Arm, ärmer, am ärmsten! Skandalträchtiger geht gar nicht!

            Der Kommentar zum Zeitgeschehen
     von Jürgen Scherer*

Weil das so ist, muss man es in die Welt hinaus schreien, dieses unverantwortliche Handeln unserer Regierenden!

In unserem Land gibt es unzählig viele Menschen, die auf die Unterstützung von „Tafeln“ angewiesen sind, weil ihre karge Rente nicht reicht, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele von ihnen „sammeln“ auch noch tagtäglich leere Pfandflaschen, indem sie sie aus Müllkörben „herausangeln“, meist verschämt und sich dabei notgedrungen erniedrigend vor ihren Mitmenschen, die diese Flaschen mit nicht selten an den Tag gelegter Arroganz zuvor weggeworfen haben und von denen einige sich gar den zweifelhaften Spaß machen, zuzusehen, wie die Armen im Müll wühlen müssen, um dadurch an ein bisschen Taschengeld zu kommen. Nicht selten müssen die „SammlerInnen“ sich Kommentare anhören wie „Geschieht Dir recht, du Penner!“ oder „Haste schon mal was von Arbeit gehört?“  … weiter


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.

 

16,1 % der Bevölkerung in Deutschland sind armutsgefährdet

Das Statistische Bundesamt berichtete am 3.2.2026:

  • Alleinlebende, Alleinerziehende und Nichterwerbstätige haben besonders häufig ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze
  • 21,2 % der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht21,2 % der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht

WIESBADEN – Rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland hatten zuletzt ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze und galten deshalb als armutsgefährdet. Das waren 16,1 % der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand von Erstergebnissen der Mikrozensus-Unterstichprobe zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025 mitteilt. Ein Jahr zuvor hatte die Armutsgefährdungsquote bei 15,5 % gelegen.

Nach Definition der Europäischen Union (EU) gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2025 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland netto (nach Steuern und Sozialabgaben) bei 1 446 Euro im Monat (2024: 1 381 Euro) und für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3 036 Euro im Monat (2024: 2 900 Euro). Um das Einkommen vollständig zu erfassen, wird das Jahreseinkommen erfragt. Dadurch beziehen sich die Fragen zum Einkommen auf das Vorjahr der Erhebung, bei EU-SILC 2025 also auf das Jahr 2024. …  (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_039_63.html)

Die ganze Mitteilung vom 3. Februar 2026 lesen

 

Bündnis warnt: Neue Grundsicherung verschärft soziale Not und Wohnungslosigkeit

Mit einem Großplakat vor dem Bundestag fordern Wohlfahrts- und Sozialverbände sowie Gewerkschaften die Abgeordneten auf, bei der Bürgergeld-Reform nachzubessern.

Bericht: AWO, Deutscher Mieterbund, DGB, Diakonie Deutschland, Der Paritätische, SoVD, ver.di, Volkssolidarität, VdK

Anlässlich der Bundestagsdebatte zur neuen Grundsicherung kritisieren Gewerkschaften sowie Wohlfahrts- und Sozialverbände die geplante Reform des Bürgergeldes: Die Verschärfungen bringen kaum Einsparungen, können Betroffene im schlimmsten Fall aber ihr Zuhause kosten, so die Verbände. Mit Blick auf die öffentlichen Finanzen müsste dagegen der organisierte Steuerbetrug in den Fokus der Politik rücken, der die öffentliche Hand jährlich rund 100 Milliarden Euro kostet.

Parallel zur Debatte im Bundestag unterstreichen die Organisationen ihre Forderungen auf einem Großplakat vor dem Reichstag mit der Botschaft: „Neue Grundsicherung – altes Problem: Sanktionen kosten die Wohnung. Organisierter Steuerbetrug kostet Milliarden.”

Gewerkschaften und Verbände appellieren an die Bundestagsabgeordneten, den Gesetzentwurf im weiteren Verfahren zu korrigieren und folgende Verschlechterungen zu verhindern: Weiterlesen

Tagesseminar – Armut und Reichtum: Ursachen – Ausprägungen – Konsequenzen

Tagesseminar des DGB-Bildungswerks Bayern

Wann: Samstag, 22.11.2025, 10:30-17:00 UHR 

Wo: 90402 Nürnberg, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7, Raum 2c (7. Stock)

Inhalt:
Es soll geklärt werden, inwieweit Armut wirklich mit „Armutsrisiken“ erklärt werden kann – wie es viele in der Armutsforschung und der Politik praktizieren, oder ob nicht Armut und Reichtum ganz entscheidend mit der Erwerbsquelle Arbeitskraft zu tun hat, also mit der grundlegenden Basis des Lebensunterhalts, wie er für viele Millionen von abhängig Beschäftigten in der freien Marktwirtschaft gang und gäbe ist.

Im Seminar soll dieser Umstand mit empirischen Erkenntnissen (Zahlen, Statistiken, Schaubilder) unterlegt werden, bevor am Ende des Seminars die Frage behandelt wird, welche Konsequenzen sich aus alledem für die Gewerkschaften ergeben.

Referenten:
Wolfgang Veiglhuber und Walter Linner, gewerkschaftliche Bildungsarbeiter

Kosten:
10 Euro (inkl. Mittagsimbiss)

Anmeldung:
politische.bildung[aet]bildungswerk-bayern.de

Veranstalter:
DGB Bildungswerk Bayern e. V.

 

Dramatische Mangelsituation von Menschen im Bürgergeld

Mitteilung: Der Paritätische

Eine aktuelle Studie des Paritätischen Gesamtverbandes zur sozialen Lage von Menschen im Bürgergeld zeigt das erschreckende Ausmaß materieller Entbehrung: Fast jeder Fünfte hat kein zweites Paar Schuhe. Jeder Dritte kann sich keine vollwertige Mahlzeit jeden zweiten Tag leisten. Mehr als die Hälfte kann kaputte Möbel nicht ersetzen. Dies geschieht trotz Tafeln und Sozialkaufhäusern – und während die Bundesregierung stärkere Sanktionen für Leistungsberechtige plant. Weiterlesen

Paritätischer Armutsbericht: Arme werden ärmer

Einkommensarme Menschen haben in den vergangenen Jahren an Kaufkraft verloren. Insgesamt ist fast jede sechste Person in Deutschland von Armut betroffen.

Mitteilung: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband

Einkommensarme Menschen sind in den vergangenen Jahren ärmer geworden, so das Ergebnis des neuen Paritätischen Armutsberichtes. Während das mittlere Einkommen von Personen unterhalb der Armutsgrenze im Jahr 2020 noch bei 981 Euro im Monat lag, waren es im Jahr 2024 preisbereinigt nur noch 921 Euro. Weiterlesen

Soziale Ungleichheit – Die Spaltung der Gesellschaft

FilmPlanet Wissen zeigt ein Video zum Thema soziale Ungleicheit und Spaltung der Gesellschaft:

Die Einen werden immer reicher, die Anderen immer ärmer? Ob die soziale Ungleichheit zunimmt, hängt davon ab, welche Daten man heranzieht und wie man sie liest. Unabhängig von Einkommen und Vermögen oder der Corona-Pandemie zeigen die meisten Untersuchungen, dass in Deutschland und weltweit Bildungschancen, Zugang zu Kultur und zu Gesundheit nicht gleich verteilt sind.

Dauer des Films: 58:20 Minuten. Der Film ist verfügbar bis 21.10.2025.

zum Film

 

Armut macht krank: Soziale Gesundheit stärken

Bericht: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V.

Beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in Würzburg hat die DEGAM ein neues Positionspapier zur Stärkung der sozialen Gesundheit vorgestellt.

Wie gesund oder krank jemand ist, hängt in Deutschland stark vom sozialen und sozioökonomischen Umfeld ab. Oder anders formuliert: Armut macht krank. Obwohl dieser Zusammenhang bekannt ist, wird die soziale Dimension von Gesundheit und Krankheit auch heute noch zu häufig ignoriert. Dass es auch anders geht, zeigt die DEGAM in ihrem aktuellen Positionspapier zur sozialen Gesundheit, in dem aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zusammengefasst und Vorschläge gemacht werden, wie die soziale Gesundheit gestärkt werden kann. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.degam.de
Bild vonCdd20 auf Pixabay

 

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