Die Digitalisierung und ihre Effizienzgewinne aus pädagogischer Perspektive

Datenschutzrechtliche Probleme der Coronakrisen-induzierten „Digitalisierungsoffensive“

Mit einer kritischen Bewertung zur Einführung der Microsoft 365 / Microsoft Teams – Software an der Sekundarstufe I und II der Fritz- Schumacher- Schule (FSS), Hamburg

von Bernd Schoepe

Der Text nimmt repräsentative Studien zum negativen Einfluss, den die Digitalisierung des Unterrichts auf die Verbesserung von Lernleistungen hat, zum Anlass über die Effizienzgewinne nachzudenken, die tatsächlich mit der Digitalisierung verbunden sind.

Es wird dargestellt, wie unter dem verschärften Handlungsdruck, den die Coronakrise für Schulen ausgelöst hat, sich nun zusätzlich eine Dynamik Bahn bricht, die zur Bevorzugung von Big-Data-Digitallösungen beiträgt und weiter – bei fehlendem Einspruch – dazu führen wird, dass die IT-Konzerne sich die dominante Stellung auf dem bundesdeutschen Bildungsmarkt sichern.

Im weiteren Verlauf entfaltet der Text, was unter den tatsächlichen Effizienzversprechen der Digitalindustrie zu verstehen ist, die im Kontext einer algorithmischen und psychometrischen Steuerung verortet werden. Diese werden durch den neoliberalen Schulumbau konsequent in den Dienst genommen. Die Effekte, die sie auf den Lern-und Bildungsbegriff haben, werden ebenso beleuchtet, wie die sich verändernde Rolle des Lehrpersonals, dessen schwindender Einfluss auf pädagogische Prozesse kritisiert wird. … weiter


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Die Ökonomisierung der Krankenhäuser geht weiter

von Brigitte Pick

Wie eine Neutronenbombe zerstört Covid-19 unseren Lebensstil, ohne dabei unsere materielle Welt zu beschädigen.

Paradoxerweise werden wir in einer Welt, die moderner nie war, mit individuellen und kollektiven Bewältigungsmustern konfrontiert, die uralt und archaisch anmuten. Im Hochmittelalter (14. Jhdt.) wurde Venedig als führende Handelsmacht zum Einfallstor für die erste schwere Pestepidemie. Man richtet zwei Quarantäne-Inseln vor Venedig ein, auf denen man sowohl die Waren als auch die Personen zunächst einmal lagerte, bei denen man Angst hatte, dass sie diese Pest mitbringen können.  Aber bereits im 3. Buch Mose, das zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist, finden sich Praktiken zu Isolation und Quarantäne.

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1) https://www.uni-regensburg.de/pressearchiv/pressemitteilung/1065918.html Ein Interview mit PD Dr. Jörg Zedler vom Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte über die Geschichte der Quarantäne von Tanja Wagensohn vom 6.5.2020

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Film: “Welt auf Abstand – Eine Reise durch ein besonderes Jahr”

gsf – Der beeindruckende Dokumentarfilm „Welt auf Abstand – Eine Reise durch ein besonderes Jahr“ (2020, 90 Min.) von Cristina Trebbi und Jobst Knigge erschien am 12.12.2020 auf arte.

Die Zuschauer begleiten Kamerateams auf einer Reise durch verschiedene Lebenswelten in der Corona-Pandemie und sehen eine Welt im Ausnahmezustand: Wie gehen die Menschen mit ihrer Angst, ihrer Isolierung, den fehlenden Kontakten und Berührungen, der Einsamkeit, mit Armut oder einer drohenden Arbeitslosigkeit um? Wie empfinden sie die Schulschließungen? Es entsteht der Eindruck, dass viele Menschen in der Pandemie auch auf einer Reise zu sich selbst sind!

Der Film ist auf Arte und Youtube bis zum 9.3.2021 zu sehen. In Zeiten des Lockdowns könnte er in der Schule hervorragend auch im Distanzunterricht ab der Sekundarstufe I Klasse 8-10, je nach Schulart, eingesetzt werden. Eine Online-Diskussion sollte sich daran anschließen.

Hinweis: Beim Aufruf können Daten durch Youtube erhoben werden (eingebetteter Film).

Originallink, wenn das Filmfenster nicht sichtbar sein sollte:
https://www.youtube.com/watch?v=er2-b-xx7D0


Hinweis: Soll der Film heruntergeladen werden, kann “MediathekViewWeb” zum Einsatz kommen.
Bedienungsanleitung anzeigen

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 19: Das Jahr des Büffels, oder: Von China lernen, heißt siegen lernen

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 19


Das Jahr des Büffels, oder: Von China lernen, heißt siegen lernen

„Ich denke, um das Leben aushalten zu können,
muss man ein wenig zuversichtlicher sein,
als es die Umstände hergeben.“
(Karen Duve)

Heute Morgen betrat ich eine Apotheke in meiner Nachbarschaft. Man hatte mich vor langen Schlangen gewarnt, aber da wartete niemand und ich konnte sofort eintreten. „Herr Spahn schickt mich“, sagte ich, „ich kann und soll mir hier drei FFP2-Masken abholen“. „Wir warten auch drauf“, erwiderte die Apothekerin, „der Paketbote müsste jeden Moment kommen. Wir rufen Sie dann gern an.“ Ich sagte, das sei nicht nötig. Ich würde später noch einmal vorbeischauen, so dringend sei es nicht. Am nächsten Morgen, als die Apothekerin mich über die Kreuzung auf die Apotheke zukommen sah, kam sie mir entgegen und drückte mir die Masken in die Hand. Es funktioniert also doch. … weiter

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GEW mahnt zur Vorsicht – Datenlage äußerst unklar – RKI-Empfehlungen unbedingt einhalten

Trotz Winterpause aus aktuellem Anlass:


Stellungnahme: GEW Bayern

In dieser Woche treffen sich die Ministerpräsident*innen erneut mit Kanzlerin Merkel, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beratschlagen. Bereits jetzt sickert die Information durch, dass der Corona-Lockdown fortgesetzt wird, man sich aber beim Thema Schulen und Kitas uneinig sei. Die GEW Bayern fordert seit Monaten eine Orientierung an den Empfehlungen des RKI, angelehnt an die entsprechenden 7-Tage-Inzidenzwerte.

Die Werte sind aktuell überall in Bayern deutlich zu hoch und die Datenlage nach den Feiertagen allgemein zu unklar, um wieder im Präsenzunterricht starten und den notwendigen Schutz für Lehrkräfte und Schüler*innen gewährleisten zu können. Zudem ist ungewiss, welchen Einfluss die in England entdeckte und in einigen europäischen Ländern bereits nachgewiesene Mutation B117 auf das weitere Infektionsgeschehen hat. Ein Blick nach England verdeutlicht, was Deutschland bevorstehen könnte. Unzweifelhaft ist wohl, dass die Mutation dort momentan für eine wesentlich schnellere Verbreitung des Virus sorgt und die Inzidenzwerte in den letzten Tagen rasant gestiegen sind. Die mächtige Lehrergewerkschaft NEU forderte in England deshalb die Schließung aller staatlichen Schulen für weitere zwei Wochen und empfahl ihren Mitgliedern, von zuhause aus zu arbeiten.

Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender, warnt: „Niemand will geschlossene Schulen. Ich erinnere aber an das gescheiterte Vorhaben der Landesregierung, einen weiteren Lockdown unbedingt zu verhindern. Inwieweit das mit offenen Schulen und Kitas zu tun hatte, weiß man nicht. Man weiß aber mittlerweile, dass es in Bildungseinrichtungen sehr wohl zu erheblichem Infektionsgeschehen kommt. Die Mär von den sicheren Schulen ist durch das Infektionsgeschehen der letzten Monate widerlegt worden. Und die Meldungen aus England sind besorgniserregend.“

Der Bildungsgewerkschafter fordert ebenfalls Transparenz und spielt auf die Ungereimtheiten in Hamburg an. Eine Studie zum Ausbruch an einer Schule wurde erst auf Nachfrage herausgegeben. „Es kann nicht sein, dass Studienergebnisse zurückgehalten und Zitate verfälscht werden, um die eigene Agenda zu stärken. So verspielt man Vertrauen auf allen Ebenen. Es wäre doch interessant, die Protokolle der Kultusministerkonferenz einsehen zu können.“

Auch Martina Borgendale, neue Vorsitzende der GEW Bayern, macht klar: „Es ist hinsichtlich alternativer Konzepte von Seiten des Kultusministeriums in den letzten Monaten einfach viel zu wenig passiert und das Drama rund um Mebis ist beispiellos.

Lüftungsanlagen, Dienstgeräte, Ausstattung mit FFP2-Masken – weitgehend Fehlanzeige. Und zum Aufatmen gibt es trotz Impfbeginn keinen Grund. Inzidenzen senken, um damit das Infektionsgeschehen wieder in den Griff zu bekommen, rettet Leben und verhindert langwierige Krankheitsverläufe. Das kann im Sinne des Infektionsschutzes aber nur bedeuten, sich an die RKI-Empfehlungen zu halten. Auch an Schulen mit klaren Grenzwerten. Schulöffnungen auf gut Glück wären in der jetzigen Situation fahrlässig.“

Schulen hätten sich mit großem Aufwand und viel Engagement der Lehrer*innen gut auf ein Distanz- und Wechselmodell vorbereitet. Diese müssten bei der aktuellen ernsten Lage dann auch zum Einsatz kommen. „Alles andere wäre sowohl aus Sicht des Gesundheitsschutzes nicht vertretbar als auch eine totale Missachtung der außerordentlichen Leistungen von Schulleitungen und Kollegien“ ergänzt Borgendale.


4.1.2021
Martina Borgendale
Florian Kohl
GEW Bayewrn
www.gew-bayern.de

 

So viele Experten!

Eine Glosse von Gabriele Frydrych

Der Änderungsschneider lacht, als ich reinkomme. Gefällt ihm meine Tigermaske nicht? Oder findet er meine beschlagenen Brillengläser so witzig? Er meint: „Ihre Maske ist völlig sinnlos. Außerdem sammeln sich darin Bakterien und Schimmelpilze!“ Aha, noch so ein Corona-Experte.

Es beeindruckt mich, wie viele Epidemiologen, Virologen und Spezialisten sich derzeit in unserem Land tummeln. Millionen! Genauso viele Kollegen hat übrigens auch Fußballtrainer Yogi Löw. Aber Fußball lässt sich vielleicht ein wenig einfacher beurteilen als ein neues Virus. … weiter