerkschaft GEW zur Bund-Länder-Vereinbarung zur Modernisierung und Sanierung der Hochschulen

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat das heute veröffentlichte Bund-Länder-Programm zur Modernisierung und Sanierung der Hochschulen begrüßt, aber zugleich dessen zügige Weiterentwicklung angemahnt. „Gut, dass Bund und Länder endlich den Weg dafür frei gemacht haben, dass Mittel aus dem 500 Milliarden Euro starken Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität auch den Hochschulen zugutekommen können. Der Pferdefuß: Wie viel der für Investitionen vorgesehenen vier Milliarden Euro in die Sanierung der Hochschulen und wie viel in den Ausbau der Kindertagesbetreuung fließen, haben die Finanz- und Wissenschaftsministerinnen und -minister offengelassen. Das sollen die einzelnen Länder regeln. Damit verweigern sie den Hochschulen nicht nur die notwendige Planungssicherheit, sondern delegieren die Verteilungsfrage elegant nach unten und spielen zwei Bildungsbereiche gegeneinander aus“, kritisierte Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, am Montag in Frankfurt a.M.

Zudem stellte der GEW-Hochschulexperte fest, dass die für vier Jahre für 16 Länder für zwei Bildungsbereiche vorgesehenen Mittel im Umfang von insgesamt vier Milliarden Euro „weit unterhalb des Bedarfs“ lägen. „Die Wissenschaftsministerkonferenz hat den Sanierungsstau an den Hochschulen auf 140 Milliarden Euro beziffert – gemessen daran ist das neue Bund-Länder-Sonderprogramm nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. In Hörsälen bröckelt der Putz von der Decke, die IT-Infrastruktur wird den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gerecht, Hochschulbauten sind weit vom Ziel der Klimaneutralität entfernt – der Handlungsbedarf ist enorm. Das Bund-Länder-Programm muss daher zügig konkretisiert und massiv ausgebaut werden“, betonte Keller.


9.2.2026
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Vorstandsmitglied
www.gew.de

 

Studentischer Dachverband und Bildungsgewerkschaft zu Hochschulprüfungen unter Pandemiebedingungen

Erklärung des freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Berlin/Frankfurt a. M. – Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben die Hochschulen aufgefordert, unter den
derzeitigen Pandemiebedingungen grundsätzlich auf Präsenzprüfungen zu verzichten und stattdessen alternative Formate anzubieten. „Am Ende eines weitgehend digitalen Semesters Studierende massenweise in Hörsäle zu zitieren, um das gelernte Wissen abzufragen, ist aufgrund der Infektionsgefahr unverantwortlich – gegenüber den Studierenden ebenso wie gegenüber den Prüferinnen und Prüfern“, sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende und Hochschulexperte, Andreas Keller, mit Blick auf die Vorstellung eines neuen Positionspapiers der Bildungsgewerkschaft und des studentischen Dachverbands. „Stattdessen sollten Prüfungen weitgehend zu Hause absolviert werden. Auf technisch aufwändige und datenschutzrechtlich fragwürdige Überwachungsmethoden kann verzichtet werden, wenn neue Format wie ‚Open Book‘ oder ‚Take Home‘ angewandt und die Prüfungen auf Kompetenzerwerb und Kompetenztransfer ausgerichtet werden“, ergänzte fzs-Vorstandsmitglied Iris Kimizoglu. Weiterlesen