07. August 2019 · Kommentare deaktiviert für „Wir brauchen endlich gute Renten, keine Altersarmut“ · Kategorien: Gehalt - Rente - Tarif · Tags: , , , , , , ,

gsf – Das sagt Verena Bentele, Präsidentin des VdK, in einem Presse-Statement am 7.8.2019 und fordert eine Grundrente gegen die Altersarmut. Wir veröffentlichen zunächst die Presseerklärung von Verena Bentele und dem VdK und anschließend das Statement von Eva Bulling-Schröter, Landessprecherin der LINKEN Bayern, die die Forderungen von Verena Bentele unterstützt:

VdK: „Wir brauchen endlich gute Renten, keine Altersarmut“

Aktuelle Zahlen zeigen: Mehr als 10 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben zuletzt weniger verdient, als dies dauerhaft für eine ausreichende Rente nötig wäre. So brauchte man 2018 ein Jahresentgelt von mehr als 23.000 Euro brutto, um nach 45 Jahren eine Rente zu erhalten, die über der Grundsicherung liegt. Diese Zahlen kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Mehr als 10 Millionen Arbeitnehmer verdienen so wenig, dass es bei ihnen nicht für eine gute, ausreichende Rente im Alter reichen wird. Darin zeigt sich ein enormer Mangel an Respekt gegenüber hart arbeitenden Menschen und ist ein Skandal, den wir nicht hinnehmen. Das gesetzliche Rentensystem muss Altersarmut verhindern und Menschen im Alter soziale Sicherheit bieten. Diejenigen Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und Leistung erbracht haben, können wir nicht mit gutem Gewissen zur Tafel schicken, um satt zu werden. Nur eine starke, solidarische und nachhaltige staatliche Alterssicherung sorgt für ein Leben im Alter ohne Armut.

Wir brauchen endlich gute Renten, keine Altersarmut. Gegen diese schützt auch die Grundrente, bei der sich die Regierungskoalition endlich einig werden muss. Die Grundrente ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, denn sie ist der Ausdruck von Respekt vor einer lebenslangen Leistung.

Um Altersarmut zu verhindern, müssen wir auch bei den aktuellen Gehältern und Löhnen der Arbeitnehmer ansetzen. Deutschland ist eines der reichsten Länder weltweit und hat dennoch einen der niedrigsten gesetzlichen Mindestlöhne in Westeuropa. Das muss sich ändern. Wir brauchen einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro, außerdem muss es wieder selbstverständlich werden, dass Arbeitnehmer nach Tarif bezahlt werden. Wir brauchen also wieder eine stärkere Tarifbindung in der Arbeitswelt. Und nicht zu vergessen: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs, Teilzeittätigkeiten oder befristete Arbeitsverträge müssen reduziert werden.“

PM v. 7.8.2019
Sozialverband VdK Deutschland
www.vdk.de


 

LINKE fordert: Von Rente muss Frau/Mann leben können!

Wie der Deutschlandfunk berichtet, fordert der Sozialverband VdK die Einführung einer Grundrente. Damit sollen die Renten etwas angehoben werden und vermieden werden, dass Rentnerinnen und Rentner auf zusätzliche finanzielle Mittel durch Nebentätigkeiten angewiesen sind.

Dazu Eva Bulling-Schröter, Landessprecherin der LINKEN Bayern:

„Wir halten die Forderung des VdK für richtig. DIE LINKE fordert schon lange eine Grundrente, die es den Menschen ermöglicht im Alter ein gutes und menschenwürdiges Leben zu führen. Die Präsidentin des VdK, Verena Bentele, hat Recht, wenn sie sagt Altersarmut sei in Deutschland längst „bittere Realität“ – aber das ist nicht neu. Auch nicht in Bayern. Selbst wenn CSU und Freie Wähler es gerne anders darstellen.

Denn auch in Bayern besteht dringender Handlungsbedarf. Jede*r kann täglich auf den Straßen größerer Städte beobachten, wie Menschen unter unwürdigsten Bedingungen den Müll nach Pfandflaschen durchsuchen oder zur Tafel gehen müssen, weil die Rente nicht einmal für genug Lebensmittel reicht. Das darf in einem der reichsten Länder der EU nicht passieren. Besonders schlimm – es trifft oft die, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben. Schon allein der Respekt gebietet es, dass wir dies auch in finanzieller Form wertschätzen. Man muss sich in Deutschland darauf verlassen können, nicht in Armut altern zu müssen.

Wir brauchen diese Grundrente sofort als ersten Schritt. Umso länger wir warten, desto größer wird die moralische Schuld der Verantwortlichen.

PM v. 7.8.2019
Eva Bulling-Schröter
Landessprecherin der LINKEN Bayern
www.die-linke-bayern.de

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